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Theodor Wolff: Ein Kämpfer für die Freiheit des geschriebenen Wortes

Er ist die angesehenste und bedeutendste Auszeichnung für Journalisten in Deutschland, der Theodor-Wolff-Preis. Er soll das Bewusstsein für Bedeutung und Verantwortung journalistischer Arbeit in einer Demokratie wachhalten und mehren. Gleichzeitig soll er die Erinnerung an seinen Namensgeber, Theodor Wolff, und dessen trauriges Schicksal bewahren.

<a href="http://www.rhein-zeitung.de/region_artikel,-Theodor-Wolff-Ein-Kaempfer-fuer-die-Freiheit-des-geschriebenen-Wortes-_arid,1365760.html#.VfCJ0hHtlBc">Theodor Wolff</a> gilt bis heute als einer der bedeutendsten deutschen Publizisten.
Theodor Wolff gilt bis heute als einer der bedeutendsten deutschen Publizisten.
Foto: BDZV

Theodor Wolff und sein "Berliner Tageblatt", das war von 1906 an eine Arbeits-, Lebens- und Schicksalsgemeinschaft, die 1933 von den Nationalsozialisten zerstört wurde. Als gerade 19-Jähriger war Theodor Wolff 1887 in die Redaktion eingetreten, hatte sich von der Pike auf hochgearbeitet, engagiert zunächst vor allem auf kulturellem Gebiet. Der junge Redakteur war ein künstlerisch veranlagter Mensch, der selbst Gedichte und Theaterstücke wie "Die Königin", "Niemand weiß es" und andere schrieb. Kein Geringerer als Gerhard Hauptmann lobte: "Es ist seit Langem keine so seltene Blume auf deutschem Boden gewachsen. Ich freue mich ihres Daseins, habe sie leidenschaftlich gern."

Sein "Berliner Tageblatt" genoss zu Wolffs Zeiten eine einzigartige Stellung. Geistig interessierte Bürger bildeten sich ihre Meinung nach dieser Tageszeitung, und Wolff war als deren Chefredakteur fast drei Jahrzehnte lang der Meinungsmacher schlechthin. Zwar ließ er seinen Redakteuren innerhalb gewisser Grenzen freie Hand, aber das ganze Blatt atmete doch seinen Geist und war geprägt von seiner Persönlichkeit. Toleranz und Fairness waren ihm oberstes Gebot, besonders in der Politik.

"Gegen Diktatur – für Freiheit!", titelte das "Berliner Tageblatt" am 31. Juli 1932, am Tag der Reichstagswahl in der Weimarer Republik. Damit setzte Chefredakteur Theodor Wolff ein mutiges Zeichen gegen die NSDAP und ihre Sympathisanten. Der Journalist kämpfte ein Leben lang für Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit. Quelle: BDZV
"Gegen Diktatur – für Freiheit!", titelte das "Berliner Tageblatt" am 31. Juli 1932, am Tag der Reichstagswahl in der Weimarer Republik. Damit setzte Chefredakteur Theodor Wolff ein mutiges Zeichen gegen die NSDAP und ihre Sympathisanten. Der Journalist kämpfte ein Leben lang für Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit. Quelle: BDZV

"Gegen Diktatur – für Freiheit" titelte sein "Berliner Tageblatt" am 31. Juli 1932 anlässlich der Reichstagswahl in der Weimarer Republik. Doch auch dieser mutige Ruf nach Demokratie konnte den Aufstieg der Nationalsozialisten nicht verhindern. Für den jüdischen Chefredakteur Theodor Wolff war das Aus schon nach dem Reichstagsbrand vom 27. Februar 1933 gekommen, kurze Zeit später auch für seine Zeitung. Ein Redakteur warnte Wolff vor seiner bevorstehenden Verhaftung und verhalf dem über 64-Jährigen zur Flucht. In Nizza, wo Wolff mit seiner Familie Asyl fand, verlegte er sich ganz aufs Bücherschreiben. Eine Fortsetzung der Flucht in die USA schob er immer wieder hinaus, bis ihn die braunen Machthaber 1943 aufspürten, ihn einige Monate lang durch Gefängnisse und Konzentrationslager schleppten, ehe er am 23. September desselben Jahres in einem jüdischen Krankenhaus in Berlin starb.

Ihm zu Ehren wird seit 1962 der Theodor-Wolff-Preis für herausragende journalistische Arbeiten vergeben. Gegründet wurde er ursprünglich durch die "Stiftung Die Welt"; am 24. Juni 1960 wurde der neue Preis der Öffentlichkeit vorgestellt. Seit 1972 vergibt der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) diese angesehene Auszeichnung im Namen der gesamten Zeitungsbranche.

dpa/eck

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