Archivierter Artikel vom 22.03.2011, 09:56 Uhr

Prandelli rechtfertigt Verzicht auf «Fußball-Rambos»

Rom (dpa). Der italienische Fußball-Nationaltrainer Cesare Prandelli hat die Nicht-Nominierung von Daniele De Rossi und Mario Balotelli für das EM-Qualifikationsspiel gegen Slowenien mit dem von ihm eingeführten Ethik-Kodex gerechtfertigt.

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Stürmer
Mario Balotelli wurde nicht für das Länderspiel der Italiener nominiert.
Foto: DPA

«Es geht um mehr als nur ums Gewinnen, es geht um unsere Glaubwürdigkeit», sagte Prandelli im Trainingslager in Coverciano. Der Coach hatte Mittelfeld-Routinier De Rossi und Stürmertalent Balotelli für die Partie am Freitag nicht berücksichtigt, weil sie nach Tätlichkeiten in der Champions League gesperrt sind.

Manchester-City-Spieler Balotelli war nach einer Kung-Fu-Einlage im Spiel gegen Dynamo Kiew vom Platz geflogen. Nach seinem Ausraster zeigte der aus disziplinarischen Gründen im vergangenen Jahr bei Triple-Sieger Inter Mailand ausgemusterte 20-Jährige nach einem Bericht der «Gazzetta dello Sport» Reue und rief Prandelli an. «Er hat um Hilfe gebeten, damit er nicht alles ruiniert», berichtete der Nationalcoach.

De Rossi, schon bei der WM 2006 in Deutschland als «Rambo-Fußballer» aufgefallen, hatte sich beim Champions-League-Aus des AS Rom in Donezk einen Ellenbogen-Check geleistet. Torwart Gianluigi Buffon bedauerte das Fehlen des Römers: «Einen wie De Rossi hätte man schon brauchen können», sagte der Keeper von Juventus Turin. Wegen De Rossis Sperre wird Buffon in Ljubljana bei den «Azzurri» der einzige Spieler aus der italienischen Weltmeistermannschaft von 2006 sein. In der EM-Qualifikation führt Italien die Gruppe mit zehn Punkten vor Slowenien (7) an.