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    Mehr Flüchtlinge finden in Rheinland-Pfalz einen Job

    Seit einem Jahr verzichten die Arbeitsagenturen bei der Einstellung von Asylbewerbern auf die zuvor vorgeschriebene Vorrangprüfung – seitdem haben in Rheinland-Pfalz mehr Flüchtlinge einen Arbeitsplatz gefunden. Bei der Vorrangprüfung wurde vor der Besetzung einer Stelle mit einem Asylbewerber geprüft, ob dafür auch ein deutscher Arbeitnehmer oder EU-Bürger zur Verfügung steht. Dieser hätte dann Vorrang bei der Besetzung der Stelle.

    Der Wegfall der Vorrangprüfung bei Asylsuchenden – aus Sicht von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles ein großer Erfolg.
    Der Wegfall der Vorrangprüfung bei Asylsuchenden – aus Sicht von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles ein großer Erfolg.
    Foto: dpa

    Genaue Zahlen gibt es zwar nicht; aber die Auswirkungen des Verzichts auf die Prüfung seien spürbar, sagte ein Sprecher der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. Die Zahlen der Arbeitsaufnahme seien im Vergleich zu 2016 gestiegen. Aber „dies kann auch auf die Zugangszahlen der geflüchteten Menschen zurückzuführen sein“.

    Zum vergangenen Jahreswechsel gab es in Rheinland-Pfalz 5487 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aus den acht Hauptasylländern Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien. Ein Jahr zuvor waren es erst 3527 – das ist eine Zunahme von 55,6 Prozent. Zudem ließen sich von Oktober 2016 bis jetzt 1015 Bewerber aus diesen Ländern für eine Berufsausbildungsstelle registrieren.

    In Rheinland-Pfalz wurde die Vorrangprüfung im August 2016 flächendeckend gestrichen. Nach dem Bundesintegrationsgesetz von 2016 sollte sie in denjenigen Bezirken der Arbeitsagentur für drei Jahre ausgesetzt werden, in denen die Arbeitslosenquote unter dem Landesschnitt liegt. Das wäre nur in den vier rheinland-pfälzischen Bezirken Koblenz-Mayen, Montabaur, Landau und Trier der Fall gewesen. Das Bundesarbeitsministerium erlaubte dem Land aber eine flächendeckende Aussetzung.

    Wirtschaftsverbände begrüßen die Abschaffung vor allem als Bürokratieabbau. „Flüchtlinge möglichst rasch in Beschäftigung oder Ausbildung zu bringen, hat nach wie vor höchste Priorität“, sagte LVU-Hauptgeschäftsführer Werner Simon. „Die Aufhebung der Vorrangprüfung vor einem Jahr war dazu ein kleiner Baustein, zu dem sich noch viele weitere Bausteine gesellen müssen.“

    Allerdings habe die Regelung bis zu ihrer Abschaffung kaum bewirkt, dass Flüchtlinge in großer Zahl nicht hätten arbeiten dürfen, sagte der Flüchtlingskoordinator bei der IHK Koblenz, Holger Bentz. „Wir wissen, dass es vor allem mangelnde Sprachkenntnisse sind, die einer Einstellung von Geflüchteten als Mitarbeiter oder Auszubildende im Weg stehen.“ Auch bei der Bundesagentur für Arbeit heißt es: „Was von der Rechtslage her möglich wäre, scheitert oftmals an fehlenden Sprach- und berufsfachlichen Kenntnissen, die erst erworben werden müssen.“ Umso wichtiger seien der Erwerb der notwendigen Sprachkenntnisse und Fördermaßnahmen der Agenturen für Arbeit.

    „Die Abschaffung der Vorrangprüfung ist perspektivisch für eine schnelle Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt förderlich“, sagte IHK-Koordinator Bentz. Angesichts des erheblichen Mangels an Fachkräften sei die Beschäftigung von Flüchtlingen eine Option – „wenn dann das Sprachniveau und die Qualifikation stimmen“, erklärte der IHK-Experte. „Die Bereitschaft der Unternehmen, Flüchtlinge zu beschäftigen, ist groß.“

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