Archivierter Artikel vom 28.10.2020, 15:34 Uhr

Grand Prix in Italien

Formel-1-Comeback in Imola wird Geisterrennen

Wenigstens ein paar Tausend Zuschauer für ein bisschen Atmosphäre? Nein! Italiens Regierung bleibt hart. Die Rückkehr nach Imola wird zum Grand Prix hinter verschlossenen Türen. Die Veranstalter machen sich auf Ärger mit frustrierten Fans gefasst.

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Imola
Zuletzt fand im Jahr 2006 ein Formel-1-Rennen in Imola statt.
Foto: Daniel Dal Zennaro/epa/ansa/dpa

Imola (dpa). Das „No“ der italienischen Regierung zu jeglichen Zuschauern so kurz vor dem Comeback der Formel 1 trifft die Veranstalter hart.

Auch auf Bitten von Regions-Präsident Stefano Bonaccini wollen der Premierminister und der Gesundheitsminister keine Ausnahme vom aktuellen gültigen Maßnahmen-Katalog in Italien im Kampf gegen das Coronavirus mehr machen, wenn die Motorsport-Königsklasse Samstag und Sonntag für ihren Grand-Prix-Schnelldurchlauf in der Emilia Romagna antreten wird.

„Die Regierung hat unsere Fans verbannt, darüber sind wir sehr enttäuscht“, sagte Imola-Chef Uberto Selvatico Estense dem Portal motorsport.com am Mittwoch. Zunächst war von 13.147 erlaubten Zuschauern ausgegangen und der Ticketverkauf entsprechend gestartet worden. Bonacchini hatte am 19. September eine Ausnahmeregelung unterzeichnet.

Seit Montag gilt im ganzen Land aber ein neuer Regierungserlass für mindestens einen Monat, der auch die bis dahin geltende Regelung von bis zu 1000 Zuschauern in Stadien bei Fußballspielen und anderen Sportarten aufgehoben hat. Die Serie A muss daher auch wieder zu Geister-Fußballspielen antreten.

Und auch die Formel 1 wird ohne Fans ihr Comeback nach 14 Jahren auf dem Autodromo Enzo e Dino Ferrari ohne Tifosi abhalten müssen. „Es ist nicht einfach, den Fans zu erklären, dass die Regierung ihre Meinung in so kurzer Zeit geändert hat“, wurde Imola-Chef Estense weiter zitiert. „Vor einer Woche wurde uns noch bestätigt, dass Zuschauer erlaubt sind.“

Die Verantwortlichen der Rennstrecke nahe Bologna setzten daher auch die Vorbereitungen so fort, als würden Zuschauer an diesem Samstag zum 90-minütigen Training und der anschließenden Qualifikation sowie beim Rennen am Sonntag erlaubt sein. „Wir haben eine Menge Geld ausgegeben, um bereit für diese Gelegenheit zu sein“, meinte Estense.

Selbst wenn sie die Rückerstattung garantieren wollen, ahnt er: „Wir werden Ärger kriegen mit Leuten, die versuchen, werden reinzukommen. Sie haben ein Ticket gekauft und verstehen nicht, warum sie nun ausgeschlossen sind.“

Es ist nicht das erste Rennen der Corona-Notsaison ohne Zuschauer – und wird auch nicht das letzte sein. Der Große Preis der Türkei in Istanbul – eine von vier Strecken wie auch Imola, die im eigentlichen Kalender nicht vorgesehen gewesen waren – wird in zweieinhalb Wochen nach der praktisch Weltweiten erneuten Zunahme an Corona-Zahlen auch entgegen einstiger Planung ein Geister-Event.

© dpa-infocom, dpa:201028-99-116808/2

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