40.000
Aus unserem Archiv
Basketball

Jetzt können sich andere aufdrängen

ASC-Frauen treten im ersten Ligaspiel nach Jandovás Verletzung beim USC Heidelberg an.

Anna Lisa Delp ist eine der Spielerinnen, die unterm Korb den Ausfall von Gabi Jandová kompensieren sollen. Allerdings droht die 1,93 Meter große Centerin am Wochenende selbst auszufallen. Foto:  Bernd Eßling
Anna Lisa Delp ist eine der Spielerinnen, die unterm Korb den Ausfall von Gabi Jandová kompensieren sollen. Allerdings droht die 1,93 Meter große Centerin am Wochenende selbst auszufallen.
Foto: Bernd Eßling

Mainz – Aus dem DBBL-Pokal haben sich die Basketballerinnen des ASC Mainz am Donnerstagabend verabschiedet. Allerdings war die 68:82-Zweitrundenniederlage beim Zweitligakonkurrenten SG Weiterstadt einkalkuliert – Trainer Alexander Schoch war nur mit vier Spielerinnen aus der Ersten Mannschaft angetreten (Georgieva, Schaufele, Schnitzler, Floreth). Aufgefüllt hatte er seinen seinen Kader mit einigen gestandenen Regionalligakräften aber auch vier 13- und 14-Jährigen (Alina Dötsch, Mattea Lorei, Laura Kleinert, Lena Kipper). Und Schoch war vollauf zufrieden.

"Tolle Sachen gesehen"

"Ich habe viele tolle Sachen gesehen", schwärmte der Coach. "Es hat zwar eine Halbzeit gedauert, bis sich die Jungen und die Alten aneinander gewöhnt hatten, aber danach haben sie den Gegner schön geärgert." Schoch zog verbal den Hut vor den Leistungen seiner Bundesligaspielerinnen, doch auch die Talente imponierten ihm. "Wenn ich sehe, wie eine Mattea Lorei gegen eine Esther Bleise verteidigt, bin ich überzeugt, dass sie in den kommenden Jahren in sieben von zehn Duellen die bessere Statistik hat."

Zunächst einmal steht für die ASC-Frauen jedoch am Sonntag das Meisterschaftsspiel beim USC Heidelberg an (Beginn: 17.30 Uhr). In gewohnter Besetzung, möchte man fast sagen, doch das trifft es seit dem Unglück vom vorigen Wochenende nicht mehr: Gabriela Jandová wird ihrer Mannschaft wegen des in Keltern erlittenen Kreuzbandrisses in den nächsten Monaten fehlen. "Dadurch ändern sich natürlich ein paar Sachverhalte", erläutert Schoch. "Offensiv hatten wir mit ihr, Katha Schnitzler, Maria Neufurth und Geri Georgieva bestimmte Mechanismen und Automatismen, die so jetzt nicht mehr greifen." Jetzt erhalten unterm Korb andere Akteurinnen mehr Spielzeit, die sich anders bewegen, die anders angespielt werden müssen. "Mal sehen, wie gefestigt wir im Spiel eins ohne Gabi schon sind", sagt der Coach. Die ersten Trainingseindrücke vermittelten den Eindruck, "dass unser Spiel schneller geworden, aber auch die Fehlerquote gestiegen ist".

Nicht klagen, sondern nach vorne schauen

Doch getreu dem Motto, dass man Mitleid geschenkt bekommt, sich Respekt jedoch verdienen muss, wollen Schoch und seine Spielerinnen nicht klagen, sondern nach vorne schauen. Immerhin biete sich jetzt auch die Chance für andere Spielerinnen, die gerne mehr auf dem Feld stehen möchten, sich zu empfehlen.

Dass der USC Heidelberg wie auch der ASC bereits zwei von vier Spielen verloren hat (allerdings gegen schwächere Kontrahenten als die Ligafavoriten aus Keltern und Bad Aibling, überrascht den Mainzer Trainer. "Ich halte Heidelberg nicht für eine schlechte Mannschaft, aber die hat sich nicht das Format, das wir voriges Wochenende bespielt haben. Wir wollen jetzt, nachdem wir die großen Brocken einschließlich Speyer alle hinter uns haben, nach Möglichkeit durchziehen bis Weihnachten."

Due Frage einer Nachverpflichtung als Ersatz für Jandová stellt sich am Theresianum offenbar nicht. Beziehungsweise: Die Antwort ist bekannt, noch bevor die Frage ausgesprochen ist. "Sagen wir mal so", meint Schoch, "für den Fall, dass jemand sich berufen fühlt, den Mainzer Basketball zu unterstützen: Sowohl Herren als auch die Damen hätten jeweils einen Kandidaten oder Kandidatin, der oder die gerne käme. Aber wir können sie uns nicht leisten."

Von Peter H. Eisenhuth

„Herr Schoch, zahlen die Leute wirklich Eintritt, um uns spielen zu sehen?“¶

Für die Jüngsten im ASC-Team wurde das Pokalspiel in Weiterstadt schon vor Beginn zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Sport Mainz
Meistgelesene Artikel