40.000
  • Startseite
  • » Ringen: Dogan hungert sich zu seinem zweiten Sieg
  • Aus unserem Archiv
    Bonn

    Ringen: Dogan hungert sich zu seinem zweiten Sieg

    Noch eine Begegnung müssen die Ringer des ASV Mainz 88 schadlos überstehen, dann sind sie ungeschlagen durch die Bundesliga-Hauptrunde marschiert. Beim TKSV Bonn-Duisdorf gewannen die 88er den vorletzten Kampf vor den Play-offs mit 30:10. Dabei standen im Mainzer Team in Marco Weber, Dennis Forschner, Ercihan Albayrak und Ugur Dogan gleich vier Athleten aus dem Regionalligateam. Allerdings boten auch die Bonner nicht ihre Bestbesetzung auf.

    Ugur Dogan war in Bonn obenauf. Dem Schwergewichtler aus der Zweiten Mannschaft des ASV Mainz 88 gelang in seinem vierten Bundesligakampf im Halbschwergewicht der zweite Sieg.
    Ugur Dogan war in Bonn obenauf. Dem Schwergewichtler aus der Zweiten Mannschaft des ASV Mainz 88 gelang in seinem vierten Bundesligakampf im Halbschwergewicht der zweite Sieg.
    Foto: MRZ

    Von Gert Adolphi

    "Der klare Sieg freut mich besonders, weil wir mit einer Mischung aus jungen Wilden und erfahrenen Leuten angetreten sind", sagte ASV-Cheftrainer Davyd Bichinashvili. "Mit einem Sieg hatten wir schon gerechnet, aber nicht mit einem so deutlichen Ergebnis. Es ist optimal gelaufen."

    100 Gramm bringen vier Punkte

    Zwei der vier Ringer aus der Zweiten Mannschaft trugen mit Siegen zu diesem Ergebnis bei. Albayrak sackte kampflos ein 4:0 ein, da David Harth, ein Bruder des Mainzers William Harth, 100 Gramm zu viel auf die Waage brachte. Es kam auch zu keinem Schaukampf, da Duelle zwischen Jugendlichen und Gegnern mit Übergewicht nicht erlaubt sind.

    Eine erstaunliche Entwicklung nimmt Ugur Dogan. Der 30-Jährige ist eigentlich im Schwergewicht zu Hause. Doch für Einsätze in der Bundesliga hungert sich Dogan ins 96-Kilo-Limit herunter. Bei seinen ersten Auftritten im Halbschwergewicht hatte er nach dem Gewichtmachen Kraft- und Konditionsprobleme, doch gegen Justin James gelang ihm bereits der zweite Sieg im vierten Kampf in dieser Klasse. Und mit 12:6-Wertungspunkte fiel der auch gleich deutlich aus und bescherte der Mannschaft 3:1 Zähler. "Ugur wird langsam einer unserer Siegringer", lobte Bichinashvili. "Man sieht bei ihm eine Entwicklung. Am Anfang hat er sich schwergetan. Jetzt läuft’s."

    Ilir Sefaj, Mahmut Bayoglu, Olegk Motsalin und Elizbar Odikadze feierten technisch überlegene Punktsiege, Iliyas Özdemir legte seinen Gegner auf die Schultern. Gerade einmal 57 Sekunden benötigte Neuzugang Sefaj, um 13 Wertungspunkte zu sammeln. Mit Bein- und Doppelbeinangriffen zermürbte der 88er Furkan Mutluer. "Wir haben immer gesagt: das kommt bei ,Lili’ noch", erläuterte der Cheftrainer. "Er steigert sich. Das freut uns. Wir wissen jetzt, dass wir mit ihm die richtige Wahl getroffen haben."

    Bayoglu, den die Mainzer längere Zeit nicht mehr eingesetzt hatten, tat sich am Anfang gegen Michael Schubert schwer. Fast eine halbe Minute verstrich, ehe ihm die erste Wertung gelang. Doch dann war Bayoglu in seinem Element und beendete den Kampf nach 1:15 Minute vorzeitig.

    Klare Erfolge von Motsalin und Odikadze hatten die Mainzer erwartet. Odikadze ließ auch gar nichts zu, hatte nach der ersten Runde schon einen 10:0-Vorsprung herausgearbeitet und machte nach der Pause schnell alles klar. Motsalin brauchte etwas mehr Anlaufzeit, geriet zunächst 0:2 in Rückstand, glich nach anderthalb Minuten aus und war von da an Chef auf der Matte.

    Özdemir war Kai Stein von Beginn an deutlich überlegen. Mit einem Schleuderwurf zwang der 88er seinen Kontrahenten auf den Boden und ließ ihm keine Luft mehr, bis Stein mit den Schultern die Matte berührte.

    Weber motiviert und ehrgeizig

    Yasin Karadasli lag nach der ersten Runde 0:1 zurück. Nach Wiederbeginn zwang er Vasileios Tersenidis zu Boden und holte dort die Wertungen zum 3:1 Punktsieg. Der 16-jährige Marco Weber und der 22-jährige Dennis Forschner kassierten gegen routinierte Gegner die erwarteten Niederlagen. Weber war sogar ins Federgewicht hochgerückt, wo er auf den 32-jährigen polnischen Nationalmannschaftsringer Sylwester Charschewsky traf. Der junge Mainzer verlor zwar technisch überhöht, doch er nahm dem internationalen Ass zwei Wertungspunkte ab. "Das", lobte Bichinashvili, "zeigt seine Motivation und seinen Ehrgeiz."

    Sport Mainz
    Meistgelesene Artikel