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    Kreis Neuwied

    Dem Handel steht ein Wandel bevor

    Weniger und ältere Kunden, kleinere Flächenverfügbarkeit, Sogwirkung von Oberzentren wie Koblenz oder Köln - der Facheinzelhandel in der Stadt und im Kreis Neuwied steht vor großen Herausforderungen.

    Die Kunden in der Stadt und im Kreis Neuwied stellen den Handel vor neue Herausforderungen. Wie die Geschäftsleute konkurrenzfähig bleiben können, will die IHK in Workshops erarbeiten. 
Archivfoto: Jörg Niebergall
    Die Kunden in der Stadt und im Kreis Neuwied stellen den Handel vor neue Herausforderungen. Wie die Geschäftsleute konkurrenzfähig bleiben können, will die IHK in Workshops erarbeiten. Archiv
    Foto: Jörg Niebergall - jn

    Kreis Neuwied - Weniger und ältere Kunden, kleinere Flächenverfügbarkeit, Sogwirkung von Oberzentren wie Koblenz oder Köln - der Facheinzelhandel in der Stadt und im Kreis Neuwied steht vor großen Herausforderungen.

    Für die rund 30 Geschäftsbetreiber, die auf Einladung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Neuwied in die Lebensmittelfachschule gekommen waren, ist der Wandel im Handel bereits in vollem Gange. Sie alle spüren die Konkurrenz von Filialisten. Wie sie dennoch wettbewerbsfähig bleiben können, erläuterten zwei Referenten. Diese zeigten Perspektiven für den Handel im ländlichen Raum auf und schoben dabei Diskussionen an. Die Veranstaltung war der Auftakt zu einer Reihe von Workshops, die in den kommenden Wochen und Monaten im Kreis stattfinden werden.

    Dr. Wolfgang Haensch von der Cima in Köln, einem Kompetenzzentrum für Stadt- und Regionalentwicklung, machte den Händlern trotz wachsender Konkurrenz Mut. "Es ist sicherlich richtig, dass die Filialisten verstärkt auch die kleineren Städte aufsuchen. Doch wenn Sie sich immer wieder auf den Prüfstand stellen, werden sie Möglichkeiten finden, erfolgreich am Markt zu bleiben", sagte der Referent.

    Als Paradebeispiel präsentierte er das Textilhaus Hautzel aus Diez, das auch Franchiseläden in Neuwied betreibt. "Zunächst expandierte das Geschäft in Diez, danach hat es sich ein regionales Netz aufgebaut", so Dr. Haensch. "Außerdem haben sich die Betreiber auf neue Zielgruppen spezialisiert. Neben der Mode für Damen und Herren kamen auch Textilien der Young Fashion hinzu."

    Doch nicht nur alteingesessene Einzelhändler hätten eine Chance, wettbewerbsfähig zu sein. "Auch Neulinge können sich erfolgreich am Markt positionieren", sagte der Cima-Mann und nannte im gleichen Atemzug die Genussmanufaktur Wajos aus Cochem. Der Laden hat sich auf die Herstellung und auf den Verkauf von Likören, Edelbränden und hochwertigen Ölen spezialisiert. "Das Konzept ist aufgegangen", sagte Dr. Haensch, der immer wieder darauf hinwies, dass der Erlebniseinkauf in Zukunft eine viel stärkere Rolle einnehmen wird. Probierstände seien dabei ebenso wichtig wie Ruheecken, in denen sich der Kunde vom Einkaufsstress erholen kann.

    Marion Ellenberger, Inhaberin des Textilhauses Hinkel Moden in Neuwied, griff die Aspekte des Referenten auf und stellte klar: "Wir stellen uns ständig selbst auf den Prüfstand. Doch auch die Stadt sollte sich mal auf den Prüfstand stellen und in der City für mehr Attraktivität sorgen", sagte sie. "Das Umfeld in der Marktstraße lädt nun wirklich nicht zum Erlebniseinkauf ein." Die Unternehmerin erinnerte an die 1970er-Jahre, als viele Menschen aus dem Umland die Stadt Neuwied angesteuert hätten. "Das war vor allem deshalb so, weil der Anteil der inhabergeführten Geschäfte zu dieser Zeit noch hoch war." Mittlerweile sei die Stadt aufgrund der zahlreichen Einzelhandelsketten austauschbar und habe deshalb an Attraktivität eingebüßt. Ihr Mann Georg kritisierte vor allem das Desinteresse der Filialisten, die sich seiner Meinung nach überhaupt nicht für eine Verbesserung der Lebens- und Einkaufsqualität einsetzen. "Von denen ist niemand im Aktionsbündnis. Wenn die City attraktiv ist, kommen sie nach Neuwied. Ist sie es nicht mehr, sind sie auch sehr schnell wieder verschwunden."

    Wie wichtig jedoch die Zusammenarbeit der Einzelhändler in einer Stadt oder im ländlichen Raum ist, machte Christine Loth vom Büro für Planung und Stadtentwicklung in Niederfischbach deutlich. "Die Kräfte müssen gebündelt und die Ziele gemeinsam definiert werden", sagte die Referentin. Loth erinnerte daran, dass Stadt und Handel ganz eng miteinander verwoben sind. "Kommunen, Immobilienbesitzer und Einzelhändler sollten sich daher gemeinsam Strategien überlegen, wie sie erfolgreich wirtschaften und zugleich die Attraktivität in der City steigern können", sagte sie und appellierte an die Händler: "Mischen Sie mit!" Instrumente wie das Leerstands- und Quartiersmanagement oder das Stadtmarketing böten Möglichkeiten der Beteiligung.

    Weitere Informationen und Anmeldung zu den Workshops unter Telefon 02631/917 614 oder im Internet unter www.ihk- koblenz.de.

    Von unseren Reporter Philipp Daum

    Workshops drehen sich um den Handel im ländlichen Raum
    Wirtschaft
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