Archivierter Artikel vom 14.10.2010, 13:22 Uhr
Paris

Tour-Präsentation ohne Toursieger Contador

Der wegen Dopingverdachts suspendierte Radprofi Alberto Contador will nicht zur Präsentation der Tour de France 2011 nach Paris reisen.

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Absage
Alberto Contador, der Toursieger von 2010, will der Präsentation der Tour de France 2011 fernbleiben.

Wie der Sprecher des Spaniers, Jacinto Vidarte, der französischen Sportzeitung «L'Équipe» sagte, würde Contador bei der Streckenvorstellung am 19. Oktober «lieber fehlen und dafür im Juli am Start der Tour 2011 sein». Der Sieger der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt war nach einem positiven Test auf das Kälbermastmittel Clenbuterol im August suspendiert worden. Er bestreitet Doping und führt die in seinem Blut gefundenen minimalen Spuren von Clenbuterol auf verseuchtes Kalbfleisch zurück.

Bei der Präsentation in Paris, an der traditionell die Top-Fahrer teilnehmen, würde Contador «die Aufmerksamkeit der Medien auf sich lenken und damit auch der Tour-Vorstellung schaden», sagte sein Sprecher. Man habe entschieden, der Veranstaltung fern zu bleiben, weil der Weltverband UCI noch nicht über eine Strafe für Contador entschieden habe. «Wir warten immer noch auf das Urteil der UCI», meinte Vidarte. «Wir haben immer gehofft, dass die Entscheidung vor der Tour-Präsentation fällt.»

Contador hofft, dass die UCI – die auf den derzeit wohl besten Rundfahrer der Welt als Zugpferd und Galionsfigur nur schwer würde verzichten können – seiner Argumentation folgt und von einer Strafe absieht. Eine von spanischen Medien prophezeite, symbolische Drei-Monats-Sperre hatte der dreimalige Tour-Champion bereits abgelehnt.

Derweil ließ die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA durchblicken, dass die neben Clenbuterol in Contadors Blut gefundenen Plastikrückstände in einem möglichen Dopingverfahren gegen den 27-Jährigen verwendet werden könnten. «Das sind Hinweise», sagte WADA-Forschungsdirektor Olivier Rabin in Montreal. Für eine Verurteilung müssten aber weitere Beweise vorgebracht werden.

Das Testverfahren, bei dem in einem Kölner Labor die winzig kleinen Kunststoffspuren entdeckt worden waren, ist von der WADA erst zum Teil anerkannt.

«Da gab es Rückstände. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt sicher, ein wissenschaftlicher Fakt», betonte Rabin. «Wie man dies aber mit Doping verbindet, ist die Frage.» Noch könne von einem hohen Anteil an Plastikspuren im Blut – die Blutdoping nahelegen – nicht auf einen sicheren Dopingfall geschlossen werden, räumte Rabin ein. «Aber daran arbeiten wir.»