Archivierter Artikel vom 03.06.2021, 11:31 Uhr

Porsche European Open

Golfturnier als Modellprojekt: Kaymer froh über Fans

Golfstar Martin Kaymer schlägt beim Europa-Tour-Turnier vor den Toren Hamburgs ab. Die Fans dürfen endlich wieder live dabei sein. Für die Veranstalter war es ein hartes Stück Arbeit.

Martin Kaymer
Martin Kaymer freut sich auf das Turnier in Winsen/Luhe.
Foto: David J. Phillip/AP/dpa

Winsen/Luhe (dpa). Deutschlands Top-Golfer Martin Kaymer freut sich bei der Porsche European Open im beschaulichen Winsen an der Luhe vor allem auf die Rückkehr der Fans.

Nach gut 19 Monaten Corona-Pandemie dürfen bei einem Turnier der Europa-Tour zum ersten Mal wieder Zuschauer auf den Platz. Im Rahmen eines Modellprojektes haben die Behörden täglich bis zu 2000 Fans auf der Anlage der Green Eagle Golf Courses vor den Toren Hamburgs zugelassen. „Ich freue mich sehr auf die Atmosphäre. Darauf mussten die Fans lange verzichten. Und wir Golfer auch“, sagte Kaymer.

Schwierige Planung durch das Coronavirus

Für die Turnier-Veranstalter und die Verantwortlichen der European Tour war es ein langer und harter Weg. Vieles musste angepasst und geändert werden. Wegen der verschärften Corona-Einreiseregeln für Großbritannien musste das mit 1,2 Millionen Euro dotierte Event um zwei Tage verschoben und verkürzt worden. Das Turnier beginnt an diesem Samstag und wird nur über drei Tage sowie über 54 statt 72 Löcher gespielt.

„Es waren intensive Wochen, aber es hat sich gelohnt. Dass die Porsche European Open als erstes hochklassiges Profigolf-Turnier in Europa vor Zuschauern ausgetragen werden kann, macht uns unglaublich glücklich“, sagte Turnierdirektor Dirk Glittenberg. Um in den Genuss von Live-Golf zu kommen, brauchen die Fans ein personalisiertes Ticket aus dem Vorverkauf und müssen einen maximal 24 Stunden alten negativen Corona-Test vorweisen. Zudem gelten die Maskenpflicht und die Abstandsregeln.

Harte Konkurrenz für Kaymer

Für den zweimaligen Major-Sieger Kaymer ist der spätere Turnierbeginn eine kleine Umstellung. „Da es nur über drei Tage geht, kannst du nicht sagen, ich schau mal, wie ich da so reinkomme. Da musst du schon an den ersten beiden Tagen aggressiv starten, um dich in eine gute Position zu bringen“, sagte der 36-Jährige aus Mettmann. „Es ist schon mein Ziel, um den Sieg mitzuspielen.“

Doch Kaymers Konkurrenz im niedersächsischen Winsen an der Luhe ist stark. Allen voran Titelverteidiger Paul Casey, der 2019 triumphierte, als das Turnier zuletzt stattfinden konnte. Der 43 Jahre alte Engländer befindet sich derzeit in hervorragender Form. Vor knapp zwei Wochen belegte er bei der PGA Championship in Kiawah Island einen starken vierten Rang. „Der Gejagte zu sein, ist eine schöne Position“, sagte Casey. Neben ihm gehören auch der Mexikaner Abraham Ancer, Henrik Stenson aus Schweden und Österreichs Golfstar Bernd Wiesberger zu den Favoriten auf den Titel.

„Green Monster“ als Herausforderung

Ein harter Gegner der Golf-Profis wird auch der 7057 Meter lange Par-73-Kurs sein – von vielen Spielern wird er auch ehrfurchtsvoll „Green Monster“ genannt. Kaymer hat diesen Platz noch nie gespielt. So ist die ehemalige Nummer eins der Welt auch „ein bisschen froh“, dass das Turnier erst am Samstag beginnt und er den Platz und seine Tücken im Training noch besser kennenlernen kann. „Es wird auf jeden Fall eine Herausforderung. Der Platz ist schon sehr lang, gerade, wenn wir ihn von ganz hinten spielen und auch noch der Wind dazukommt.“

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