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    Schubverbände passieren Unglückstelle an der Loreley im Schlepptau

    Die Havarie des Säuretankers „Waldhof“ beschert den mittelrheinischen Vorspanndiensten viele Aufträge. Ob Loh-Schifffahrt aus Trechtingshausen oder die Firma Fendel aus Oberwesel: Beide Vorspanndienste sind seit Öffnung der Bergfahrt jeden Abend damit beschäftigt, viele Schubverbände an der Unfallstelle vorbei zu schleppen.

    Normalerweise brauchen die meisten Rheinschiffer diesen Dienst nicht mehr in Anspruch nehmen - außer bei Hochwasser. Schließlich sind die Motoren moderner Schiffe meist stark genug, um aus eigener Kraft die Gebirgsstrecke am Mittelrhein zu überwinden. Daher werden Vorspanndienste immer seltener beauftragt. Doch Schifffahrtsunternehmen wie Loh haben ihre Nischen entdeckt: Sie schleppen unter anderem Sondertransporte. Daneben sind sie bei Baustellen oder Havarien im Einsatz. Wegen der Ausnahmesituation infolge der „Waldhof“-Havarie hat das Wasser- und Schifffahrtamt Bingen eine sogenannte schifffahrtspolizeiliche Anordnung herausgegeben. Darin wurde geregelt, dass zu Berg fahrende Schiffsverbände zwischen Rheinkilometer 557 und 555 mit Vorspann fahren müssen. Das heißt, die Firmen Loh und Fendel schleppen die Schiffsverbände und sorgen auf zwei Rheinkilometern für die Sicherung des vorderen Schiffsteils (Leichter).

    Seit gestern wurde auch die Bergfahrtzeit geändert. Statt um 18 Uhr dürfen bereits um 16 Uhr die ersten Bergfahrer die Unglücksstelle passieren. Präzision ist gefragt. Mit Steuermann Manfred Fleck hat Friedel Loh einen erfahrenen Mann an Bord. Kaum hat sich ein Schubverband über Funk beim Vorspanndienst gemeldet, fährt Friedel Loh mit dem Schleppboot „Rheinland“ mit 1000 PS, 50 Litern Hubraum, Radar, Echolot und ADNR (Gefahrgutklasse) los. Parallel neben dem Bergfahrer manövriert Friedel Loh sein Schleppboot. Der Schubverband hält nicht an. Während der Bergfahrt übergibt der Steuermann des Vorspannbootes das Drahtseilende an den Matrosen an Bord des Schubverbandes. Rund 3500 Tonnen Kohle hat die „Roxy“ geladen und soll ein Kraftwerk beliefern. Schnell wird das Drahtseil im Bugbereich des Verbands befestigt, maximal 50 Meter abgerollt und die Seilwinde auf dem Vorspannboot gesichert. Volle Konzentration bei der Vorbeifahrt am Havaristen. Nur zwei Kilometer später ist der Schleppvorgang beendet. Beim Lösen des Schleppdrahts ist Vorsicht geboten. Das Drahtseil wird auf der „Roxy“ wieder gelöst und von der „Rheinland“ eingeholt. „Auftrag erledigt, wir können den nächsten Schubverband übernehmen“, erklärt der 38-jährige Friedel Loh, der den 1957 gegründeten Betrieb von Vater Wilfried übernommen hat.

    Ganz preiswert ist die Angelegenheit für den Binnenschiffer nicht. 100 Euro zuzüglich Aufschlag werden dem Schubverband in Rechnung gestellt. Gespannt warten Friedel Loh und seine Frau Ute, die die Buchhaltung der Firma bearbeitet, ob alle Rheinschiffer die Dienstleistung bezahlen.

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