Neue Liga für Blizzard-Moba

Community Clash League: Comeback für Heroes of the Storm?

Nach dem abrupten Ende der von Entwickler Blizzard organisierten Turniere in Heroes of the Storm war die E-Sport-Disziplin für viele totgeglaubt. Doch dank neuer Initiativen wie der Community Clash League nimmt der Moba-Titel wieder Fahrt auf.

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Heroes of the Storm
Der Deutsche HOTS-Spieler Dennis «HasuObs» (r) Schneider bei der HGC im Jahr 2018.
Foto: Corey Sandler/Blizzard Entertainment/dpa

Irvine (dpa). Es ist rund zwei Jahre her, da war plötzlich Schluss. Software-Entwickler Activision Blizzard kündigte an, die „Heroes Global Championship“ im Spiel Heroes of the Storm im Jahr 2019 nicht fortzführen. Für viele war das das Ende für die E-Sport-Disziplin.

Doch unterstützt durch die Community versucht HOTS nun ein Comeback. „Da Blizzard damals sehr viel Geld in eine noch sehr junge Szene gesteckt hat, kann ich mir vorstellen, dass man sich etwas übernommen hat“, sagt Erik „DoA“ Lonnquist im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. DoA kommentiert die HOTS Community Clash League (CCL), einen möglichen Neustart für die Szene.

„Eine Reduzierung des Preisgeldes hätte wenige überrascht. Doch den Menschen einfach den Boden unter den Füßen wegzuziehen, war echt nicht super“, sagt DoA. „Es war echt hart für manche Menschen. Einige sind extra nach Los Angeles umgezogen und steckten dort plötzlich ohne Job fest.“ Auch weil der Entwickler nicht nur die WM-Serie, sondern auch die Nachwuchs-Liga auf Eis legte, traf es die Szene besonders hart.

„Nach dem Exit von Blizzard waren vor allem Grassroots-Turniere wie die Nexus-Gaming-Serie und die Heroes Lounge die Institutionen der Disziplin“, sagt Chris „Bahamut“ Oniciu, ebenfalls Kommentator der CCL. „Diese waren enorm wichtig, um die Szene am Leben zu halten.“

Die erste CCL-Saison soll nun eine der größten HOTS-Veranstaltungen seit 2018 werden. Sie läuft vom 7. November bis zum 17. Januar.

„Ich respektiere sehr, was die Grassroots-Ligen geleistet haben, aber ich denke, dass die CCL definitiv den nächsten großen Schritt des professionellen HOTS darstellt“, sagt Bahamut. Tatsächlich hat die Szene seit einiger Zeit kein so lukratives Turnier erlebt. Die knapp 35.000 US-Dollar Preisgeld stammen größtenteils vom Organisator HeroesHearth Media. Mit mehr als 6.000 US-Dollar wird ein Teil aber auch durch Spenden von Fans finanziert.

Um dieses Preisgeld werden vor allem neue Teams konkurrieren. Sechs der acht Kader der CCL wurden in diesem Jahr extra dafür zusammengestellt. Lediglich das schwedische Granit Gaming und das amerikanische Team Simplicity können ihre Geschichte bis zur letzten Heroes Global Championship zurückführen.

Der bekannteste der insgesamt sechs deutschen Spieler der CCL ist wohl Dennis „HasuObs“ Schneider, der es 2018 mit Team Liquid bis in die Top Vier der HGC schaffte. Als E-Sport-Veteran kann „HasuObs“ auch auf lange Karrieren in Warcraft 3 und Starcraft 2 zurückblicken.

Heroes of the Storm ist in vielen Bereichen einstiegsfreundlicher als andere Titel aus dem Genre Multiplayer Online Battle Arena (Moba). In vergleichbaren Titeln wie League of Legends und Dota 2 müssen Spieler nicht nur ihre Helden beherrschen, sondern sich auch über 150 Gegenstände einprägen. Diese Items fallen in HOTS weg.

Die Helden kommen darüber hinaus aus anderen Blizzard-Titeln, die jeweils eine große Fangemeinde haben – darunter die Reihen Warcraft, Diablo, Overwatch und Starcraft.

Diese Vorteile könnten dem Titel laut DoA sogar wieder ein moderates Wachstum und weitere Turniere bescheren. „Unser Spiel ist nicht tot und das werden wir bei diesem Turnier beweisen. Wir wollen uns nicht vom Entwickler sagen lassen, was ein E-Sport ist und was nicht“, sagt der Kommentator. „Das zu entscheiden liegt an den Fans.“

© dpa-infocom, dpa:201109-99-272042/3

Blizzard stellt HGC ein

Chris “Bahamut„ Oniciu

Erik “DoA" Lonnquist

Turnierwebsite/Schedule

HasuObs

Granit Gamign

Simplicity

Twitch-Kanal des Turniers