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    VordereifelTierisch was los in der Vordereifel: Verirrter Waldziegenbock findet ein neues Zuhause

    Sie nannten ihn Nico: Der Waldziegenbock, der seit Wochen in der Vordereifel umherirrte, hat von den Kindern, die ihn in Virneburg gefangen haben, einen Namen bekommen.

    Gerhard Degen lächelt, als er dabei zuschaut, wie sich Nico (rechts) in seinem Stall in Kirchwald langsam einlebt.  Foto: Elvira Bell
    Gerhard Degen lächelt, als er dabei zuschaut, wie sich Nico (rechts) in seinem Stall in Kirchwald langsam einlebt.
    Foto: Elvira Bell

    Von unserer Mitarbeiterin Elvira Bell

    Wird Nico jetzt etwa zum lebendigen Maskottchen der Verbandsgemeinde Vordereifel? Wenn es nach Gerhard Degen aus Kirchwald geht, ja. Denn der Berufsschäfer, bei dem Nico inzwischen untergekommen ist, sieht in dem besonderen Gast einen Glücksbringer und ein Identifikationsobjekt für die einzigartige Fauna und Flora der Wacholderheiden in der Osteifel.

    "Es wäre doch schön, wenn Nico ebenso wie Geißbock Hennes vom 1. FC Köln berühmt würde", wünscht sich der "Ziehvater" des Thüringer Waldziegenbocks. Da Nico keine gesetzlich vorgeschriebene elektronische Ohrmarke (einen Kennzeichnungschip) trägt, wird sich der rechtmäßige Besitzer mit Blick auf die bisher entstandenen Einsatzkosten sicher nicht melden, mutmaßt Gerhard Degen.

    Auch Verbandsgemeindebürgermeister Gerd Heilmann befürchtet, dass man den Besitzer wohl nicht ausfindig machen wird, wie er der RZ berichtet. "Wir müssen eine Lösung finden, um die Sache zu einem zufriedenstellenden Ende zu bringen", sagt der VG-Chef. Nach Meinung des Berufsschäfers wäre Gerd Heilmann, dessen Eltern einen landwirtschaftlichen Betrieb in Ettringen hatten, geradezu prädestiniert, dem Tier in der historischen Kulturlandschaft eine neue Heimat und artgerechte Bleibe zu geben.

    Bereits seit Anfang des Monats hat Nico, der durch seine kräftigen Hörner und seinen langen Bart auffällt, unter anderem das Ordnungsamt der VG auf Trab gehalten. "Man hatte zunächst angenommen, dass das Tier zu meiner 300 Schafe und 30 Ziegen zählenden Herde gehört, mit der ich mich kurz zuvor auf einer Heidefläche in der Nähe von Virneburg aufgehalten hatte", erzählt Degen. Doch dem war nicht so. Er nimmt an, dass das Tier aus der Region rund um Virneburg stammt. Denn nachdem Nico am vergangenen Wochenende in der Nähe der Rodder-Höfe zwischen Ettringen und Bell gesichtet worden war, wurde er wenig später in der Nähe von Schloss Bürresheim gesehen, ehe er schließlich wieder nach Virneburg zurückkehrte.

    Am Donnerstag konnte das freilaufende Tier aufgrund des beherzten Handelns einer kleinen Gruppe von Zehn- bis Zwölfjährigen mit der Hilfe eines 80-jährigen rüstigen Rentners auf dem Gelände einer Umschaltstation der Telekom in Virneburg dingfest gemacht werden (die RZ berichtete). Ein Tierarzt betäubte den Bock, der jetzt vorübergehend in Kirchwald eine Bleibe hat. Im Stall von Gerhard und Margot Degen hat sich Nico zwischen einigen Ziegen inzwischen bereits eingelebt. "Die Ziegenmädels stehen auf seinen eindringlichen, intensiven Geruch", erzählt Degen mit einem verschmitzten Lächeln.

    Allerdings reagiert der Thüringer Waldziegenbock auf Menschen noch ein wenig ängstlich - dabei aber keineswegs aggressiv. Ob er allerdings in die Wanderherde (Schaf-Ziegen-Heide) als natürlicher "Rasenmäher", um den Bewuchs der wachstumsstarken Pflanzen zu begrenzen, integriert werden kann, scheint zweifelhaft und ist derzeit noch völlig ungewiss. Margot Degen klingt eher pessimistisch: "Allem Anschein nach ist Nico nicht an eine Herde gewöhnt. Er kennt wohl auch keine Elektrozäune."

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