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Rheinland-Pfalz

Veranstalter droht mit Abgang: Legendäres Festival am Nürburgring auf der Kippe

Fällt jetzt auch noch der seit Jahren immer ausverkaufte Festivalklassiker Rock am Ring den Wirren des Pächterstreits am Nürburgring zum Opfer? Der Macher des populärsten deutschen Musikevents, Marek Lieberberg, hat jedenfalls für 2013 „keine Planungssicherheit“, wie er sagt. Das Infrastrukturministerium in Mainz habe ihm bislang schriftlich „keine definitive Terminzusage“ geben können, bedauert er. Seine Ansage ist deutlich: „Wenn wir gehen, dann endgültig.“

Rock am Ring 2012 – Samstag: Kontrastprogramm geht in die zweite Runde
Hinter der Alternastage auf dem Nürburgring geht die Sonne unter – sollte das Rock am Ring-Festival 2012 das letzte gewesen sein?
Foto: Andreas Jöckel

Rheinland-Pfalz. Fällt jetzt auch noch der seit Jahren immer ausverkaufte Festivalklassiker Rock am Ring den Wirren des Pächterstreits am Nürburgring zum Opfer? Der Macher des populärsten deutschen Musikevents, Marek Lieberberg, hat jedenfalls für 2013 „keine Planungssicherheit“, wie er sagt. Das Infrastrukturministerium in Mainz habe ihm bislang schriftlich „keine definitive Terminzusage“ geben können, bedauert er. Seine Ansage ist deutlich: „Wenn wir gehen, dann endgültig.“ Vorsichtshalber spricht er bereits jetzt auch mit anderen Rennstreckenbetreibern, weil er schon bald mit den wichtigsten Bands über das Programm vom 7. bis 9. Juni 2013 verhandeln muss.

Zu Rock am Ring kamen am ersten Juni-Wochenende 85 500 Besucher. 3,9 Millionen Fans saßen am Fernseher, Liveübertragungen im Internet gingen in 132 Länder. Das Festival zählt zu den profitabelsten Veranstaltungen am Ring. Damit habe auch das Land „Millionen verdient“, sagt Lieberberg. Zuletzt blieben, so schätzen Kenner der Szene, 900 000 Euro für den Ring übrig. Rock am Ring steigt bereits seit 1985 mit kurzen Unterbrechung in der Eifel und bringt auch der Region enormen Umsatz.

Ministerium glaubt an Lösung vor der Sommerpause

Dass der Termin für 2013 tatsächlich noch nicht bestätigt wurde, erklärt das Infrastrukturministerium mit den laufenden Gesprächen über die Rückgabe des Rings. Der Sprecher des Ministers Roger Lewentz (SPD), Christoph Gehring, hält es aber er für möglich, dass es noch vor der Sommerpause eine Lösung mit den gekündigten Pächtern Jörg Lindner und Kai Richter gibt.

Lieberberg jedoch versteht das Zögern des Landes nicht, weil sein Vertrag mit der nahezu landeseigenen Nürburgring GmbH abgeschlossen wurde und seines Wissens auch nicht auf die Pächter übertragen worden ist. Die Scheu des Landes, eine feste Terminzusage zu machen, kann sich die Konzertagentur deshalb nicht mit der europarechtlichen Hängepartie um verbotene Beihilfen erklären.

Nicht nur Lieberberg wartet

Lieberberg hat Lewentz nach eigenen Angaben am 4. Juni noch einmal schriftlich die Bedeutung des Festivals geschildert, auf den Termindruck hingewiesen und erklärt, dass er bei vagen Zusagen alternativ planen muss. Und: nicht nur Lieberberg wartet. Nach Angaben der Pächter will der britische Formel-1-Rechteinhaber Bernie Ecclestone ebenfalls in vier Wochen die Rennen der nächsten Saison planen – eines davon soll in auch in der Eifel laufen.

Die Pächter zweifeln aber an einer schnellen Einigung mit dem Land: Erst in dieser Woche ist ein Gesprächstermin geplatzt, ein neuer noch nicht vereinbart. Nach Angaben der Pächter haben die Anwälte des Landes kurz vor dem Treffen einen Schriftsatz mit Änderungen in fast allen Punkten geschickt. Sprecher Gehring wollte sich dazu nicht genauer äußern.

Von unserer Redakteurin Ursula Samary

Landespolitik
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