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    RZ-KOMMENTAR: Die Landesregierung braucht am Ring dringend einen Plan B

    Erst der Dauerstreit um die Zukunft des Oberlandesgerichts in Koblenz und nun das: Der Neuanfang am Nürburgring droht gleich zu einem Fiasko für Rot-Grün zu werden. Denn allmählich ist es leichter, diejenigen aufzuzählen, gegen die nicht ermittelt wird als andersherum.

    Autor: Dietmar Brück
    Eine Analyse von unserem Landes-Korrespondenten Dietmar Brück

    Erst der Dauerstreit um die Zukunft des Oberlandesgerichts in Koblenz und nun das: Der Neuanfang am Nürburgring droht gleich zu einem Fiasko für Rot-Grün zu werden. Denn allmählich ist es leichter, diejenigen aufzuzählen, gegen die nicht ermittelt wird als andersherum. Der neue Innen- und Infrastrukturminister Roger Lewentz hat mit der jüngsten Wendung gleich einen dicken Klotz am Bein. Der SPD-Hoffnungsträger muss früher als geplant über einen Kurswechsel an der Rennstrecke nachdenken.

     

    Und wieder rankt sich vieles um den umstrittenen Unternehmer Kai Richter. Zunächst sei auch hier bemerkt: verdächtig heißt nicht schuldig und schon gar nicht verurteilt. Noch ist keineswegs klar, ob es gegen den Ring-Pächter zu einem Prozess kommt. Dennoch wiegen die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft schwer, weil sie sich auf die akribischen Unterlagen des Landesrechnungshofs stützen. Der Verdacht auf Untreue steht mehr als deutlich im Raum. Die Anwälte Richters werden es nicht leicht haben, sich schützend vor ihren Mandanten zu stellen. Denn wer die Expertise des Rechnungshofs durchgearbeitet hat, muss zwangsläufig zu der Erkenntnis gelangen, dass der schillernde Geschäftsmann auf Kosten des Landes kräftig Kasse machte. Was ihn am stärksten entlastet, ist allenfalls, dass die Verantwortlichen der Nürburgring GmbH schon fast darum baten, über den Tisch gezogen zu werden. Misswirtschaft wurde hier zum Spiel ohne Grenzen.

     

    Für die rot-grüne Landesregierung steht viel auf dem Spiel. Sie will den überdimensionierten Freizeit- und Geschäftspark in der Eifel langsam aber sicher aus den Miesen fahren. Dazu ist auch ein neues Image nötig. Doch bislang regiert weiter das Gesetz von Pleiten, Pech und Pannen. Die schnellste Achterbahn der Welt kommt nicht mal im Schritttempo voran. Und bislang interessieren sich die Ermittler stärker für den Freizeitpark als die Besucher.

     

    Die Landesregierung braucht dringend einen Plan B am Ring. Dazu reicht eine an sich sinnvolle Gesprächsoffensive nicht aus. Ein Schritt wäre der freiwillige Rückzug von Kai Richter, der mehr und mehr zur Hypothek für den Neuanfang an der Rennstrecke wird. Die Lage entspannen könnte zudem, das Nutzungskonzept mit der regionalen Wirtschaft weiterzuentwickeln. Vor allem die Grünen sollten sich an ihre alten Forderungen erinnern. Die Landesregierung muss sich nun wohl oder übel einen Befreiungsschlag am Nürburgring trauen. Sonst nimmt sie das Polit-Drama in der Eifel mehr und mehr gefangen.

     

    E-Mail: dietmar.brueck @rhein-zeitung.net

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