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    Tödliches Baumunglück: Mitarbeiter der Stadt Trier verurteilt

    Vor einem Jahr stürzte in Trier ein Baum um und tötete eine Frau. Nun ist ein Mitarbeiter des Grünflächenamts verurteilt worden. Er hätte das Unglück verhindern können, meint das Gericht und spricht von Schlamperei. Doch der Mann sei nicht alleine schuld.

    Wegen des tragischen Baumunglücks wurde ein Mitarbeiter der Stadt Trier verurteilt. Foto: dpa
    Wegen des tragischen Baumunglücks wurde ein Mitarbeiter der Stadt Trier verurteilt.
    Foto: dpa

    Vor einem Jahr stürzte ein maroder Kastanienbaum in Trier um und erschlug eine 70-jährige Frau. Wegen fahrlässiger Tötung ist nun am Donnerstag ein städtischer Mitarbeiter zu einer Geldstrafe von 4800 Euro verurteilt worden. „Sie haben in unverantwortlicher Weise versagt“, sagte Amtsrichter Wolf-Dietrich zu dem 53-jährigen Gärtnermeister.

     Der Angeklagte hätte das Unglück verhindern können, wenn er den maroden Baum vorher eingehend untersucht und angeordnet hätte, ihn zu fällen. Dann hätte er erkannt, dass die Kastanie am Sterben war und jederzeit umstürzen konnte, sagte Strick.

    70-Jährige wurde vom Baum erschlagen.

    Im November 2012 war in der Trierer Innenstadt am Rand eines Parks eine rund 18 Meter hohe Kastanie umgestürzt. Der Baum verfehlte knapp eine Schülergruppe und tötete eine 70-Jährige. Ein 59 Jahre alter Fußgänger wurde ebenfalls getroffen und schwer verletzt. Das Amtsgericht Trier verurteilte den Mitarbeiter des städtischen Grünflächenamtes daher auch wegen fahrlässiger Körperverletzung. Das Urteil ging über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus, die eine Geldstrafe von 1800 Euro gefordert hatte. Der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert.

    Der 53-Jährige war für Zweitkontrollen von beschädigten Bäumen zuständig. Trotz eines Hinweises von einem Kollegen im Juli 2012, dass die etwa 90 Jahre alte Kastanie krank sei, hatte er den Baum anschließend nicht umfassend untersucht. Er sei vor Ort gewesen und hätte erkennen müssen, wie schlecht es um den Baum stand, sagte Strick. Die Kastanie war von einem Pilz befallen, der das Holz zersetzte. Der Stammfuß wies eine Höhlung auf, die Belaubung war unnormal, hatte ein Sachverständiger im Prozess ausgesagt.

    Mitarbeiter war nicht der Alleinschuldige.

    „Der Baum hat ihnen deutliche Merkmale gezeigt, aber sie haben sie nicht erkannt. Das war schlampig und verantwortungslos“, sagte Strick. Dennoch sei der Stadtmitarbeiter nicht der Alleinschuldige. „Es war nicht nur etwas faul im Baum, sondern auch im Grünflächenamt“, sagte der Richter. Es habe „eklatante Organisationsmängel“ gegeben. Die Stadt habe versucht, die Verkehrssicherungspflicht mit einem Minimum an Personal- und Kostenaufwand zu leisten und dadurch ihre Bediensteten sehenden Auges an die Grenze verantwortlichen Arbeitens geführt.

    Der Gärtnermeister hatte im Prozess erklärt, er habe die Dringlichkeit nicht erkannt. Sonst hätte er anders gehandelt. Er habe zum Zeitpunkt des Unglücks etwa 100 Bäume auf seiner Liste für Zweitkontrollen gehabt, die Arbeitsbelastung sei hoch gewesen. „Das Geschehene tut mir leid“, sagte er.

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