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    Berlin

    Russische Sanktionen: Bauern im Land unter Druck

    Die rheinland-pfälzischen Landwirte konnten ihre Gewinne im abgelaufenen Wirtschaftsjahr steigern. Doch die Aussichten sind für Bauern im Land nicht rosig.

    Die Bauern haben eine gute Ernte eingefahren - doch in die Zukunft schauen sie sorgenvoll: Eine weltweit schwächelnde Wirtschaft, geringe Nachfrage und das russische Embargo drücken auf die Preise für Agrarprodukte. Das spüren auch rheinland-pfälzische Bauern schon jetzt. Foto: dpa
    Die Bauern haben eine gute Ernte eingefahren - doch in die Zukunft schauen sie sorgenvoll: Eine weltweit schwächelnde Wirtschaft, geringe Nachfrage und das russische Embargo drücken auf die Preise für Agrarprodukte. Das spüren auch rheinland-pfälzische Bauern schon jetzt.
    Foto: dpa

    Von unserem Reporter Stefan Hantzschmann

    Auch das russische Einfuhrverbot von Agrarprodukten aus der EU macht rheinland-pfälzischen Agrarbetrieben zu schaffen. Besonders die Milchviehbetriebe konnten ihre Gewinne 2013/2014 steigern. In Rheinland-Pfalz und im Saarland steigerten die Unternehmen ihre Gewinne im Durchschnitt um 73,9 Prozent. Hauptursachen für den starken Gewinnzuwachs sind laut Situationsbericht des Bauernverbandes höhere Milchpreise, größere Milchkuhbestände in den Betrieben sowie eine höhere Milchleistung pro Kuh.

    Allerdings sind die Aussichten für 2015 düster. Während der Milchpreis nach Angaben des deutschen Bauernpräsidenten Joachim Rukwied zu Spitzenzeiten bei rund 39 Cent lag, verkaufen die Bauern ihre Milch mittlerweile für 34 Cent pro Liter. "Die Preise werden im ersten Quartal 2015 unter Druck bleiben", sagte Rukwied und hält Preise unter 30 Cent pro Liter für möglich.

    Auch die Obstbauern im Land dürften schon jetzt weniger Geld für ihre Erzeugnisse bekommen. Als indirekte Folge des russischen Embargos sind die Preise für Äpfel im Keller. Während Obstbauern 2013 noch rund 60 Cent pro Kilogramm Tafelobst bekamen, sind es in diesem Jahr laut Rukwied nur noch 20 Cent. Für Mostobst, das vor allem für die Saftherstellung verwendet wird, erzielten Erzeuger 2013 noch 12 Cent pro Kilogramm, in diesem Jahr sind es 2 Cent.

    Auch das rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerium sieht erhebliche Auswirkungen der russischen Sanktionen: "Der russische Agrarimportboykott hat eine bislang unterschätzte indirekte, ja psychologische Wirkung, eine Negativspirale befördert", schreibt ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage unserer Zeitung."Hinzu kommen steigende Produktionskosten, die zu zusätzlichen Belastungen der landwirtschaftlichen Betriebe führen und das gute Ergebnis des Wirtschaftsjahres 2013/14 schon heute zur Makulatur werden lassen", heißt es aus dem Ministerium.

    Eine stärkere Bezuschussung der landwirtschaftlichen Unfallversicherung durch den Bund, wie es Leo Blum vom Bauernverband Rheinland-Nassau fordert, hält das Ministerium jedoch für nicht geeignet: "Eine stärkere Bezuschussung der Beiträge zur Pflichtversicherung würde im Übrigen nicht wirksam helfen."

    Russische Sanktionen: Landwirte kämpfen mit sinkenden Preisen
    Wirtschaft
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