40.000
Aus unserem Archiv

FSV Bretzenheim mit viel Tempo, TSV Langenlonsheim wehrt sich nicht

Kein Teaser vorhanden

Im Basketball würde man es ein "Missmatch" nennen: Der Bretzenheimer Johannes Balzer (rechts) versetzte seinen Langenlonsheimer Gegenspieler Waldemar Stoll im Derby regelmäßig.
Foto: Klaus Castor
Im Basketball würde man es ein "Missmatch" nennen: Der Bretzenheimer Johannes Balzer (rechts) versetzte seinen Langenlonsheimer Gegenspieler Waldemar Stoll im Derby regelmäßig.
Foto: Klaus Castor

Das erste Gegentor machte TSV-Trainer Michael Schilz als Anfang vom Ende aus. "In den ersten 15 Minuten haben wir ordentlich begonnen", erklärte er. Ausgangspunkt des 1:0 (16.) war ein Handspiel gewesen. "Strittig", fand Schilz die Entscheidung, nach dem Zweikampf von Übeltäter Erik Coutandin und Alan Zimmermann auf Freistoß zu entscheiden. Zimmermann nahm Maß. Bemerkenswert: Trotz der großen Distanz (rund 30 Meter) donnerte er den Ball nicht auf den Kasten, sondern schoss das Leder mit viel Effet. Das schien Torsten Bochinsky im TSV-Kasten zu überraschen, denn er ließ das Leder an den Pfosten knallen. Den Abpraller drückte Kevin Lautermann über die Linie. "Danach sind wir in alte Muster verfallen. Die Köpfe sind nach unten gegangen. Wir haben uns nicht gegen die drohende Niederlage gestemmt", bemerkte Schilz.

Das galt vor allem für die rechte Abwehrseite des TSV. Waldemar Stoll erwischte einen rabenschwarzen Tag, sah kein Land gegen einen überragenden Johannes Balzer. Immer wieder zog der mit viel Tempo auf und davon und flankte brandgefährlich. Bei den Langenlonsheimern kamen taktische Defizite hinzu. Stoll ließ sich immer wieder in die Mitte ziehen, dadurch entstanden auf den Außen Räume. "Klar kann man das jetzt auf Waldemar und Alex Hase schieben. Ich finde aber, dass wir vorne zu viele Bälle zu schnell verloren haben. Und dann hatten wir in der Rückwärtsbewegung nicht die notwendige Ordnung", analysierte Schilz. Beim 2:0 reichte ein Einwurf, um die Langenlonsheimer auszuhebeln. Jens Lunkenheimer warf überraschenderweise nicht die Linie entlang sondern in die Mitte. Matthias Mahr köpfte dort den Ball zu Alan Zimmermann, der – natürlich auf der linken Seite – mit einem Traum-Pass Lautermann auf die Reise schickte. Er schloss erfolgreich ab. Beim 3:0 verwertete dann Balzer nach Zimmermann-Zuspiel. Beim 4:0 durfte Balzer nach einem super Angriff völlig frei auf Matthias Mahr spielen, der trocken abzog. "Johannes hat sehr gut gespielt", lobte FSV-Trainer Claudio Rodrigues. 30 Minuten waren gespielt, als das 4:0 gefallen war.

Der Rest war nicht mehr prickelnd. Der TSV wechselte vor der Pause zweimal aus Verletzungsgründen, der FSV konnte sich den Luxus erlauben, den rot-gefährdeten Mahr eine Minute vor der Pause auszutauschen. "Wir haben der Mannschaft in der Halbzeit gesagt, dass wir keine Verletzten und keine Rote Karten wollen", erklärte Rodrigues. Das gelang, und in Gefahr geriet der FSV auch im Energiesparmodus nicht. Den Abschluss setzte Lautermann mit schönem Seitfallzieher. Müßig zu erwähnen, dass Balzer die Flanke geschlagen hatte. Patrick Rusch hatte ihn geschickt angespielt. Auffällig: Im Vorfeld hatte Zimmermann die zweite Reihe kritisiert. Das zeigte Wirkung: Cedric Neisius machte ein gutes Spiel, war unheimlich beweglich, anspielbereit und erarbeitete sich viele Chancen, an deren Verwertung er aber arbeiten muss. Auch Stefan Zillger, der erstmals von Beginn an spielte, zeigte als Linksverteidiger gute Ansätze.

Von unserem Redakteur Olaf Paare

Regionalsport Süd - Klasse 1 - Landesliga
Meistgelesene Artikel