40.000
Aus unserem Archiv
Köln

Showdown vor Gericht: Kohls Witwe und der Ghostwriter

dpa

Helmut Kohls Witwe Maike Kohl-Richter erscheint persönlich vor Gericht. Sie übernimmt ein seit Jahren laufendes Klageverfahren ihres inzwischen gestorbenen Mannes gegen ein Buch. Die Richterin hat allerdings eher schlechte Nachrichten für sie.

Maike Kohl-Richter und ihr Anwalt Thomas Hermes (rechts hinter der Witwe) kommen zum Oberlandesgericht Köln. Hier geht es um die Fortsetzung des Rechtsstreits um das Buch "Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle". Das Landgericht Köln hatte die Autoren und den Verlag im April zu einer Rekord-Entschädigung von einer Million Euro an Altkanzler Kohl verurteilt. Diese sind dagegen in Berufung gegangen. Klägerin ist nach Kohls Tod dessen Witwe Kohl-Richter.
Maike Kohl-Richter und ihr Anwalt Thomas Hermes (rechts hinter der Witwe) kommen zum Oberlandesgericht Köln. Hier geht es um die Fortsetzung des Rechtsstreits um das Buch "Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle". Das Landgericht Köln hatte die Autoren und den Verlag im April zu einer Rekord-Entschädigung von einer Million Euro an Altkanzler Kohl verurteilt. Diese sind dagegen in Berufung gegangen. Klägerin ist nach Kohls Tod dessen Witwe Kohl-Richter.
Foto: dpa

Die Witwe von Altkanzler Helmut Kohl hat wohl nur geringe Chancen auf die Millionen-Entschädigung, die ihrem Mann zwei Monate vor dessen Tod zugesprochen worden war. Das Oberlandesgericht Köln hat die Frage zwar noch nicht endgültig entschieden. Man neige jedoch der Meinung zu, dass der Entschädigungsanspruch nicht vererbbar sei, sagte die Vorsitzende Richterin Margarete Reske am Donnerstag in einer Verhandlung in Anwesenheit der Witwe Maike Kohl-Richter.

In dem Fall geht es um das Buch „Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle“ von Heribert Schwan. Das Landgericht Köln hatte dazu im vergangenen Jahr entschieden, dass das Buch Kohls Persönlichkeitsrecht schwer verletzt habe. Es sprach ihm deshalb die höchste Entschädigungssumme der deutschen Rechtsgeschichte in Höhe von einer Million Euro zu.

Richterin Reske appellierte an die Parteien, sich in einem Vergleich zu einigen. Sie schlug dafür vor, dass Kohl-Richter auf alle weiteren Klagen verzichten solle, wenn sich Verlag und Autoren im Gegenzug dazu bereiterklären, das Buch nicht noch einmal zu veröffentlichen. Außerdem solle eine Kopie der Tonbandaufnahmen, die Schwan als Ghostwriter angefertigt habe, dem Bundesarchiv in Koblenz oder der Konrad-Adenauer-Stiftung zugänglich gemacht werden, schlug Reske vor.

Kohl-Richters Anwalt Thomas Hermes sagte dazu, erst einmal müsse seine Mandantin sämtliche Tonband-Kopien erhalten. Sie könne sich dann verpflichten, eine davon an eine „Helmut-Kohl-Stiftung“ zu übergeben. Schwan hatte die Aufnahmen angefertigt, um als Ghostwriter Kohls Memoiren zu schreiben. Später zerstritten sich die beiden.

Rheinland-Pfalz
Meistgelesene Artikel
Anzeige
epaper-startseite
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
Das Wetter in der Region
Samstag

-1°C - 10°C
Sonntag

2°C - 8°C
Montag

0°C - 6°C
Dienstag

0°C - 5°C

Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

Anzeige
Anzeige
Event-Kalender
Veranstaltungstipps

Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!