40.000
Aus unserem Archiv
Trier

Trotz Drohnen-Einsatz: Schicksal von Tanja Gräff bleibt ungeklärt

Im Vermisstenfall Tanja Gräff sucht die Polizei heute noch einmal die „Roten Felsen“ unterhalb der Trierer Fachhochschule ab. Am 30. März ist Tanjas Vermisstenfall Thema einer Spezialsendung von «Aktenzeichen XY ... ungelöst».

Tanja Gräff
Undatiertes Polizeifoto der vermisste Studentin Tanja Gräff aus Trier. (Archiv)
Foto: DPA

Trier – Die Studentin Tanja Gräff ist seit 2007 spurlos verschwunden. Die Trierer Polizei hat wenig Hoffnung, den Fall noch zu klären. Vergebens setzte sie nun eine Drohne samt Kamera ein. Tanja wird auch Thema einer Spezialsendung von "Aktenzeichen XY ... ungelöst" sein.

Der Vermisstenfall Tanja Gräff lässt die Trierer Polizei nicht los. Am Freitag suchten Spezialisten die Felsen an der Fachhochschule mit einem unbemannten Minifluggerät samt Kamera ab. Dort war die Studentin Tanja bei einem Sommerfest vor fast vier Jahren spurlos verschwunden. Rodungsarbeiten und erst dünner Blattbewuchs der Bäume ermöglichen nun neue Einblicke am Felsenhang. Doch die Höhenrettungseinheit der Trierer Feuerwehr und das Höheninterventionsteam der rheinland-pfälzischen Bereitschaftspolizei entdecken mit ihrer Drohne keine weiteren Spuren in dem mysteriösen Fall Gräff.

Polizei vermutet Gewaltverbrechen

Die Polizei vermutet ein Gewaltverbrechen und will nichts unversucht lassen. Drei Ermittler haben sich auch erneut die 200 Aktenordner des Falles vorgenommen, um doch noch einen Hinweis auf das Schicksal der 21-jährigen Studentin aus Korlingen bei Trier zu finden. Seit Monaten durchforstet das Trio akribisch alle 800 Spuren, die seit dem Verschwinden Tanjas vor fast vier Jahren angelegt wurden. Aber auch hier heißt es: "Bislang konnten sie nichts Neues finden", sagt der Leiter des Kommissariats für Kapitaldelikte der Kriminaldirektion Trier, Christian Soulier. Und ergänzt: "Mit den Informationen, die wir jetzt haben, ist die Chance relativ gering, den Fall noch zu klären."

Tanjas letztes Lebenszeichen – ein Handy-Telefonat um 4.13 Uhr

Tanjas letztes Lebenszeichen im Juni 2007 war ein Handy-Telefonat um 4.13 Uhr morgens mit ihren Freunden. "Dann reißt die Informationskette ab." Warum ist das vermutete Gewaltverbrechen so schwer aufzuklären? "Es gibt keinen Tatort, kein Fundstück." Das heißt, die klassischen Ermittlungsmethoden kommen gar nicht erst zum Tragen. Wie etwa die Kriminaltechnik. Vernehmungen seien eigentlich nur "bessere Befragungen". Und alle diese führen zu einem Punkt, "wo wir nicht weiter kommen", sagt Soulier.

"Aktenzeichen XY ... ungelöst" fragt, wie Eltern mit Verschwinden eines Kindes fertig werden

Der rätselhafte Fall von Tanja Gräff wird am 30. März Thema bei einer Spezial-Sendung von "Aktenzeichen XY ... ungelöst" im ZDF sein. Darin stehe vor allem im Fokus, wie Eltern mit dem plötzlichen Verschwinden ihres Kindes fertig werden, sagt die Redaktionsleiterin der Sendung, Ina-Maria Reize, in München. Neben Tanjas Fall werden drei weitere Vermisstenfälle nachgestellt – und Angehörige zu Wort kommen. Auch die Mutter von Natascha Kampusch, Brigitta Sirny-Kampusch, soll ins Studio kommen. "Sie will den Angehörigen Hoffnung geben", hieß es. Ihre Tochter Natascha war als zehnjähriges Mädchen in Wien entführt und acht Jahre lang gefangen gehalten worden.

"Es müsste ein Zeuge kommen, der was ganz Neues hat"

Trotz wenig Hoffnung – die Trierer Ermittler wollen nicht aufgeben. "Da hängt man schon mit Herzblut dran", sagt Soulier. Was der Durchbruch sein könnte? "Es müsste ein Zeuge kommen, der was ganz Neues hat. Oder man findet einen Tatort, ich denke an den berühmten Pilzsammler." Nach wie vor gebe es auch neue Hinweise, etwa ein bis zwei die Woche. Aber in letzter Zeit seien diese sehr weit hergeholt.

Probleme bereiten der Polizei die "Internet-Ermittler": "Sie kombinieren Fakten, Theorien, Spekulationen, Vermutungen und machen daraus komplett neue Geschichten", sagt der Kommissariats-Leiter. Diese "massive Spinnerei" mache den Beamten zu schaffen. Auch Hinweise von Leuten, die Tanja angeblich gesehen haben wollen, kosteten Zeit. Ob in Bangkok, Frankreich oder sonst wo.

Die drei "Spurenleser" haben inzwischen knapp die Hälfte der Akten durchforstet. Im Oktober wollen sie mit allem durch sein. "Es ist die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, wobei wir den Heuhaufen noch nicht gefunden haben", sagt Ermittler Dieter Borresch. Danach werden die drei großen Schränke mit Aktenordnern erstmal wieder geschlossen – bis eine neue Spur auftaucht. Vielleicht dann eine heiße.

Bei der Spezialsendung von Aktenzeichen XY werden die Eltern von Tanja Graeff im Studio sein. Zum internationalen Tag der Verschwundenen waren Waltraud und Karl-Heinz Graeef bereits einmal bei RPR1 im Studio (mp3-Datei zum Anhören). Für die Suche nach Tanja Graeff gibt es auch eine offizielle Webseite.

Rheinland-Pfalz
Meistgelesene Artikel
Anzeige
epaper-startseite
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
  • Lokalticker
  • Regionalsport
  • Newsticker
Das Wetter in der Region
Mittwoch

3°C - 7°C
Donnerstag

2°C - 7°C
Freitag

3°C - 6°C
Samstag

3°C - 6°C

Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

Anzeige
Anzeige
Event-Kalender
Veranstaltungstipps

Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!