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    Berlin/Limburg

    Verschwendung: Kirche nimmt Skandal-Bischof ins Gebet

    Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst scharf kritisiert.

    Von unserer Berliner Korrespondentin Rena Lehmann

    Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst
    Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst.
    Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv. - DPA

    Er sei sicher, dass sich der Limburger Bischof "gründlich mit der notwendigen Selbstkritik auseinandersetzen wird", sagte Zollitsch angesichts des Strafbefehls gegen den Limburger Bischof. Der Freiburger Erzbischof will in Rom mit Papst Franziskus über Konsequenzen sprechen. Tebartz-van Elst hat angekündigt, sich am Wochenende wegen der Vorwürfe in einem Brief an die Gläubigen zu wenden.

    Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat gegen ihn einen Strafbefehl wegen einer Falschaussage im Zusammenhang mit einem Flug in der ersten Klasse nach Indien im Januar 2012 beantragt. Tebartz-van Elst soll behauptet haben, die günstigere Business-Klasse genutzt zu haben. Außerdem steht er wegen der Kostenexplosion für den neuen Bistumssitz auf inzwischen 31 Millionen Euro unter Druck. Im Bistum fordern Gremienvertreter seinen Rücktritt.

    Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch. Foto: dpa
    Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch.
    Foto: dpa

    Zollitsch sagte, dass er den Strafbefehl "mit großer Sorge" verfolgt. Seines Wissens habe es bislang keinen vergleichbaren Fall gegeben. Unmittelbare Konsequenzen forderte der Erzbischof zwar nicht. Dies läge noch in den Händen des Limburger Bischofs. Er selbst will aber bei einem Besuch in Rom Ende nächster Woche in einer Audienz mit Papst Franziskus Vorschläge machen. "Die Entscheidung liegt dann beim Heiligen Vater", sagte Zollitsch. Er selbst habe zuletzt am Montag mit dem Limburger Bischof telefoniert. Zollitsch hat außerdem eine Prüfkommission zu den Finanzen im Bistum Limburg eingesetzt. Er werde das ihm Mögliche zur Aufklärung beitragen, sagte er. "Ich bin von den 31 Millionen Euro genauso überrascht wie Sie", sagte Zollitsch gegenüber Journalisten.

    Mit Blick auf die Amtsführung des neuen Papstes Franziskus, der für Barmherzigkeit und Bescheidenheit wirbt, sagte der Vorsitzende der deutschen Bischöfe: "Ich bin dankbar für das, was der neue Papst vorlebt." Ziel der Kirche sei es, "nah bei den Menschen zu sein". Die Vorwürfe gegen Tebartz-van Elst treffen aus seiner Sicht nicht allein dessen Bistum. "Das ist eine schwere Situation für die katholische Kirche in Deutschland."

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    Der Limburger Bischof zeigte sich in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung uneinsichtig. Auf die Frage, ob er zurücktreten werde, antwortete Tebartz-van Elst: "Viele Gläubige wissen sehr wohl zu unterscheiden zwischen den Fehlern, die tatsächlich gemacht wurden, und dem, was in den Medien daraus gemacht wird." Er verstehe, dass man angesichts der Zahl von 31 Millionen Euro Baukosten "erschrickt". Dahinter stünden aber "zehn einzelne Bauprojekte".

    "Man muss viele Details kennen, etwa die Auflagen des Denkmalschutzes", sagte der 53-Jährige. Wer ihn kenne, wisse, "dass ich keinen pompösen Lebensstil brauche". Die hessischen Denkmalschützer gaben an, keine Auflagen für den Bau gemacht zu haben. "Die Kostensteigerung auf den Denkmalschutz zu schieben, das ist unlauter und ein Schlag ins Gesicht unserer Arbeit", sagte der Architekt Stephan Dreier.

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