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    Mockenhaupt feiert in London das Ende eines langen Wettkampfs

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    Mockenhaupts Wunsch nach einem ruhigen Anfang wird an diesem Abend im Olympiastadion von London nicht erfüllt, dennoch vollendet sie an diesem Abend einen Traum. "Ich habe einige harte Monate hinter mir mit meiner Verletzung", erklärt die Läuferin der LG Sieg in der Nacht in den Katakomben das Stadions. Ihre Familie, die Eltern, Freunde und Verwandte wissen, was sie durchgemacht hat, wie sie dafür gekämpft hat, wieder aus dem Loch zu kommen nach ihrem Trainerwechsel vor einigen Monaten und dem Ermüdungsbruch im Fuß Anfang des Jahres. "Ich bin unheimlich glücklich, dass ich hier laufen durfte", sagt sie, "wer schafft es schon, dreimal bei Olympischen Spielen zu starten?" Mockenhaupt lächelt, obwohl viele kritische Beobachter einen 17. Platz unter dem Gesichtspunkt der Medaillenjagd als nicht allzu hoch bewerten dürften. "Ich finde es auch schlimm, wie auf den Schwimmern rumgeschimpft wird", sagt sie, "aber so ist das in unserer Gesellschaft, da zählen leider nur die Medaillen."

    Der 10 000-Meter-Endlauf von Sabrina Mockenhaupt ist so ein Wettkampf, der unter anderen Gesichtspunkten bewertet werden sollte. Da steht eine Athletin an der Startlinie, die sich zu den Spielen gekämpft hat, die an sich geglaubt hat und bis zum letzten Tag vor den Spielen hart gearbeitet hat. Aus der Höhe des Schweizerischen St. Moritz ist sie kurzfristig nach London gekommen, bis zuletzt hat sie auf 1800 Metern für diesen olympischen Endlauf noch Tempo und Kilometer gesammelt. Sie ist einem viel größeren Rückstand hinterhergelaufen als an diesem Abend im Olympiastadion.

    Wieder einmal ist es vor allem der unbändige Willen, der die zierliche Mockenhaupt zu einer großen Darstellerin in diesem herausragend schnellen Endlauf werden lässt. Natürlich richtet sich der Blick auf die Spitze, wo sich die japanische Herrlichkeit bald in Wohlgefallen auflöst, als vor allem Werknesh Kidane (Äthiopien) und die Kenianerin Vivian Cheruiyot das Kommando übernehmen. Dort läuft am Ende ein Rennen der Großmächte Äthiopien gegen Kenia, das die große Favoritin Tirunesh Dibaba in 30:20,75 Minuten dank einer unfassbaren 59er-Schlussrunde gewinnt.

    Es ist durch die frühe japanische Attacke ein schnelles Rennen bei hartem Wind und kühlen 17 Grad, neun Athletinnen verbessern ihre persönliche Bestleistung. Das gelingt Mockenhaupt in 31:50,35 Minuten zwar nicht, aber sie strahlt dennoch und winkt, als sie im Ziel ist. "Es ist die absolute Weltklasse am Start", sagt sie nach einem Rennen, bei dem sie mehr als 8000 Meter allein im Wind läuft, abgehängt von der Gruppe um Afrika und den Rest der Welt. Sie kämpft sich durch und freut sich, dass sie in London das große Ziel nach einer langen harten Zeit erreicht. "Das ist ein riesiger Erfolg für mich", sagt sie. Es ist ein 17. Platz, der allen Anlass dazu bietet, stolz zu sein.

    Aus London berichtet unser Redakteur Volker Boch

    Regionalsport Ost - Klasse 6 - Sonstiger Sport
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