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Mainz

Zwei Jahre Haft auf Bewährung für Hebgen

Wegen Veruntreuung von Steuergeld unter anderem im Rotlichtmilieu ist der ehemalige rheinland-pfälzische CDU- Fraktionsgeschäftsführer Markus Hebgen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der 44-Jährige hatte am Montag vor dem Amtsgericht Mainz Untreue in 18 Fällen und Betrug in einem Fall gestanden. Insgesamt hatte er in seiner Amtszeit zwischen 2003 und 2006 einen Schaden von mehr als 80.000 Euro verursacht – allerdings nur teilweise zu seinen Gunsten.

Zwei Jahre Haft auf Bewährung für Hebgen
Der frühere CDU-Fraktionsgeschäftsführer Markus Hebgen.
Foto: dpa

Mainz – Wegen Veruntreuung von Steuergeld auch im Rotlichtmilieu ist der frühere rheinland-pfälzische CDU- Fraktionsgeschäftsführer Markus Hebgen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der 44-Jährige hatte am Montag vor dem Amtsgericht Mainz Untreue in 18 Fällen und Betrug in einem Fall gestanden.

Insgesamt hatte er in seiner Amtszeit zwischen 2003 und 2006 einen Schaden von mehr als 80 000 Euro verursacht – allerdings nur teilweise zu seinen Gunsten. Hebgen muss zudem 150 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. Hebgen betonte, die CDU-Landtagsfraktion, die Steuergeld bekommt, habe ihn seinerzeit unzureichend kontrolliert. "Aus tiefstem inneren Herzen" entschuldigte er sich bei ihr.

Hebgen gestand auch, vom Konto der CDU/CSU- Fraktionsvorsitzendenkonferenz, deren Geschäfte er seinerzeit ebenfalls geführt hatte, rund 52 000 Euro in die Kasse der Landtagsfraktion in Mainz geleitet zu haben. Damit habe er in der heißen Phase des Landtagswahlkampfs 2006 die Fraktion vor einer drohenden Zahlungsunfähigkeit bewahren wollen. Wenige Tage später habe er den damaligen Partei- und Fraktionschef der CDU, Christoph Böhr, darüber informiert. "Dieser hat das unkommentiert zur Kenntnis genommen", ergänzte Hebgen, der laut der Vorsitzenden Richterin Franziska Freitag Böhrs "rechte Hand" gewesen war.

Der 44-Jährige sagte mit Blick auf die Scheidung von seiner ersten Frau, die privaten Zahlungsverpflichtungen seien ihm über den Kopf gewachsen. Daher habe er wiederholt in die Fraktionskasse gegriffen. "Ich wollte meinen Kindern gegenüber nicht als Versager dastehen", erklärte der Vater dreier Söhne. Zur Privatinsolvenz habe ihm der Mut gefehlt. Bei seinen Untreue-Taten habe er "ein Loch mit dem nächsten nur gestopft".

Trotz seiner Nachtclub-Besuche auf Kosten der CDU-Fraktion ergänzte Hebgen: "Ich habe weiß Gott keinen aufwendigen Lebensstil geführt." Heute lebe er von Hartz IV, bemühe sich aber um neue Arbeit. Zudem sei er depressiv, schwerhörig, zu 60 Prozent behindert und hoch verschuldet. Einen Teil des veruntreuten Geldes habe er gleichwohl längst zurückgezahlt. In kleineren Monatsraten wolle er auch den restlichen Schaden wiedergutmachen.

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