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Bad Kreuznach

Weitere Betrugsvorwürfe: Pensionierter Pfarrer aus Bad Kreuznach in Untersuchungshaft

Ein pensionierter Pfarrer aus Bad Kreuznach sitzt in Untersuchungshaft, weil er während laufender Ermittlungen gegen ihn und sogar nach einer Verurteilung wegen gewerbsmäßigen Betrugs neue Taten begangen haben soll. Der Mann hatte am laufenden Band von vertrauensseligen Bekannten Geld geliehen, das er nicht zurückzahlen konnte.

Bad Kreuznach – Ein pensionierter Pfarrer aus Bad Kreuznach sitzt in Untersuchungshaft, weil er während laufender Ermittlungen gegen ihn und sogar nach einer Verurteilung wegen gewerbsmäßigen Betrugs neue Taten begangen haben soll. Der Mann hatte am laufenden Band von vertrauensseligen Bekannten Geld geliehen, das er nicht zurückzahlen konnte.

Das Schöffengericht hatte den 63-jährigen früheren Polizeiseelsorger und Schulpfarrer Anfang August zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten verurteilt. Die Strafe war zur Bewährung ausgesetzt worden.

Er muss sie nicht antreten, wenn er 250 Stunden gemeinnütziger Arbeit leistet und auf die Dauer von vier Jahren nicht wieder ähnlich straffällig wird. Jetzt sieht es aber so aus, als hätte der pensionierte Pfarrer bereits wenige Tage nach dem Urteil mit seiner Masche weitergemacht.

Er sitzt in Untersuchungshaft, weil es rund um den die Hauptverhandlung weitere Betrügereien gegeben haben soll. Die Staatsanwaltschaft will sich aber erst äußern, wenn die entsprechenden Schriften zugestellt wurden.

Völlig unklar ist, warum der Mann überhaupt seinen Ruf und sein Leben ruiniert. Vor Gericht hatte der dreifache Vater gestanden, rund 30 Bekannte angepumpt zu haben. Für die Staatsanwaltschaft stand fest, dass er bereits wusste, die zinslosen Darlehen – insgesamt ging es um 90 Fälle in den Jahren 2006 bis 2009 – nicht zurückzahlen zu können. 80.000 Euro Schaden sind Verwandten, Freunden und Weggefährten entstanden.

Seine Frau sei erkrankt und habe dadurch ihren Arbeitsplatz verloren, hatte der Angeklagte vor Gericht erklärt. Und seinen Kindern habe er neben dem Studium auch zusätzlich einen Ausbildungsplatz finanzieren wollen. „Wir hatten ständig zu wenig Geld.“ Mit den Darlehen habe er sich in etwas verrannt, was er heute zutiefst bedauere.

Diese Argumentation wollte der Richter in der Verhandlung nicht gelten lassen. „Mit solchen finanziellen Schwierigkeiten teilen Sie das Los von Millionen Menschen.“ Zu dem relativ niedrigen Strafmaß sei es gekommen, weil der Angeklagte nicht vorbestraft ist und ein umfassendes Geständnis abgelegt hat.

Wie die Staatsanwaltschaft auch stellte sich das Gericht die Frage, für was der Angeklagte tatsächlich das Geld ausgegeben hat. Die Antwort sei er schuldig geblieben. Als Geistlicher habe er zudem großen Vertrauensbruch begangenen. Aus diesem Grund sei die Strafe auch nur unter „Zurückstellung erheblicher Bedenken“ zur Bewährung ausgesetzt worden.

Trotz der Gardinenpredigt soll der Mann danach wieder losgezogen sein – in U-Haft kann er das nicht. (rm)

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