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    Vier Fragen und Antworten: Bröckelnde Brücken lähmen Autobahnen an empfindlicher Stelle

    Die Dauerbelastung durch tonnenschwere Sattelschlepper hinterlässt ihre Spuren. Doch viele strapazierte Autobahnbrücken in Deutschland stecken im Sanierungsstau - die Folgen nerven nicht nur Lkw-Fahrer. Fragen und Antworten zum Thema.

    Schiersteiner Brücke gesperrt
    Autobahnmeisterei-Arbeiter auf der gesperrten Schiersteiner Brücke in Mainz.
    Foto: Boris Roessler - DPA

    Von Sascha Meyer

    Sie sind besonders empfindliche Stellen der deutschen Autobahnen: Wenn bei altersschwachen Brücken Probleme auftauchen, gilt zuerst Schleichtempo und Überholverbot für Lastwagen. Kommt es noch schlimmer, müssen schwere Transporter sogar Umwege fahren.

    Wegen solcher Teilsperrungen sind die Rheinbrücke auf der A1 bei Leverkusen und die Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal auf der A7 schon zu Symbolen für den Verschleiß im Transitland Deutschland geworden. Marode ist auch die Schiersteiner Brücke auf der A643 zwischen Mainz und Wiesbaden, die nun sogar voll gesperrt werden musste - immerhin entsteht bereits ein Ersatzbau. Andere Nadelöhre warten noch darauf.

    1. In welchem Zustand sind die Brücken?

    • An Autobahnen und Bundesstraßen gibt es mehr als 39 000 Brücken. Ein großer Teil wurde schon in den 1960er bis 1980er Jahren gebaut, häufig als Spannbetonkonstruktion. Der Zustand hat sich über die Jahrzehnte verschlechtert. Als sehr gut oder gut gilt er noch bei 14 Prozent aller Brückenflächen, wie mit Stand 2012 analysiert wurde. Ebenso groß ist aber der Anteil der Brücken, die nicht ausreichend oder sogar ungenügend in Schuss sind. Nach dem Aufbau Ost gibt es vor allem im Westen der Republik Brennpunkte. Am stärksten betroffen sind Brücken in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen, erläutert der Autofahrerclub ADAC.

    2. Was sind Gründe für den Verschleiß?

    •  Viele Straßenbauten müssen inzwischen größere Belastungen aushalten als einmal gedacht. Der Lkw-Verkehr, der Fahrbahnen ungleich stärker belastet als viele leichtere Pkws, hat massiv zugenommen. Seit 1980 verfünffachte sich die Gütertransportleistung auf der Straße und soll laut Regierungsprognose weiter steigen. Zugleich werden Lkws immer schwerer. Erlaubt sind längst 44 Tonnen Gesamtgewicht, nachdem es in den 1950er Jahren die Hälfte war. Dazu kommen immer mehr extrem schwere Sondertransporte mit Spezialgenehmigung. An zahlreichen Brücken wurde nicht rechtzeitig auf den Erhalt geachtet - auch wegen leerer Kassen.

    3. Was soll gegen Brücken-Probleme getan werden?

    •  Der Bund will mehr Geld in die Sanierung lenken. „Wenn die Brücke nicht mehr funktionsfähig ist, dann ist auch die Straße vor und nach der Brücke nicht mehr funktionsfähig“, argumentiert Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). 400 Millionen Euro mehr als geplant sollen dafür reserviert werden, so dass bis 2017 insgesamt eine Milliarde Euro für größere Erneuerungen bereitstehen. In einem Programm wurden für 2015 vorerst 78 Projekte aufgeführt. Um Verfahren zu beschleunigen, soll das Bundesverwaltungsgericht beim geplanten Neubau der Leverkusener Brücke die einzige Instanz für Klagen sein. Die Länder wünschen sich dies auch für die Rader Hochbrücke in Schleswig-Holstein.

    4. Gibt es Brücken-Probleme nur auf der Straße?

    • Auch der Bahn machen bröckelnde Brücken Sorgen. Rund 9000 der 25 000 Konstruktionen sind schon älter als 100 Jahre, knapp 1200 gelten als dringend sanierungsbedürftig. Gerade besiegelten der bundeseigene Konzern und der Bund eine Milliarden-Vereinbarung zum Erhalt des Schienennetzes. Bis 2019 muss die Bahn demnach mindestens 875 Brücken teilweise oder komplett erneuern. Der Bundesrechnungshof hält das noch für zu wenig: „Für einen dauerhaften Substanzerhalt müssten rein rechnerisch bis zu 400 Brücken pro Jahr erneuert werden.“

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