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    Trotz Selbstanzeige kann Strafe drohen

    Wer sich als Steuersünder selbst anzeigt, kann nicht automatisch damit rechnen, dass er straffrei bleibt. Er müsse dem Finanzamt auch entsprechende Unterlagen so aufbereitet übergeben, dass eine Veranlagung ohne größere eigene Ermittlungen möglich ist, teilte die Oberfinanzdirektion Koblenz am Dienstag mit.

    Koblenz - Wer sich als Steuersünder selbst anzeigt, kann nicht automatisch damit rechnen, dass er straffrei bleibt. Er müsse dem Finanzamt auch entsprechende Unterlagen so aufbereitet übergeben, dass eine Veranlagung ohne größere eigene Ermittlungen möglich ist, teilte die Oberfinanzdirektion Koblenz am Dienstag mit.

    Es reiche nicht, "dem Finanzamt einfach einen Haufen Belege und Ordner zur Auswertung hinzustellen". Wer nach einem Hinweis des Amtes nicht nachbessere, müsse von einer unwirksamen Selbstanzeige und damit dem Wegfall der Straffreiheit ausgehen.    

    Die Form der Selbstanzeigen, die derzeit wegen der angekauften Daten-CD in Nordrhein-Westfalen gehäuft eingehen, betrachten die Steuerfahnder "mit Sorge". Gerade bei Kapitalanlagen werde anscheinend der Aufwand einer ausführlichen Aufarbeitung der Bankbelege gescheut. Stattdessen würden alle Unterlagen gesammelt eingereicht. Angesichts der vielen Verfahren könnten die Fahnder dem Steuerhinterzieher die "Ermittlungsarbeit" aber nicht abnehmen, hieß es.    

    Mit dem Ankauf der Steuersünder-CD in Nordrhein-Westfalens sind in Rheinland-Pfalz seit Jahresbeginn bereits fast 1400 Selbstanzeigen wegen hinterzogener Kapitaleinkünfte eingegangen, sagte die Sprecherin der Oberfinanzdirektion, Wiebke Girolstein. Dies seien rund 1000 mehr als "in normalen Jahren". Die Zahl der Selbstanzeigen über alle Steuerarten hinweg belaufe sich auf gut 1700.    

    Im Raum Trier hat das Finanzamt einen Manager gestellt, der für die Jahre 2004 bis 2009 eine Million Euro Steuern nachzahlen muss. Der Mann sei in Luxemburg im Finanzsektor angestellt, habe aber vor allem in Deutschland gearbeitet, sagte Amtssprecher Klaus-Robert Braus. Hinzu kommen fast 90 000 Euro an Sozialversicherungsbeiträgen, die er bereits bezahlt habe.

    Dem Manager sei bewusst gewesen, dass er in Deutschland Steuern hinterziehe. Er habe mit seinem luxemburgischen Arbeitgeber sogar eine "arbeitsrechtliche Vereinbarung" geschlossen, nach der dieser die deutschen Steuern nachzahle, falls sein Mitarbeiter erwischt werde. "Das ist schon ungewöhnlich", sagte Braus.

    - Oberfinanzdikretion: www.fin-rlp.de

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