Europäisch-Amerikanisches Team

Complexity Gaming: Ein CS:GO-Team auf Odyssee durch Europa

Viele Turniere stellten wegen Corona auf Onlineformate um. Für das CS:GO-Team von Complexity war das eine besonderen Aufgabe, denn das Team besteht aus US-Amerikanern und Europäern. Die Amerikaner müssen jetzt in Europa leben – darunter auch ein 16-Jähriger.

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oBo
Die Mannschaft Complexity Gaming um den US-Amerikaner oBo spielt wegen Corona komplett aus Europa.
Foto: Complexity Gaming/dpa

Berlin (dpa). Corona sorgte auch im E-Sport für eine Menge Veränderungen. In „Counter-Strike: Global Offensive“, wo die Teams in Turnieren rund um die Welt antreten, fallen viele Großevents aus und werden durch regionale Ligen ersetzt.

Für die amerikanische Organisation Complexity Gaming ist die Situation eine besondere Herausforderung. Zwar liegen die Wurzeln des Teams in den USA, in der aktuellen Aufstellung sind aber drei Spieler Europäer. Da das Team daher im Major-System die Qualifikation in Europa bestreiten muss, befanden sich die Spieler zum Ausbruch der Pandemie bereits zum Trainingslager in Europa.

Mit der Verlegung der Turniere ins Internet fiel dann die gemeinsame Entscheidung, daran erstmal auch nichts zu ändern. „Sie wollten das beste aus der Situation machen, und möglichst viel gegen all die besten Teams der Welt trainieren“, sagt Sören Vendsahm, General Manager von Complexity, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Im ersten Trainingslager konnte das Team aber nicht lange bleiben. Der Trainingsraum der spanischen Organisation Movistar Riders in Madrid, in dem Complexity zu Gast war, wurde als öffentlicher Raum eingestuft und musste schließen.

Daraufhin zog das Team weiter nach Schweden, wo die Büros des Dota-Teams von Ninjas in Pyjamas genutzt werden sollten – auch aus diesem Plan wurde aber nichts, da NiP die Räume nach der Absage der ESL One Los Angeles plötzlich selbst benötigte. Erst in Dänemark, wo auch zwei der europäischen Spieler beheimatet sind, fand das Team schließlich eine etwas längerfristige Heimat.

Aus der im texanischen Frisco beheimateten Organisation sind nun zwei amerikanische Spieler gezwungenermaßen auf einem anderen Kontinent. Auch der erst 16-jährige Owen „oBo“ Schlatter verbringt die Pandemie damit getrennt von der eigenen Familie.

„Als ich von Nebraska nach Texas umgezogen bin, konnte ich schon lernen, wie ich damit umgehe, von Freunden und Familie entfernt zu sein“, sagt oBo im dpa-Interview. „Ich rede so oft wie möglich am Telefon mit meiner Familie, um sie auf dem Laufenden zu halten.“

Auf absehbare Zeit soll sich nichts an den Plänen ändern. Auch, weil das verlängerte Trainingslager Complexity weiterhilft, sagt oBo: „Wir haben festgestellt, dass es sogar einen positiven Effekt auf unsere Leistung hat. Wir harmonieren mehr miteinander.“

Auch den Rest der Major-Qualifikation wird des Team deshalb in Europa bestreiten, nach dem Ausscheiden aus den Dreamhack Masters geht es nun weiter nach Serbien. Ohnehin sei momentan schwer einzuschätzen, wann eine Rückkehr in die USA möglich sei, sagt Vendsahm mit Blick auf die Reisebeschränkungen: „Wir planen im Moment nicht in Monaten, eher Woche für Woche, weil sich alles so schnell ändert.“

© dpa-infocom, dpa:200612-99-402080/3

Zeitplan der DreamHack Masters