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Waldalgesheim

Waldalgesheimer Feuerteufel zündelt morgens um vier

Seit drei Monaten hält ein Feuerteufel die Gemeinde Waldalgesheim in Atem. Die Polizei in Bad Kreuznach hat eine Sonderermittlungsgruppe gebildet, um dem Serientäter auf die Spur zu kommen.

Waldalgesheim – Seit drei Monaten hält ein Feuerteufel die Gemeinde Waldalgesheim in Atem. Die Polizei in Bad Kreuznach hat eine Sonderermittlungsgruppe gebildet, um dem Serientäter auf die Spur zu kommen.

Gegen 4 Uhr in der Frühe, wenn brave Bürger schlafen, geht es meist los: Es brennt irgendwo im Außenbereich. Ein Container, ein Jagdhaus, ein landwirtschaftlicher Geräteschuppen. Die Polizei ermittelt auf Hochtouren, hat auch schon viele Spuren gesichert, doch die Bevölkerung ist zutiefst beunruhigt. Ortsbürgermeister Dr. Gerhard Hanke: „Die Bürger sind natürlich sensibilisiert, aber mehr als aufmerksam beobachten können wir auch nicht. Mitarbeiter der Gemeinde haben vor allem jetzt Objekte im Außenbereich im Auge. Eine schlimme Situation.“ Forstdirektor Hanke weiß, dass der Wald, in dem unter anderem eine Jagd- und eine Blockhütte dem Feuerteufel zum Opfer fielen, in den sommerlichen Trockenmonaten zum Problem werden könnte. Hanke hofft, dass die Polizei-AG bald eine Festnahme vermelden kann.

Hankes Kollege, der Weilerer Ortsbürgermeister Erwin Owtscharenko, kennt als Polizeibeamter einige Fälle von Brandstiftungsserien, war teils selbst an der Festnahme beteiligt. Owtscharenko: „Ein schwieriges Metier. Es muss gelingen, Gesetzmäßigkeiten herauszufinden. Vor allem müssen die Ermittler rechtzeitig vor Ort sein, denn oft sind Brandstifter als Beobachter ihrer Tat in der Nähe. Zunächst war Weiler bei der Brandserie außen vor, doch am Wochenende brannten Matratzen an einem Container. Der Zusammenhang sei naheliegend, sagt Owtscharenko. Schlimm werde es, wenn es in die Nähe von Wohnhäusern gehe. Das sei leider oft so bei solchen Serien. Ereignisdichte und Schäden nähmen zu.

Die Vermutung mit der Ereignisdichte könnte sich gestern bestätigt haben: In Weiler brannten drei Mülltonnen. Ein Zeuge alarmierte kurz vor Mitternacht die Feuerwehr, die den Brand löschte. An einer Hauswand und an Fenstern gab es Brandschäden. 40 Minuten später brannten in Bingen-Sponsheim 35 Strohballen. Die beiden Brände passen zwar nicht in das bisherige Profil, es könnten auch Trittbrettfahrer gewesen sein. Doch auszuschließen sei es nicht, dass es der gleiche Täter war, sagt die Polizei, die auf die Mithilfe der Bevölkerung setzt. Pressesprecher Rene Nauheimer (Mainz) hofft auf Hinweise durch Zeugen (Telefon 0671/88110). Nauheimer: „Die Bürger sollten wachsam sein und sich bei Verdachtsfällen melden. Lieber fahren wir bei einer Lappalie einmal zu oft raus.“ In der Bürgerschaft gibt es eine große Beunruhigung, denn die Bandbreite der Brandobjekte ist groß, reicht von der Jagdhütte bis zur Reithalle, vom Container bis zum Bauernschuppen. (as)

Rheinland-Pfalz
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