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SCB hat Pech mit den Elfmetern

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In Birkenfeld staubte es häufig. Auf dem kaum zu bespielendn Hartplatz waren Zweikämpfe Trumpf. Hier attackiert SCB-Torschütze Alexander Agapov seinen Gegenspieler. Tobias Prietzel schaut zu. 
Foto: Manfred Greber
In Birkenfeld staubte es häufig. Auf dem kaum zu bespielendn Hartplatz waren Zweikämpfe Trumpf. Hier attackiert SCB-Torschütze Alexander Agapov seinen Gegenspieler. Tobias Prietzel schaut zu.
Foto: Manfred Greber

Acht Minuten vor Schluss wollte Heil zum Held seines Teams werden. Der Torhüter trat beim Stande von 1:2 zum Foulelfmeter an, den SCB-Keeper Vladimir Tokarev verursacht hatte. Heil will also ausgleichen, schießt – Tokarev hält. Und Heil ist der Versager. Doch nur für Sekundenbruchteile. Denn Raphael Philipp hat am schnellsten geschaltet und versenkt den Nachschuss. Es steht doch 2:2, und Heil ist zumindest die Versagerrolle los. Elf Minuten später, in der dritten Minute der Nachspielzeit, "watzt" Sebastian Schroeer Benny Ritter vollkommen unmotiviert an den Knöchel. Und weil das Ganze im Strafraum passiert, gibt es Elfmeter für den SC Birkenfeld. Daniel Washington schnappt sich die Kugel, läuft an, schießt flach mit dem Spann – und Heil hält (90.+3). Und jetzt ist der Schlussmann tatsächlich der Held.

"Wir verschenken die Punkte", ärgerte sich Birkenfelds Trainer Michael Rodenbusch nach der Partie. Am meisten nervte den Coach dabei nicht der verschossene Strafstoß in der Nachspielzeit, sondern die Entstehung der beiden Gegentore, speziell des zweiten. Nanzdietschweiler schlug die Kugel nämlich einfach mal lang in den Strafraum. Kein Problem für einen Schlussmann, wenn er sofort herauskommt. Doch Tokarev zögerte, wartete, machte einen Schritt vor, einen zurück, ging dann doch heraus – und kam zu spät. Beim Versuch, die Kugel wegzufangen, erwischte er Erich Franz im Gesicht, und es gab jenen Elfmeter, den Philipp im Nachschuss zum 2:2 verwandelte. "Ich bin mir sicher, dass nichts mehr passiert wäre", sagte Rodenbusch nicht zu Unrecht.

Die Partie war nicht schön anzusehen, doch wer auf dem Platz war, der konnte verstehen, warum. Der Hartplatz in Birkenfeld war mit Löchern übersät, Fußball mit ansehnlichem Passspiel war deshalb schlicht unmöglich. Logisch, dass lange, hohe Bälle, Kopfballduelle und Gestochere die Trümpfe waren. Torchancen in Hälfte eins gab es genau eine. Die nutzte der SCB zum 1:0. Marco Orth hatte sich toll durchgesetzt und quergelegt. Alexander Agapov musste den Ball nur noch ins leere Tor schießen (45.).

Nach einer Stunde beging Alexander Engel ein ungeschicktes Foul. Den anschließenden Freistoß-Strahl von Andreas Urschel parierte Tokarev noch, aber Andre Reidenbach donnerte den Nachschuss flach zum 1:1 ins SCB-Tor (60.). Anschließend besaß der SCB zwei glänzende Chancen zur Führung, doch Michael Dziubany (61.) und Orth (68.) scheiterten an Heil. Doch dann lupfte Andi Grebe genial in die Spitze. Orth war schneller als der zögerliche Heil und spitzelte den Ball zum 2:1 in den Kasten (70.). Allerdings hätte der Treffer nicht zählen dürfen, denn Orth stand minimal im Abseits.

Tatsächlich kontrollierten die Birkenfelder die Begegnung nun, und eigentlich durften die Zuschauer nicht mehr auf Spannung hoffen. Doch wie so oft im Fußball wurde es schließlich urplötzlich doch noch spektakulär, als der Elfmeterwahnsinn in der Schlussphase seinen Lauf nahm und der SCB dabei zwei Zähler vergeigte.

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