40.000
  • Startseite
  • » Regionale Wirtschaft
  • » Großauftrag für Kreuznacher Start-up: Japaner heiß auf Babyflasche
  • Aus unserem Archiv
    Bad Kreuznach

    Großauftrag für Kreuznacher Start-up: Japaner heiß auf Babyflasche

    Großauftrag für die Erfinder der ersten selbsterwärmenden Babyflasche: 165.000 Flaschen werden von Bad Kreuznach aus in den nächsten drei Jahren nach Japan geliefert.

    Platz zwei beim Wettbewerb Pioniergeist: Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (rechts) und Horst Kessel (links), Vorstandsmitglied des Genossenschaftsverbandes für die Volksbanken Raiffeisenbanken, übergaben den Preis an paulandstella mit (von links) Frank Bachmann, Anja Rahn und Holger Seidl.
    Platz zwei beim Wettbewerb Pioniergeist: Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (rechts) und Horst Kessel (links), Vorstandsmitglied des Genossenschaftsverbandes für die Volksbanken Raiffeisenbanken, übergaben den Preis an paulandstella mit (von links) Frank Bachmann, Anja Rahn und Holger Seidl.
    Foto: ISB

    Von unserem Redakteur Stephan Brust

    Turbulente Tage für das Bad Kreuznacher Start-up-Unternehmen paulandstella: Am Donnerstagabend wurde es beim rheinland-pfälzischen Existenzgründerwettbewerb Pioniergeist mit dem zweiten Platz und 10.000 Euro ausgezeichnet (wir berichteten). Wenige Stunden zuvor hatte Geschäftsführer Frank Bachmann einen Großauftrag mit Japan in trockene Tücher gebracht. Umfang: die Lieferung von 165.000 Flaschen in den nächsten drei Jahren.

    „Natürlich ist man stolz, wenn man solch einen Preis bekommt", sagt Bachmann im Rückblick auf die Verleihung im Foyer der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) in Mainz. „Die Auszeichnung hilft uns aber vor allem auch dabei, unser Produkt noch bekannter zu machen." Denn genau darauf liegt im Moment der Hauptfokus: paulandstella und insbesondere das Produkt als Marke zu etablieren. Bachmann hält als Investor 51 Prozent der Firmenanteile, den Rest teilen sich Holger Seidl und dessen Frau Anja Rahn.

    Ingenieur Seidl ist der eigentliche Erfinder der Babyflasche, die sich auf Knopfdruck auf die passende Temperatur von 34 bis 36 Grad erwärmt. Vor drei Jahren kam ihm die Idee dazu. Mittlerweile ist die TÜV-zertifizierte Flasche schon mehr als 40.000-mal nach seiner Anleitung produziert worden – und er hat das Wärmemodul als Herzstück in den vergangenen Wochen weiter optimiert. Denn zunächst galt die Empfehlung: Wer die Flasche täglich nutzt, sollte das Modul nach 40 bis 50 Anwendungen durch ein neues ersetzen. „Jetzt hält es mehr als doppelt so lang", betont Bachmann. Und lässt die Anfragen weltweit weiter steigen.

    Der Vertrieb läuft bereits in mehr als 25 Ländern. Auf Dauer sollen es 40 sein. Der erste Meilenstein ist nun der Großauftrag eines Unternehmens aus Japan, das dafür sorgt, dass die Flasche unter anderem auch in die Produktpalette zweier großer japanischer Fluggesellschaften aufgenommen wird. „Im Februar werden wir die ersten 10 000 Flaschen liefern", sagt Bachmann. Der Rest folgt sukzessive in den nächsten zwei Jahren.

    „Das ist gleichzeitig natürlich auch eine große Herausforderung", unterstreicht der Geschäftsführer. Gerade zu Beginn. Denn neben der eigentlichen Produktion müssen auch Verpackung und Gebrauchsanleitung angepasst werden. Parallel dazu werden kleinere Umfänge im 1000er- bis 2000er-Bereich regelmäßig in Länder wie die Türkei, Russland oder Spanien verschickt. Auch in die USA sind erste Kontakte hergestellt. Und in Deutschland gibt's die Flasche in Fachmärkten oder online über Anbieter wie baby-markt.de oder windeln.de zu kaufen.

    Im Frühjahr steht zudem räumlich eine Veränderung an. Dann zieht Bachmann mit seiner Werbeartikelfirma FBI und dem paulandstella-Team vom früheren City-Solar-Gebäude in der Bosenheimer Straße in den Schwabenheimer Weg 60. Dort steht bereits der Rohbau. „Im April sollten wir fertig sein", meint Bachmann.

    Infos und Onlineshop unter www.paulandstella.com

    So funktioniert die selbsterwärmende Babyflasche
    Herzstück der selbsterwärmenden Babyflasche von paulandstella ist ein gerillter Kunststoffkolben, gefüllt mit einem speziellen Salz, das auch für Lebensmittel genutzt wird, beispielsweise als Zusatz für Gemüse oder Speiseeis. Auf Knopfdruck kristallisiert das Salz, erzeugt Wärme – das gleiche Prinzip wie beim Taschenwärmer. Vorher füllt man abgekochtes Wasser in die Flasche. Ist der Knopf gedrückt, wird sie in wenigen Minuten von der Raumtemperatur auf die ideale Babymilch-Temperatur (34 bis 36 Grad) erwärmt. Milchpulver dazu, schütteln, fertig.

    Darüber hinaus eignet sich das Modul auch für abgepumpte Milch oder Tee. Wie der Taschenwärmer ist es vielfach verwendbar. Denn das kristallisierte Salz lässt sich durch ein kochendes Wasserbad oder einen Dampfsterilisator wieder flüssig machen. Das Produkt wird in Deutschland gefertigt, ist TÜV-zertifiziert. Das Wärmemodul und Herzstück der Erfindung wird von den Bad Kreuznacher Unternehmen Allit und Sotin hergestellt. „Am Tag schaffen wir im Moment bis zu 500 Flaschen", erklärt paulandstella-Geschäftsführer Frank Bachmann.

    Wirtschaft
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige
    Das Wetter in der Region
    Samstag

    9°C - 19°C
    Sonntag

    9°C - 14°C
    Montag

    9°C - 14°C
    Dienstag

    10°C - 13°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!