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    Westerwald: Windkraftunternehmen Fuhrländer AG meldet Insolvenz an

    Die Fuhrländer AG hat am Donnerstag beim Amtsgericht Montabaur Insolvenzantrag gestellt. Entlassungen seien derzeit zwar nicht geplant, betont Fuhrländer-Sprecherin Nina Keirsbulck, jedoch sollen einzelne Positionen konsequent geprüft werden.

    Windkraftanlage der Fuhrländer AG bei Burbach
    Windkraftanlage der Fuhrländer AG bei Burbach

    Westerwaldkreis - Die Fuhrländer AG hat am Donnerstag beim Amtsgericht Montabaur Insolvenzantrag gestellt. Entlassungen seien derzeit zwar nicht geplant, betont Fuhrländer-Sprecherin Nina Keirsbulck, jedoch sollen einzelne Positionen konsequent geprüft werden.

    Dies teilte das Windkraftunternehmen am Freitag mit. Reiner Rühmann, Direktor des Amtsgerichtes Montabaur, erklärte, dass es sich dabei um einen Antrag auf Eigenverwaltung handelt, in dem die Aktiengesellschaft selbstständig einen vorläufigen Sachverwalter vorgeschlagen hat.

    Das Gericht wird in der kommenden Woche darüber entscheiden, ob dem Antrag in dieser Form stattgegeben wird. Entlassungen seien derzeit zwar nicht geplant, betont Fuhrländer-Sprecherin Nina Keirsbulck, jedoch sollen einzelne Positionen konsequent geprüft werden.

    Das Unternehmen hatte im Februar 2012 umfassende Personalmaßnahmen, vor allem am Standort Liebenscheid, eingeleitet. Unternehmen, Betriebsräte und IG Metall einigten sich zu Jahresbeginn auf einen Personalabbau von 70 Mitarbeitern bis März 2012. Außerdem sollten Restrukturierungsmaßnahmen helfen, die Arbeit wieder auf das Kerngeschäft – die Herstellung von Windkraftanlagen – zu konzentrieren. Betriebsnotwendige Leistungen wurden auf ein Minimum reduziert und mit den Geschäftspartnern konkrete Verabredungen getroffen, die gewährleisten sollten, dass der Betrieb weiter läuft.

    Doch in jüngster Zeit sei es zu „kundenseitigen Projektverschiebungen“ gekommen, sodass auch Zahlungen nicht mehr regelmäßig flossen. Das betrifft wohl vor allem ukrainische Projekte. Allerdings, so die Pressesprecherin, gebe es auch einen Zahlungsstau bei anderen Projekten. Der Investor aus der Ukraine hatte sich entschieden, die finanzielle Lücke kurzfristig nicht zu schließen. Die Fuhrländer AG konnte das Defizit letztlich nicht mehr ausgleichen und trat mit dem Insolvenzantrag die Flucht nach vorn an.

    Parallel zu den Rettungsmaßnahmen im Betrieb fand sich im Mai ein ukrainisches Konsortium, das eine Mehrheitsbeteiligung an der Fuhrländer AG übernahm. Damit sollte eigentlich eine bereits seit drei Jahren gut funktionierende Zusammenarbeit gefestigt werden, die auch dazu beitrug, den Markt in der Ukraine zu erschließen. Doch Umweltauflagen und baugenehmigungstechnische Faktoren führten schließlich zu den bereits genannten Problemen. Der Vorstand der Fuhrländer AG, so heißt es in der Presseerklärung, wird nun alles tun, um das laufende Geschäft im Planinsolvenzverfahren weiterzuführen und die Fortführung des Geschäftes am bestehenden Standort zu ermöglichen.

    Claif Schminke von der IG Metall Betzdorf ist entsetzt und erstaunt. „Es ist vor kurzem ein Konzept entwickelt worden, das meiner Ansicht nach wesentliche Probleme beim Schopfe gepackt hat und zukunftsfähig war.“ Von betrieblicher Seite hätten keine weiteren Probleme auftreten dürfen. Die Fuhrländer-AG, sagt Schminke, ist aus dem Westerwald nicht wegzudenken. Aber er sieht im Schritt in die Insolvenz auch die Chance für einen Neubeginn. Es gebe genügend Beispiele, in denen die Insolvenz einen Betrieb wieder fit gemacht hat.

    Die Fuhrländer AG ist Pionier für die Nutzung der Windenergie im Binnenland und gehört in Deutschland sowie in West- und Osteuropa, Brasilien, Vietnam und der Ukraine mit modernsten Anlagen zu den Wegbereitern der Windenergie. Mit dem Insolvenzantrag hat der Konzern den Rettungsanker ausgeworfen. Konkrete Informationen zum weiteren Vorgehen soll es in der kommenden Woche geben.

    Von unserer Redakteurin Susanne Willke

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