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    Berlin/Montabaur

    Sparpaket: Widerstand wächst – Geißler in Montabaur über Geld und Gier

    Die Proteste gegen das Milliarden-Sparpaket der schwarz-gelben Bundesregierung nehmen zu. Obwohl Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) um Verständnis warb, gingen bis zu 40 000 Menschen in Berlin und Stuttgart gegen die geplanten Sozialkürzungen auf die Straße - und der streitbare Christdemokrat Heiner Geißler fand in Montabaur einmal mehr klare und scharfe Worte über Geld und Gewissenlosigkeit.

    Von unserem Mitarbeiter Markus Müller

    Auch der Widerstand innerhalb der Union wird größer. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) schließt inzwischen einen höheren Spitzensteuersatz nicht mehr aus und Saarlands Ministerpräsident Peter Müller (CDU) forderte erneut, Reiche stärker zu besteuern.

    Der streitbare Christdemokrat Heiner Geißler plädiert für eine Finanztransaktionssteuer: „Es gibt auf dieser Welt Geld wie Dreck, Geld wie Heu – es ist nur völlig falsch verteilt“, erklärte der ehemalige Bundesminister bei einem Vortrag anlässlich des Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung in Montabaur (Westerwaldkreis). Fehlendes Geld als Begründung für Sparmaßnahmen auf Kosten der Armen fegt er dabei vom Tisch. „Wir müssen das Geld bei denen holen, die darin schwimmen, sich aber nicht um ihre soziale Verantwortung kümmern“, forderte er .

    Für Geißler ist die Lebenssituation von mittlerweile zehn Millionen Bundesbürgern „alles andere als rosig“. Er appellierte an die Kirchen, sich für arme Familien und Kinder stark zu machen: „Die Kirche darf sich nicht zu schade sein, auf die Straße zu den Not leidenden Menschen zu gehen.“ Er forderte alle Kardinäle, Bischöfe und Weihbischöfe auf, mit einem Protestmarsch in Berlin den Parlamentariern und Regierenden wieder die Augen für „das höchste Gut der Verfassung“ zu öffnen, die Würde des Menschen.

    Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, schaltete sich in die Debatte ein. Er rief die Menschen dazu auf, zugunsten von Armen Verzicht zu üben. Zwar müsse der Staat dafür sorgen, dass die Last der Staatsschulden nicht hauptsächlich den sozial Schwachen aufgebürdet werde. „Wir Christen sind aber zuerst nach dem gefragt, was wir selbst tun können, um Not zu lindern“, so Zollitsch.

     

    Geißler will Geld bei denen holen, die darin schwimmen
    Rheinland-Pfalz
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