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Seilbahn-Schock: Unesco-Papier empört Koblenz

Koblenz- Überraschung und Verärgerung hat das Papier der Unesco hervorgerufen, in dem ohne weitere Begründung ein Abbau der Seilbahn bis 2014 gefordert wird. Die Stadtspitze, die seit Monaten den Dialog mit der Unesco sucht, wurde darüber nicht einmal benachrichtigt.

Die Talstation der Seilbahn ist ein Hauptargument der Denkmalschützer gegen eine Betriebsverlängerung. Die Stadt und die Betreiberfirma überlegen mittlerweile, wie man sie umgestalten könnte.
Die Talstation der Seilbahn ist ein Hauptargument der Denkmalschützer gegen eine Betriebsverlängerung. Die Stadt und die Betreiberfirma überlegen mittlerweile, wie man sie umgestalten könnte.
Foto: Doris Schneider

„Wir haben das Dokument selbst im Internet gefunden", sagt Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig im Gespräch mit der RZ. „Ausgesprochen verärgert" ist er über das Vorgehen.

Enttäuscht hat den OB vor allem, dass die Unesco in ihrer Beschlussvorlage für die Tagung des Welterbekomitees in Kambodscha eins zu eins die ablehnende Sicht des Internationalen Denkmalpflegebeirats Icomos übernommen hat. In keiner Weise wird auf die Argumente von Stadt und Land eingegangen, die der Unesco seit Monaten kommuniziert werden.

Selbst die zunächst zweijährige Verlängerung, in der man eigentlich eine einvernehmliche Lösung mit der Unesco finden will, scheint für diese kein Thema zu sein. „Dabei ist die Unesco eigentlich differenziert und weiß, dass Denkmalpflege auch darauf angewiesen ist, dass es Besucher gibt", so Hofmann-Göttig.

Hauptziel ist nun, dass das Welterbekomitee bei seiner Tagung ab dem 17. Juni die Entscheidung über die Seilbahn vertagt. „Wir sind überzeugt, dass wir weiter intern verhandeln sollten", betont der OB. Stadt und Land – vor allem Kulturstaatssekretär Walter Schumacher, der bei der Tagung in Kambodscha dabei sein wird – sind sich einig, dass alles für den Erhalt bis 2025 getan werden soll.

„Wir wollen Icomos davon überzeugen, dass das keine Salamitaktik ist und wir die Seilbahn nicht am Ende für immer behalten wollen", sagt Joachim Hofmann-Göttig.

Eine große Sorge wollen die Stadt und die Betreiberfirma Doppelmayr den Denkmalschützern nehmen: Es wurden bereits Architekten beauftragt, Vorschläge für eine Umgestaltung der Talstation zu machen, erste Ideen liegen vor. Denn ein Hauptproblem der Denkmalschützer ist die Nähe der Talstation zur Basilika St. Kastor, hier will man eine welterbeverträgliche Alternative suchen.

Die ersten Entwürfe werden auch bei der Tagung in Kambodscha vorgelegt.Bei einem Aufschub zumindest um zwei Jahre wollen Stadt und Doppelmayr einen Workshop zusammen mit Vertretern des Denkmalschutzes und von Icomos machen, um in einen Dialog zu treten und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. „Wir sind froh, dass Doppelmayr bei den ganzen Komplikationen nicht die Brocken hinschmeißt", lobt der OB.

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

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