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    Regionalliga

    Erster Doppelpack nach elf Jahren

    Michael Falkenmayer rettet den 05-Amateuren in der 90. Minute den 3:2-Sieg gegen Eintracht Frankfurt II.

    Nach dem Seitenwechsel gerieten die 05-Amateure gegen die Eintracht unter Druck. Michael Falkenmayer (M.) rettete in der 90. Minute mit seinem zweiten Treffer den Sieg, nach Freistoß von Richard Weil (l.).  Fotos: Eva Willwacher
    Nach dem Seitenwechsel gerieten die 05-Amateure gegen die Eintracht unter Druck. Michael Falkenmayer (M.) rettete in der 90. Minute mit seinem zweiten Treffer den Sieg, nach Freistoß von Richard Weil (l.). Fotos: Eva Willwacher
    Foto: Eva Willwacher

    Mainz - Geholt hatten sie ihn als Stabilisator für das defensive Mittelfeld. Am Mittwochnachmittag allerdings machte sich Michael Falkenmayer um die Amateure des FSV Mainz 05 vor allem offensiv verdient: Im Regionalligaspiel gegen Eintracht Frankfurt II rettete der Sechser seinem Team den Dreier - durch einen Kopfballtreffer in der 90. Minute, nachdem er bereits den Ausgleich erzielt hatte.

    Zwei Tore in einem Spiel? "Das habe ich wahrscheinlich noch nie geschafft", sagte Falkenmayer nach dem Abpfiff. "Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern." Die MRZ hat recherchiert und festgestellt: Bei einem 5:1-Sieg der 05-Amateure gegen den FSV Salmrohr war ihm so etwas schon einmal gelungen. In der Oberliga. Am 21. September 2002.

    Torwartfehler ermöglicht 0:1

    Dass die aktuelle Partie eine deutlich engere Angelegenheit wurde, hatten sich die Gastgeber selbst zuzuschreiben. Vom Anpfiff weg passierte eine knappe Viertelstunde nicht viel. Die 05er unternahmen ein paar Angriffsversuche über die Flügel, brachten aber keinen vernünftigen Abschluss zustande, die Frankfurter unternahmen nichts - und gingen doch in Führung: Einen flachen 30-Meter-Freistoß von Baldo Di Gregorio ließ Torwart Loris Karius an den Pfosten prallen, Sven Hassler nutzte die unverhoffte Chance zum 0:1 (16.).

    "Das war der einzige Frankfurter Torschuss vor der Pause", hielt Martin Schmidt hinterher fest. "Da war Loris nicht wach" Dass der Mainzer Trainer dennoch von einem "optimalen Verlauf der ersten Halbzeit" sprach, lag an der Reaktion der Mannschaft auf den Rückstand. Plötzlich nämlich begannen sie, den Fußball zu spielen, mit dem sie sich vom ersten Spieltag an der Tabellenspitze festgesetzt hatten, von dem zuletzt beim 2:3 gegen den SVN Zweibrücken aber nichts zu sehen war. Jetzt pressten sie die Frankfurter, jagten ihnen reihenweise die Bälle ab, schalteten schnell auf Offensive um, machten über beide Seiten und durchs Zentrum variabel Druck. Und drehten das Spiel. Falkenmayer erzielte den Ausgleich, als er einen geblockten Schuss von Felix Müller aus 15 Metern mit rechts ins rechte Eck bugsierte (28.), Petar Sliskovic traf nach einem Freistoß von Steven Lewerenz zum 2:1 (41.).

    Nach der Paue unter Druck geraten

    Allerdings hätte der Tabellenführer gegen die wacklige Eintracht-Abwehr durchaus den ein oder anderen Treffer nachlegen müssen. "Das Spiel hätte zur Pause schon rum sein können", bestätigte Schmidt. Stattdessen erlebte er, wie die Gäste nach dem Seitenwechsel deutlich aktiver wurden und seine eigene Mannschaft damit nicht zurechtkam. "Sobald wir aggressiv angelaufen werden, sobald Druck auf die Doppelsechs kommt, ist die Sicherheit weg", monierte der Schweizer, der in dieser Situation "gerne einen dritten Sechser gebracht hätte, um das Zentrum zu schließen".

    Das Problem: Alle 05-Defensivspieler, die nicht bereits auf dem Platz standen, sind noch verletzt. Schmidt wählte eine andere Variante, stellte auf ein 4-2-3-1-System um, nahm Nejmeddin Daghfous ("Er tut sich im Moment in der Vorwärtsbewegung schwer und verdaddelt zu viele Bälle") vom Feld und brachte Mounir Bouziane ("Er arbeitet robuster gegen den Ball"). Das schien zu fruchten. Eine knappe Viertelstunde lang. Dann schauten die Mainzer zu, wie Daniel Di Gregorio eine Freistoß steil links in den Strafraum schlug, wo Max Oesterhelweg unbedrängt von den zu weit entfernt stehenden Dennis Schmitt und Fabian Kalig ins lange Eck abschließen konnte (77.). Hätte Zahit Findik sieben Minuten später bei seinem Kopfball ein ganz kleines bisschen besser gezielt, die Mainzer wären womöglich erneut mit 2:3 vom Feld gegangen.

    So aber trat Richard Weil in der 90. Minute einen Freistoß von links an die Strafraumgrenze, und Falkenmayer bekam den Hinterkopf an den Ball. "Als ich mich umdrehte, dachte ich, der könnte passen", sagte der Mittelfeldspieler. Der Ball passte. Zum 3:2-Sieg. Und zum ersten Doppelpack des Matchwinners nach elf Jahren.

    Peter H. Eisenhuth

    Sport Mainz
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