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    Handball: Die Gefühlswelt gab keinerlei Rätsel auf

    Viel gab es über die Gefühlswelt der Mainzer Zweitligahandballerinnen nach dem Schlusspfiff nicht zu rätseln. "Endlich", umschrieb Meike Schmelzer den Gedanken, der ihr nach dem 34:22 (20:12) mit dem FSV Mainz 05 gegen die TSG Ober-Eschbach durch den Kopf schwirrte. Etwas konkreter ging es zwar schon noch. "Endlich gewonnen", ergänzte die Kreisläuferin im zweiten Anlauf.

    Saisonpremiere: Selina Adeberg kam im letzten Spiel des Jahres zu ihrem ersten Zweitligaeinsatz in dieser Runde und erzielte noch einen Siebenmetertreffer.
    Saisonpremiere: Selina Adeberg kam im letzten Spiel des Jahres zu ihrem ersten Zweitligaeinsatz in dieser Runde und erzielte noch einen Siebenmetertreffer.
    Foto: Eßling

    Von Guido Steinacker

    Aber die Erleichterung, das Weihnachtsfest durch den ersten überzeugenden Auftritt seit Langem gerettet zu haben, überwog nach dem letzten Punktspiel des Jahres alle anderen Aspekte. Zum Beispiel die Freude über die Höhe und Leichtigkeit des klaren Saisonsiegs nach nur einem Erfolg aus den vorausgegangenen fünf Partien.

    Denn der Tabellenletzte bot zwar ein durchaus mannschaftlich funktionierendes, gut eingespieltes Team auf, doch schon nach der Anfangsphase gingen ihm die Leistungsspitzen verloren: Trafen die Gäste in der Anfangsphase durch gute Einzelleistungen und holten den ersten größeren Rückstand (7:3, 11.) so noch einmal in Windeseile auf (7:7, 14.), versiegte dieses Mittel gegen die offensiv interpretierte 6-0-Deckung der 05er ab diesem Zeitpunkt schnell.

    "Unsere sehr souveräne Abwehrarbeit war der Garant für den heutigen Erfolg", resümierte 05-Trainerin Karin Euler daher. TSG-Kollege Andreas Klotz musste bekennen, dass sein Angriff nach den vernünftigen, wenn auch auf beiden Seiten mit einigen Nervositätsfehlern versehenen ersten 20 Minuten die Contenance verloren hatte. "Wir wurden dann vorne fahrig und fehlerhaft – und das haben die 05er bis zur Pause konsequent bestraft", erkannte Klotz die kontinuierliche Leistung der Mainzerinnen an.

    Warf TSG-Linkshänderin Yevhenia Knoroz zum 7:5 noch ein blitzsauberes Rückraumtor in den oberen Torwinkel, antwortete 05-Kapitänin Laura Schmitt zum 13:8 (21.) mit einem mindestens ebenso wertvollen Abschluss. Diese besseren Aktionen hatten jetzt zunehmend die Mainzerinnen. "Wie souverän wir das in der ersten Halbzeit gemacht haben, war für mich doch überraschend", gab Euler zu.

    Einen Versuch hatte Klotz nach der Pause noch auf Lager: Auf eine 4+1-Formation plus kurzer Deckung gegen Schmitt mussten die 05er sich erst einmal einstellen. Bis zum 23:15 (41.) schaute Euler sich an, dass die Kräfteverhältnisse sich nicht mehr so abbilden ließen wie vor der Pause, dann erklärte die 05-Trainerin in einer Auszeit kurz, was zu tun ist. "Wir mussten erst einmal begreifen, dass wir uns gegen diese Deckung im Eins-gegen-eins durchsetzen müssen", schilderte Euler.

    Das war die Aufgabe der wuseligen Durchkämpferinnen wie Theresa Köhler. Selina Adeberg durfte bei ihrer Saisonpremiere im Zweitligateam nur für eine ganz kurze Sequenz aufs Feld, bekam in der Schlussphase aber immerhin die Chance zur Torpremiere von der Siebenmeterlinie und traf zum 31:19 (56.). Insgesamt durften sich die diesmal vielen Zuschauer einer engagierten Mainzer Mannschaft erfreuen, die Handball zweifellos noch um einiges besser kann als das, was die Bad Homburgerinnen ihnen abzufordern in der Lage waren.

    Als Garantie dafür, dass die Gefahr des Abrutschens in die Abstiegszone in der Rückrunde kein Thema mehr wird, taugte der Auftritt nicht. Dazu war er nicht gewaltig und der Gegner nicht gut genug. Aber Euler ist überzeugt, dass ihrer Mannschaft die Ruhephase guttun wird und die Chancen gut stehen, dass die Verunsicherung der vergangenen Wochen damit passé ist.

    "Alle freuen sich auf die Pause", betonte die Trainerin, die offenbar noch immer schwankt, welche Rolle sie von ihrem Team erwarten soll, nachdem sich fünf Mannschaften vom Rest des Feldes abgesetzt haben. "Zwei der ersten Fünf haben wir ja besiegt", verwies Euler auf die Erfolge beim aktuellen Tabellenführer SVG Celle und gegen Sachsen Zwickau. Bei den Ergebnissen gehe es in der Liga derzeit reichlich durcheinander.

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