40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Westerwälder sollen Geschäftspartner um Millionen betrogen haben
  • Aus unserem Archiv

    Westerwälder sollen Geschäftspartner um Millionen betrogen haben

    Westerwald/Koblenz - Kreditbetrug in mehrfacher Millionenhöhe wird zwei Geschäftsmännern aus der Region vorgeworfen.

    Westerwald/Koblenz - Kreditbetrug in mehrfacher Millionenhöhe – das wird zwei Geschäftsmännern aus der Region vorgeworfen.

    Der ehemalige Geschäftsführer (52) und der damalige Leiter der Finanzabteilung (59) eines Westerwälder Industrieunternehmens müssen sich deshalb vor dem Landgericht in Koblenz verantworten.

    Der 52-jährige sitzt in Untersuchungshaft. Für den aufwendigen Prozess sind insgesamt sechs Verhandlungstage angesetzt. Nach Angaben der Koblenzer Staatsanwaltschaft sollen die beiden Angeklagten bei einem sogenannten Factoring-Geschäft betrogen haben.

    Factoring ist ein in der Wirtschaft übliches Geschäftsgebaren. Eine Firma verkauft dabei eine Forderung an ein anderes Unternehmen, den sogenannte Factorer. Der Käufer der Forderung trägt fortan das Risiko des Geschäfts und erhält als Gegenleistung eine Gebühr. Der Verkäufer der Forderung verfügt kurzfristig wieder über liquide Mittel und kann neue Geschäfte tätigen.

    Einen solchen Vertrag schloss auch das Westerwälder Unternehmen 2006 mit einer Firma aus Eschborn ab. Das Geschäft lief zwei Jahre lang ordnungsgemäß. Übertragene Forderungen, die wieder zurückgekauft wurden, wobei mit neuen Forderungen bezahlt wurde, dienten praktisch als Sicherheit für einen gewährten Kredit.

    Doch nach einiger Zeit geriet das sorgfältig austarierte Geflecht ins Ungleichgewicht. Laut Anklageschrift legten die Westerwälder den Hessen von Januar bis August 2009 in acht Fällen ein Bündel von „faulen" Geschäften ins Nest. Für die abgetretenen Forderungen sollen in diesen Fällen überhaupt keine echten Leistungen erbracht worden sein. In der Folge entstand der Eschborner Firma ein Schaden von mehr als 5 Millionen Euro.

    Der erste Verhandlungstag vor dem Koblenzer Landgericht begann eher zäh: Gleich nach dem Verlesen der Anklageschrift rügten die Verteidiger des ehemaligen Geschäftsführers in einem schriftlichen Antrag die Besetzung der großen Wirtschaftsstrafkammer mit zwei Berufsrichtern und zwei Schöffen (Laienrichtern). Wegen des komplexen Sachverhalts – die Westerwälder Firma unterhielt Geschäftsverbindungen in vier Kontinente, 58 Zeugen sollen vernommen werden, darunter elf aus dem Ausland und die Gerichtsakten umfassen über 10 000 Seiten – müsse die Kammer mit drei Berufsrichtern besetzt werden, so der Antrag. Das Gericht wird darüber am nächsten Verhandlungstag kommenden Montag entscheiden. Mit einem Urteil ist voraussichtlich erst Ende Mai zu rechnen. Winfried Scholz

    Rheinland-Pfalz
    Meistgelesene Artikel
    epaper-startseite
    Anzeige
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Das Wetter in der Region
    Sonntag

    8°C - 14°C
    Montag

    10°C - 14°C
    Dienstag

    10°C - 15°C
    Mittwoch

    10°C - 17°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!