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Rheinland-Pfalz

Wissing will Gas geben beim Autobahnausbau

Gisela Kirschstein

Nach jahrelanger Planung soll es nun endlich so weit sein: Im November will das Verkehrsministerium den Ausbau der A 643 in Verlängerung der Schiersteiner Brücke auf den Weg bringen. „Der überwiegende Teil der Arbeiten ist erledigt“, sagte Verkehrsminister Volker Wissing (FDP), das Planfeststellungsverfahren soll dieses Jahr starten: „Schneller kann man nicht planen.“

Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) zum Ausbau der A 643
Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) zum Ausbau der A 643
Foto: picture alliance

„Ich bin mehr als enttäuscht, das hätte alles schon weiter sein können“, sagte hingegen die Mainzer CDU-Kreisvorsitzende Sabine Flegel. Der Ausbau sei schon mehrfach angekündigt worden. Erst kürzlich musste sich Wissing im Landtag Vorwürfe anhören, das Land bekomme die Planungen für die Autobahn nicht auf den Weg. Im Juni forderte die IHK den Minister gar auf, endlich einen Zeitplan vorzulegen.

Die A 643 ist die direkte Autobahnverbindung zwischen Mainz und Wiesbaden und eine wichtige Pendlertangente zwischen westlichem Rhein-Main-Gebiet und Frankfurter Raum. Die neue sechsspurige Schiersteiner Brücke soll 2023 fertig werden, in Rheinland-Pfalz wird es frühestens 2020 Planungsrecht für den Ausbau der anschließenden Autobahn geben. Der Planfeststellungsbeschluss wird im zweiten Quartal 2019 öffentlich ausgelegt, sagte Wissing. Danach müsse das Ministerium Einwendungen bearbeiten, auch seien Klagen von Umweltverbänden angekündigt. Wie schnell die Gerichte darüber entschieden, sei nicht vorherzusagen, betonte Wissing. Wann der erste Bagger rollt, „kann seriös heute kein Mensch sagen“. Das Ministerium rechnet mit einer Bauzeit von sechs bis sieben Jahren. Die Kosten werden auf 136,5 Millionen Euro geschätzt

„Es gibt bei der A 643 keine Möglichkeit, noch schneller zu planen, als wir das tun“, unterstrich Wissing. 20 bis 30 Mitarbeiter arbeiteten täglich an dem Projekt, zum Teil mit Überstunden. „Wir haben alles an Personal zur Verfügung, was wir brauchen, es scheitert auch nicht am Geld.“ Auch gebe es keinen Streit über den Ausbau in der Ampel-Regierung, etwa mit dem grünen Koalitionspartner. Die A 643 führt durch ein Naturschutzgebiet, der „Mainzer Sand“ ist eine seltene Steppenlandschaft mit zahlreichen vom Aussterben bedrohten Arten. Die Planung sieht vor, die Autobahn nach beiden Seiten um 3,50 Meter zu verbreitern, wie der zuständige Referatsleiter Klaus Noll mitteilte. Das Land hatte sich vor Jahren mit allen Parteien sowie Umweltverbänden auf einen 4+2-Ausbau geeinigt, der vom Bundesverkehrsministerium 2013 allerdings gekippt wurde.

Es sei eben jenes Naturschutzgebiet, das die Planungen so aufwendig macht, sagte Wissing. „Wir bräuchten dringend große Schritte bei der Planungsbeschleunigung“, forderte er. Das habe er vergangene Woche persönlich bei der EU-Kommission vorgetragen.

Derweil können die Planer vielleicht doch noch Klagen abwenden: Wenn die Pläne ergäben, dass der Eingriff ins Naturschutzgebiet minimiert werden kann, sei eine Klage womöglich nicht sinnvoll, sagte BUND-Landesgeschäftsführerin Sabine Yacoub: „Es gibt die Möglichkeit, eine Klage zu verhindern.“

Von unserer Mitarbeiterin Gisela Kirschstein
Rheinland-Pfalz
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