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    Tödlicher Unfall: Busfahrer schuldig

    Drei Monate Haft, ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung, einen Monat Fahrverbot und eine Geldbuße sind die Strafe für einen Busfahrer (41) aus dem unteren Westerwaldkreis, der im vergangenen Winter eine Fußgängerin tödlich verletzt hatte.

    Westerwaldkreis – Drei Monate Haft, ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung, einen Monat Fahrverbot und eine Geldbuße sind die Strafe für einen Busfahrer (41) aus dem unteren Westerwaldkreis, der im vergangenen Winter eine Fußgängerin tödlich verletzt hatte.

    Die damals 62-Jährige wollte in der Montabaurer Innenstadt an einer für sie grün zeigenden Ampel die Straße überqueren und ist dabei von einem Bus erfasst und acht Meter weit geschleudert worden. Sie erlag ihren schweren Kopfverletzungen. Das Gericht erklärte den Angeklagten der fahrlässigen Tötung für schuldig.

    Der Angeklagte schilderte den Unfallhergang plausibel. Er sei bei Grün in eine große Verkehrskreuzung hinein gefahren, musste aber mitten auf der Kreuzung stoppen, weil Linksabbieger vor ihm hielten. Nachdem die Straße frei und er wieder angefahren war, sah er einen Schatten von rechts auf die Fahrbahn springen und trat sofort auf die Bremse. Doch zu spät: Der Busfahrer hatte nicht kalkuliert, dass die Fußgängerampel zwischenzeitlich auf Grün geschaltet hatte. Auf die Frage des Richters, ob er das gelbe Blinklicht nicht gesehen hatte, konnte der Angeklagte nur mit Nein antworten.

    Die Verhandlung sollte nun klären, ob der Unfall hätte vermieden werden können. Drei Zeugen und ein Gutachter hörte sich der Richter an, um der Ursache des tragischen Unfalls auf die Spur zu kommen. Alle Aussagen bestätigten, dass die Frau bei Grün auf die Fahrbahn getreten ist. Damit war es ohne Belang, dass sie sich vermutlich in Hast dem Fußgängerüberweg genährt hatte. Es blieb die Frage: Hätte der Busfahrer das gelbe Blinklicht sehen müssen?

    Das Gutachten, das den Unfallhergang in Zusammenhang mit Ampelphasen, Geschwindigkeitsdiagrammen und Bremsweg stellt, bestätigt die Aussage des Angeklagten. Doch es bestätigt auch die Befürchtung, dass der Busfahrer den Unfall hätte vermeiden können, wenn er das gelbe Blinklicht wahrgenommen und entsprechend früher reagiert hätte. Nur eine Sekunde früher sogar. Dann wäre er mindestens zwei Meter vor der Fußgängerampel zum Stehen gekommen.

    Dennoch blieb vorläufig das Verständnis auf Seiten des Angeklagten. Schließlich hatte er bisher ein eher unauffälliges Leben geführt und vermittelte nicht den Eindruck eines Verkehrsrowdys. Er litt augenscheinlich unter dem Vorfall und war in psychologischer Behandlung. Der Staatsanwalt forderte zwar eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung. Als Strafe hielt er aber eine Verwarnung und eine Geldbuße für ausreichend, mit dem Hinweis, dass ein solches Augenblicksversagen jedem hätte passieren können. Der Verteidiger wünschte sich lediglich ein mildes Urteil. Es stünde ihm nicht zu, von einem Mitverschulden zu sprechen, sagte er weiter. Vermied es aber, das weiter auszuführen.

    Das alles nutzte nicht viel, der Richter, der bis zur Urteilsverkündung gelassen schien und dem Angeklagten zunächst verständnisvoll gegenübertrat, überraschte mit einer Haftstrafe und einer gehörigen Portion Ärger, den er auch begründete. Die Sichtverhältnisse seien am Unfalltag gut gewesen und schließlich sei der Angeklagte Berufskraftfahrer, kenne die Strecke gut und müsse sich stets über die besondere Verantwortung, die er trägt, bewusst sein: „Ich möchte Ihnen damit den Unwert ihrer Tat vor Augen führen – das war grob fahrlässig.“ Immerhin sei der Angeklagte durch dieses Urteil, gegen das er binnen einer Woche Widerspruch einlegen kann, nicht vorbestraft. (skw)

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