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Bundesliga-Faustballer des TV Weisel gewinnen ganz locker gegen Grafenau

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Garanten für den Heimsieg gegen den TSV Grafenau: Weisels Adrian Debus (vorne) und Philipp Kern (rechts) machten mächtig Druck.
Garanten für den Heimsieg gegen den TSV Grafenau: Weisels Adrian Debus (vorne) und Philipp Kern (rechts) machten mächtig Druck.
Foto: Daniel Schmelzei

"Damit hatte ich nicht gerechnet", staunte Lebert nach dem Sieg in eigener Halle auf der Heide, wo nach morgendlichem Schneechaos nicht viel mehr als 30 Zuschauer auf der Tribüne saßen. Die Besucher erlebten, dass die Akteure des TVW keinesfalls mit müden Beinen zu kämpfen hatten – trotz des neun Sätze langen Einsatzes im Auswärtsspiel. Die Grafenauer hatten ihr 1:5 beim Spitzenreiter TSV Pfungstadt wesentlich schneller hinter sich gebracht. "Die wussten, dass sie da verlieren", so Lebert.

Nun ging Weisel im ersten Satz gleich mit 3:0 und dann 7:1 in Führung. Schlagmann Patrick Schiep verwandelte einige schöne Bälle. Die Effizienz gefiel Lebert – in Waibstadt war sie lediglich phasenweise vorhanden gewesen. Nach einer Auszeit verkürzten die Gäste noch einmal, das änderte jedoch nichts daran, dass die Einheimischen den Durchgang klar mit 11:6 für sich entschieden.

Enger ging es im folgenden Abschnitt zu. Lebert verlangte jetzt in einer Auszeit mehr "Feuer" und Emotionen von seinen Männern, denn keiner sollte an einen Selbstläufer denken. Dass der Appell nötig und letztlich auch fruchtbar war, zeigte sich an den Zwischenständen: 8:4 lagen die Weiseler in Front, mussten den Ausgleich hinnehmen und gewannen am Ende mit 11:8, wobei Schiep den letzten Zähler mit einem raffinierten Stoppball in die Feldmitte erzielte.

Der dritte Satz war für Lebert der entscheidende, zumal er hart errungen werden musste. Mit 0:2 und 1:4 befanden sich die Gastgeber im Hintertreffen, ehe sie beim 6:6 egalisierten und danach davonzogen. Adrian Debus gefiel in diesen Minuten mit einigen überlegten Angriffsschlägen, die zu Punkten führten. "Ich glaube, Grafenau hat den Abstiegskampf schon ein wenig aufgegeben", sagte Weisels Trainer über die psychologische Wirkung auf den sieglosen Tabellenletzten aus dem Kreis Böblingen.

Mit einigen Angabefehlern und sogar einem Fehler beim Spielerwechsel halfen die Grafenauer nach der Pause im fünften Satz den Weiselern. Dennoch wurde es nach einem 9:4 noch einmal knapp, ehe es erneut 11:8 stand. Die Mittelrheinischen gaben sich in Sachen Konzentration trotz des großen Vorsprungs insgesamt keine Blöße. Die Basis des Erfolgs bildete die stabile und ruhig agierende Abwehr, wenngleich diese Lebert in Waibstadt noch etwas besser gefallen hatte.

Als im fünften Abschnitt der TVW aus einem 6:6 ein 9:6 machte, war der wichtige Heimsieg bereits greifbar. Schiep vollendete schließlich mit einem sehenswerten Ass. Übrigens hatten die Weiseler in rund 75 Minuten Spielzeit nicht ein einziges Mal ihre Formation geändert: Philipp Kern, Sebastian Kern und Fabian Schupp spielten in der Abwehr durch, ebenso wie weiter vorne Adrian Debus und Patrick Schiep.

Auf der Bank saß der junge Steven Platt, genauso wie Roman Debus, der nach gesundheitlichen Problemen aber in Waibstadt mitgewirkt hatte. Auch Eike Biermann lief im Kraichgau auf. Doch nicht wegen der Personalien empfand Stefan Lebert den Auftritt in der Fremde als ein "Wellental". 1:2, dann 3:2 und 3:4 lauteten aus der Sicht des Aufsteigers die Zwischenstände.

"Es war ein richtiges Abstiegsduell", fasste Lebert zusammen. Im zweieinhalb Stunden währenden Schlagabtausch filterte er den Übergang nach der 3:2-Satzführung als prägnant heraus. Eben hatten die Weiseler eine Aufholjagd ihrer Gegner überstanden und sich den Satz geholt. Im Anschluss gerieten sie rasch mit 0:5 in Rückstand und verloren. Zudem habe der Angriff nicht genügend Bälle verwandelt. Trotzdem überwiegt der Optimismus im Advent: Außer der Übermannschaft Pfungstadt sei niemand unbezwingbar, meint Lebert.

Von unserem Mitarbeiter

Thorsten Stötzer

TV Weisel: R. Debus, Schiep, A. Debus, Schupp, S. Kern, P. Kern, S. Platt, Biermann.

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