Archivierter Artikel vom 23.06.2019, 07:31 Uhr
Hamburg

Boxtrainer

Wegner kritisiert Schwarz: „Ganz miserable Vorstellung“

Trainer-Legende Ulli Wegner will weitermachen, bis er 100 ist. Heftige Kritik übt der 77-Jährige an Schwergewichtsboxer Tom Schwarz – und nimmt die öffentlich-rechtlichen Sender in die Pflicht.

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Box-Trainer
Ulli Wegner fühlt sich noch fit genug für seinen Beruf.
Foto: Jan Woitas – dpa

Hamburg (dpa). Mit scharfer Kritik hat Trainer Ulli Wegner auf die eklatante Niederlage des Schwergewichtsboxers Tom Schwarz gegen Tyson Fury vor einer Woche reagiert.

„Eine ganz miserable Vorstellung. Schwarz hat dem Boxsport keinen guten Dienst erwiesen“, sagte Wegner der „Bild am Sonntag“ und ergänzte: „Gegen so einen Klassemann wie Fury kann man nicht offensiv boxen. Da stimmte nur die Kohle für Manager und Sportler.“

Als deutsche Hoffnungsträger auf einen Titelgewinn nannte der 77 Jahre alte Trainer den 40 Jahre alten Ex-Weltmeister Jürgen Brähmer (Supermittelgewicht) , Ex-Champion Jack Culcay (33/Halbmittel), Agit Kabayel (26/Schwer), Dominic Bösel (29/Halbschwer), Vincent Feigenbutz (23/Supermittel) und Abass Baraou (24/Halbmittel).

In den erfolgreichen Zeiten des deutschen Boxens seien die internationalen Champions nach Deutschland geholt worden, sagte Wegner. „Jetzt haben wir das Geld nicht mehr. Investoren und Sponsoren müssen her. Boxen muss wieder in die ARD und ins ZDF“, forderte der Coach. Er beklagte, dass er von der Führung des Sauerland-Stalls „bei vielen Sachen nicht zurate gezogen wurde“ und verlangt eine „bessere Kommunikation“.

An ein Karriereende denkt der Erfolgscoach noch lange nicht. „Ich habe eine Verantwortung für die Jungs. Ich sehe es als meine Pflicht an, diese jungen Sportler zu Top-Leistungen zu bringen. Ums Geld geht es mir nicht mehr. Wenn ich gesund bleibe, mache ich bis 100 weiter.“

Interview “Bild am Sonntag" (kostenpflichtig)