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Ein Pyrrhussieg im Abstiegskampf

Fußball-Oberliga – Der SV Gonsenheim schlägt die TSG Pfeddersheim mit 1:0 – Kotrainer Niels Magin: Verdacht auf Achillessehnenriss

Zug zum Tor: SVG-Stürmer Aleksandar Petreski (rechts) vermochte sich zwar nicht immer im gegnerischen Strafraum durchzusetzen, erzielte aber in der 59. Minute den Siegtreffer für seine Elf gegen die TSG Pfeddersheim. 
Foto: Braun
Zug zum Tor: SVG-Stürmer Aleksandar Petreski (rechts) vermochte sich zwar nicht immer im gegnerischen Strafraum durchzusetzen, erzielte aber in der 59. Minute den Siegtreffer für seine Elf gegen die TSG Pfeddersheim.
Foto: Braun – Harry Braun

Schock für den SV Gonsenheim gestern Abend in der Nachholpartie der Fußball-Oberliga zu Hause gegen die TSG Pfeddersheim: Niels Magin, gerade erst anderthalb Minuten im Spiel, knickt in der 82. Minute ohne Fremdeinwirkung um und bleibt mit schmerzverzerrten Gesicht liegen. Der seit der vergangenen Saison vom Verletzungspech verfolgte Kotrainer muss mit der Trage vom Platz und sogleich ins Krankenhaus gebracht werden. Bevor Magin zu Boden gegangen ist, war ein lauter Knall wie ein Peitschenschlag zu hören: Verdacht auf Achillessehnenabriss.

"Wenn sich diese böse Vorahnung bestätigt, dann war das heute Abend hier ein Pyrrhussieg", sagte SVG-Trainer Aydin Ay nach dem wichtigen 1:0 (0:0)-Sieg seiner Mannschaft gegen den Aufsteiger, der nach dieser in den Augen seines Trainers Norbert Hess "unverdienten Niederlage, denn wir waren die bessere Elf, die Engagement gezeigt hat, aber durch einen dummen Fehler und Undiszipliniertheiten verloren hat" auf Platz 15 verharrt. Die Gonsenheimer sind nach dem zweiten 1:0-Sieg innerhalb von vier Tagen auf Platz elf geklettert und haben sich nun schon einen gehörigen Punktepuffer auf die akute Abstiegszone geschaffen.

Zwei dreckige Siege

"Ein kluger Mann hat einmal gesagt ,man muss dreckig gewinnen'", sagte Ay. "Das waren nun zwei dreckige Siege gegen die Sportfreunde Köllerbach und die TSG Pfeddersheim. Heute sind Freunde des Abstiegskampfes richtig auf ihre Kosten gekommen, dafür war das ein gutes Spiel. Somit haben wir unser Ziel erreicht. Wir wollten aus diesen beiden Partien sechs Punkte holen, das ist uns gelungen." Gelungen ist es den Gonsenheimern nach der Winterpause insbesondere, die Abwehr zu stabilisieren. Ay: "Wir wollen zwar schon auch noch schön spielen, aber keine Punkte mehr herschenken. Die Gegner sollen sich bei uns richtig anstrengen müssen."

Das taten die jederzeit gleichwertigen und lauffreudigen Gäste auch vom Anpfiff weg, hatten die erste Viertelstunde auch das Heft in der Hand und danach, als die Gonsenheimer langsam Schwung aufnahmen, auch die besseren Chancen. Ein Freistoß des in der Winterpause von der SpVgg Ingelheim verpflichteten Stürmers Marcel Veek strich knapp am Tor vorbei (16.), Alexander Nazarov kam völlig frei zu Schuss und scheiterte an SVG-Keeper Marvin Bylsma (27.), eine fulminante Direktabnahme von Sebastian Schulz verfehlte nur knapp das Tor (30.). Die beste Gonsenheimer Gelegenheit hatte Johnny Zinram, der nach einem Diagonalpass von Babak Keyhanfar den Ball aus wenigen Metern übers kurze Eck drosch (24.).

Das Manko der Gonsenheimer im zweiten Teil der ersten Hälfte: Sie spielten ihre Überzahlsituationen nicht konsequent genug aus. Der erste Teil der zweiten Hälfte bot jede Menge Ecken und Freistöße auf beiden Seiten. Und das Tor des Tages, das Aleksandar Petreski mit seinem sechsten Saisontreffer nach knapp einer Stunde erzielte (59.). Die Gonsenheimer hatten den Ball vorm Pfeddersheimer Strafraum laufen lassen, dann setzte sich Zinram plötzlich nach links ab und auf der Grundlinie durch und passte nach innen. Petreski war entschlossen mitgelaufen und vollendete zum Siegtreffer.

Zwei Abseitstore

Die Pfeddersheimer wehrten sich, wollten nicht mit einer Niederlage nach Hause fahren. Ein Abseitstor von Kevin Gotel (70.) und ein vermeintliches Abseitstor von Nazarov (74.), der mit dieser Entscheidung nicht einverstanden war und für seine Form des Protestes die Gelb-Rote Karte sah, brachten noch einmal Hektik ins Spiel. Insbesondere wegen der Verletzung von Magin gewährte der Schiedsrichter fünf Minuten Nachspielzeit, in der der gerade erst eingewechselte Steve Kaiser die Nerven verlor und SVG-Spielmacher und Kapitän Ertan Ekiz an der Außenlinie brutal umsäbelte. Rot. Mit vollem Sündenregister und leeren Händen verließen die Wormser Vorstädter den Wildpark. Sichtlich angeschossen. Armin Franz


SV Gonsenheim – TSG Pfeddersheim 1:0 (0:0)

SV Gonsenheim: Bylsma – Hoengen, Heintz, Itjeshorst, Gsimbsl – Zinram, Ekiz, Kimnach, Keyhanfar – Petreski (80. Magin, 86. Rudolf), Güclü (75. Danielewski)

TSG Pfeddersheim: Müller – Miehe, Siebecker (83. Kaiser), Tillschneider, Cuc – Schulz, Klotz, Berisha (88. Oberle), Nazarov – Gotel, Veeck.

Schiedsrichter: Florian Götte (Frankfurt/Main). Zuschauer: 80.

Tor: 1:0 Petreski (59.).

Gelb-Rot: Nazarov (TSG, 75.).

Rot: Kaiser (TSG, 90+3).

Regionalsport Mainz
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