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    Sinzig: Mutter mißhandelt Elfjährige mit Bügel – Haft

    Unter Tränen gestand eine Mutter vor Gericht, ihre elfjährige Tochter schwer geschlagen zu haben. Der Richter sah einen „heftigen Fall von Misshandlung einer Schutzbefohlenen" und verurteilte sie.

    Sinzig - Unter Tränen gestand eine Mutter vor Gericht, ihre elfjährige Tochter schwer geschlagen zu haben. Der Richter sah einen „heftigen Fall von Misshandlung einer Schutzbefohlenen in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung" und verurteilte sie.

     

    Selbst glaubhafte Reue und bittere Tränen halfen einer 31-jährigen Frau aus dem Ahrkreis vor dem Amtsgericht Sinzig nicht. Richter Guido Schmitz verurteilte sie wegen schwerer Körperverletzung in Tateinheit mit Misshandlung von Schutzbefohlenen zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten, drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, so wie den Kosten des Verfahrens. Da Angeklagte als auch Staatsanwaltschaft auf Rechtsmittel verzichteten, ist das Urteil rechtskräftig.

    Es war zu Beginn des Jahres 2009, als die elfjährige Julia (Name geändert) im Wohnzimmerschrank einen Riegel Schokolade entdeckte. Sie lebte zusammen mit ihrer geschiedenen Mutter in einer Wohnung. Wegen einer Hautkrankheit sollte sie zwar Süßigkeiten meiden, doch die Verlockung war zu groß. Als die Mutter den Verzehr entdeckte, leugnete Julia, die Schokolade gegessen zu haben. „Das Lügen tat so weh", so die Angeklagte, „ich war mit den Nerven völlig am Ende."

    Gestresst von Beruf und Lebensumständen griff sie nach späterer Aussage des Kindes zu einem Kleiderbügel aus Kunststoff und schlug zu, bis dieser zerbrach. Doch damit war das Leiden der Elfjährigen noch nicht zu Ende. Die Strafe wurde mit einem Bügel aus Holz fortgesetzt.

    Mit sichtbaren Misshandlungsspuren am Körper vertraute sich das Kind am Folgetag ihrer Lehrerin an. Diese benachrichtigte das Jugendamt. Julia wurde sofort in einer Klinik untersucht. Diagnose: „Eindeutige schwere Misshandlung. Die Schläge deuten auf einen völligen Kontrollverlust der Täterin hin." Eine ganze Serie von Fotos belegten die Schlagspuren am Körper des Kindes.

    Unter Tränen gestand die Angeklagte ihre Tat und bedauerte sie, konnte sich allerdings nicht mehr daran erinnern, auch mit einem Kunststoffkleiderbügel zugeschlagen zu haben. Die Verteidigerin versuchte Verständnis für die Situation der Angeklagten zu wecken: „Julia hat mit ihrer Mutter Machtspiele gespielt." Die Mutter habe wohl, bedingt durch eine Zuckerkrankheit und damit einhergehender Unterzuckerung, einen Kontrollverlust gehabt. Letztlich habe sie aber nur aus Sorge um das Kind so gehandelt, da es eben keine Schokolade essen dürfe.

    „Was ich getan habe, ist nicht zu entschuldigen", so die Angeklagte in ihrem letzten Wort vor der Urteilsverkündung. Da sie die Tat ohne Umschweife eingestand und bereute, somit auch ihrer geschundenen Tochter sowie weiteren Zeugen eine Aussage vor Gericht ersparte, blieb der Richter mit seiner Strafbemessung am unteren Rand dessen, was das Gesetz für solche Fälle vorsieht. Trotzdem sah auch er einen „heftigen Fall von Misshandlung einer Schutzbefohlenen in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung". Julia lebt heute bei ihrem Vater. (tar)

    Rheinland-Pfalz
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