Leipziger im E-Sport-Geschäft

Mitgründer von Dota-2-Team Nigma: Ziel bleibt International

Auf der Dreamhack Leipzig ist in diesem Jahr die Weltspitze im E-Sport-Game Dota 2 versammelt. Bei einem Major-Turnier geht es um Punkte, die WM-Quali und viel Geld. Auch ein Leipziger mischt mit.

Lesezeit: 3 Minuten
DreamHack Leipzig 2020
Über drei Tage hinweg spielen E-Sportler beim Dreamleague Major in Leipzig um ein Gesamt-Preisgeld von einer Million US-Dollar.
Foto: Alexander Prautzsch/dpa

Leipzig (dpa). Christoph Timm hat im E-Sport große Pläne. Mit dem Team Nigma, das der 29-Jährige mitgegründet hat und bei dem er sich nach eigenen Angaben um das Marketing und Sponsoring kümmert, will der Leipziger zum Dota-2-Weltmeisterschaft in Stockholm.

Bei „The International“, bei dem es 2019 um Preisgelder von 34 Millionen US-Dollar (rund 30 Millionen Euro) ging. Eigentlich sollte die Dreamhack Leipzig schon ein wichtiger Schritt nach Schweden sein.

Das Ziel für das Major-Turnier war für Nigma: gewinnen. Doch noch bevor es auf die große Messe-Bühne ging, ist das Team um den deutschen E-Sport-Star „KuroKy“ Salehi Takhasomi überraschend früh ausgeschieden.

„Es lief nicht gut. Es war einfach nicht gut gespielt von uns“, sagt Timm zur Niederlage gegen das Newcomer-Team Beastcoast. Das International im August gerate deswegen aber nicht außer Reichweite. Es kämen noch genug Möglichkeiten, Punkte zu sammeln und sich zu qualifizieren. „Wir machen uns eigentlich keine Gedanken, dass es nicht klappen könnte.“

Timm stammt aus Ostsachsen und ist selbst Gamer, wie er sagt. Allerdings nicht auf Profi-Level. Ins E-Sport-Geschäft ist er mehr oder minder reingerutscht. Über einen Job als Mechatroniker bei BMW in Leipzig sei er zum Marketing gekommen und vom Autobauer schließlich zu einem großen E-Sport-Team gewechselt.

Voriges Jahr habe sich dann die Gelegenheit ergeben, bei Nigma mitzumachen. „Ein solches Team mit solchen Spielern zu gründen – die Chance gibt es nur einmal im Leben“, sagt Timm.

Nigma besteht aus fünf Spielern, die als früheres Team Liquid sehr erfolgreich waren. „Die Spieler haben zusammen 22 Millionen Dollar Preisgeld verdient“, sagt Timm. Das entspricht knapp 20 Millionen Euro. „KuroKy“ aus Berlin hat bisher als einziger Deutscher die Dota-WM gewinnen können.

2019 entschieden die Spieler um „KuroKy“, Liquid zu verlassen und sich eine eigene E-Sport-Organisation zu bauen. „Team gründen heißt Firma gründen“, sagt Timm. Hinter Nigma stehe eine holländische Gesellschaft, an der die Spieler Anteile halten.

Nigma ist ein Dota-2-Team, dort sind die Spieler Weltklasse. Timm kann sich allerdings vorstellen, zu expandieren. In welche Spiele, sei noch offen. Die Fußballsimulation FIFA mag er zwar persönlich nicht übermäßig („Das ist kein richtiger E-Sport.“), aber es habe eine gewisse Relevanz erreicht. Bei Shootern wie Counterstrike könne er verstehen, dass große Sponsoren ihre Probleme mit dem Thema hätten.

E-Sport entwickelt sich auch in Deutschland zu einem Massenphänomen. Nach Angaben des Branchenverbandes game hat sich inzwischen schon jeder fünfte Deutsche einen E-Sport-Wettkampf angesehen, Tendenz steigend. In Asien und den USA ist E-Sport noch viel größer. Das Finale der WM in League of Legends, einem anderen großen E-Sports-Titel, verfolgten laut game 2018 fast 100 Millionen Menschen weltweit.

Wer das Major auf der Dreamhack Leipzig gewinnt, wird am Sonntag feststehen. Es ist das Highlight auf dem diesjährigen Gaming-Festival. Nach Angaben der Leipziger Messe ist es das erste Turnier bei der Leipziger Dreamhack mit Preisgeldern von einer Million US-Dollar.

Für Timm und Nigma geht es in den nächsten Monaten um noch größere Namen. Drei Major-Turniere kommen noch, in Los Angeles, Moskau und Singapur. Für das kleine Leipzig, findet Timm, ist es schon eine große Sache, dass die Stadt in dieser Reihe steht.

Dreamhack Leipzig