40.000
Aus unserem Archiv
Montabaur

Zehnjährige von Stiefopa missbraucht

Ein 51-jähriger Mann aus dem Westerwald ist zu einer Haftstrafe von 18 Monaten auf Bewährung und 500 Euro Geldbuße verurteilt worden, weil er die zehnjährige Enkelin seiner Ehefrau sexuell missbraucht hat. Der Mann hatte das Kind mit den Händen im Intimbereich berührt. Er konnte letztlich von Glück sprechen, dass er nicht sofort ins Gefängnis muss, denn er war vor 25 Jahren schon einmal für eine ähnliche Tat bestraft worden.

Zum aktuellen Fall kam es in der Wohnung der Großmutter: Das Mädchen war im vergangenen Jahr über die Ferien zu Besuch und verbrachte die Zeit mit Computerspielen im Keller. Der 51-jährige Stiefopa suchte das Kind dort auf und berührte es an mehreren Stellen unter der Kleidung. Anschließend forderte er die Zehnjährige auf, niemandem von der Tat zu erzählen. Das Kind offenbarte sich aber dennoch.

Es war nicht die erste Tat des vorbestraften Mannes: Vor allem in den 80er-Jahren hatte er mehrfach vor Gericht gestanden. Meistens ging es dabei um Körperverletzung oder Autofahrten unter Alkoholeinfluss. 1983 wurde er jedoch erstmals wegen einer Tat aus dem Sexualbereich verurteilt: Nötigung mit Vergewaltigung lautete damals der Vorwurf. 1989 war der Mann erneut aufgefallen, dieses Mal durch Exhibitionismus. In den Folgejahren wurde es dann etwas ruhiger um den 51-Jährigen.

Viel mehr über den Angeklagten und den Fall wurde im Prozessverlauf nicht gesagt: Verteidiger, Richter und der Vertreter der Koblenzer Staatsanwaltschaft hatten sich bereits im Vorfeld der Verhandlung auf eine Höchststrafe geeinigt, falls der Mann die Tat gesteht. Auf ein Wort des Bedauerns warteten die Vertreter der Justiz danach allerdings vergebens. Der Angeklagte ließ lediglich über seinen Verteidiger erklären, dass er den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs an dem Mädchen einräume.

Richter Dr. Dennis Graf betonte in seiner Urteilsbegründung, dass ihn der Fall "sehr betroffen" macht. "Das Kind war über die Ferien bei seiner Oma. Es hat Ihnen vertraut, und Sie haben das ausgenutzt", sagte er zum Angeklagten, der dabei jedoch keine Miene verzog.

Das Einzige, was für den Mann spreche, sei sein Geständnis, "denn so bleibt dem Kind eine Aussage vor Gericht erspart", meinte der Richter. Das war schlussendlich auch der Grund, warum dem 51-Jährigen der "Deal" mit der Bewährungsstrafe überhaupt angeboten wurde. "Es geht hierbei um den Opferschutz", so Graf. Das Mädchen würde durch eine Aussage womöglich erneut traumatisiert, und es sei keinesfalls sicher, dass dann am Ende eine höhere Strafe herauskomme, erklärte der Richter. Dem Täter empfahl er dringend, sich in eine Therapie zu begeben.

Von Thorsten Ferdinand

Rheinland-Pfalz
Meistgelesene Artikel
Anzeige
epaper-startseite
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
  • Lokalticker
  • Regionalsport
  • Newsticker
Das Wetter in der Region
Samstag

18°C - 28°C
Sonntag

17°C - 29°C
Montag

17°C - 30°C
Dienstag

19°C - 32°C

Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

Anzeige
Anzeige
Event-Kalender
Veranstaltungstipps

Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!