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    Sex-Lehrer: Staatsanwälte ermitteln erneut

    Kreis Neuwied/Koblenz - Spektakuläre Wende im Fall des Lehrers, der vom Verdacht des sexuellen Missbrauchs einer 14-jährigen Schülerin freigesprochen worden ist: Die Koblenzer Staatsanwaltschaft nimmt ihre Ermittlungen gegen den Pädagogen wieder auf. Wie unsere Zeitung erfuhr, erhielt die ältere Schwester des Hauptopfers eine Einladung zur erneuten Vernehmung. Hintergrund: Auch ihr hatte sich der Pädagoge genähert - erfolglos.

    Der 58-Jährige soll in geheimen Polizeidatenbanken recherchiert haben
    Der 58-Jährige soll in geheimen Polizeidatenbanken recherchiert haben
    Foto: DPA

    Kreis Neuwied/Koblenz - Spektakuläre Wende im Fall des Lehrers, der vom Verdacht des sexuellen Missbrauchs einer 14-jährigen Schülerin freigesprochen worden ist: Die Koblenzer Staatsanwaltschaft nimmt ihre Ermittlungen gegen den Pädagogen wieder auf. Wie unsere Zeitung erfuhr, erhielt die ältere Schwester des Hauptopfers eine Einladung zur erneuten Vernehmung. Hintergrund: Auch ihr hatte sich der Pädagoge genähert - erfolglos.

    Der Vertretungslehrer war nach einem sexuellen Verhältnis mit einer 14 Jahre alten Schülerin zunächst vom Neuwieder Amtsgericht und dem Koblenzer Landgericht verurteilt worden. Später hob das Oberlandesgericht (OLG) das Urteil auf und sprach den Mann frei.

    Er sei nur Vertretungslehrer gewesen, ein Obhutsverhältnis zu dem Mädchen habe nicht bestanden, lautete die Begründung.

    Bei der Schwestern mit seinem Werben gescheitert

    Bevor allerdings der Lehrer für katholische Religion, Englisch und Geschichte an einer Schule im nördlichen Kreis Neuwied im Januar 2007 mit der 14-Jährigen anbändelte, hatte er es etwa ein Jahr zuvor bereits bei deren älterer Schwester versucht. Er war mit seinem Werben aber gescheitert.

    Oberstaatsanwalt Hans Peter Gandner, Sprecher der Koblenzer Staatsanwaltschaft, bestätigte unserer Zeitung, dass die Behörde ihre Ermittlung wiederaufgenommen hat. "Diese Ermittlungen haben aber mit dem OLG-Beschluss nichts zu tun", versicherte Gandner. Warum die Staatsanwaltschaft die Akten des Falls erneut öffnet, dazu wollte der Behördensprecher keine Angaben machen.

    Bereits in einer früheren Vernehmung vor etwa zweieinhalb Jahren hatte die ältere Schwester ausgesagt, dass auch sie von ihrem damaligen Fachlehrer sexuell bedrängt worden ist. Er habe seine Schülerin 2005 in einem Klassenzimmer an sich gedrückt und sei ihr später mit der Hand unter ihren Pullover gefahren. Aus Scham und aus Angst vor schlechten Noten habe die heute 22-Jährige den Übergriff damals geheim gehalten.

    Beschuldigte hatte Liebe gestanden

    Unklar ist, ob die Staatsanwaltschaft weitere Zeugen hören möchte: So hatte die junge Frau die Namen einer Reihe von Lehrern genannt, denen der beschuldigte Pädagoge im Schuljahr 2004/2005 im kleinen Kollegenkreis gestanden hatte, sich in eine Schülerin verliebt zu haben. "Dieses Gespräch haben mir die Lehrer schriftlich bestätigt", sagte der Vater der heute 19 und 22 Jahre alten Mädchen.

    Dass die Staatsanwaltschaft die ältere Schwester noch einmal vorlädt, kann Johannes Heibel von der Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen aus Siershahn (Westerwaldkreis) nicht nachvollziehen: "Warum will man der Betroffenen und ihrer Familie nochmals diese fürchterliche Tortur aufbürden", sagte Heibel unserer Zeitung.

    Jennifer und ihre Familie seien nach dem Erhalt der Vorladung am Freitag "wieder in ein tiefes Loch gefallen", meinte der Sozialpädagoge, der die Betroffenen aus dem Kreis Neuwied seit Bekanntwerden der Vorwürfe intensiv betreut.

    Was der Familie zu schaffen macht: Bisher hat sich weder das Schulamt noch das Bildungsministerium gemeldet. Zwischenzeitlich hat die Familie den noch immer suspendierten Pädagogen auf Schadensersatz verklagt.

    Von unserem Redakteur Mario Quadt

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