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    Rücksichtslos überholt: Haftstrafe für Todesfahrer

    Er hat riskant überholt und damit innerhalb von Sekunden das Leben mehrerer Menschen dramatisch verändert - und jetzt soll er dafür ins Gefängnis: Unter anderem wegen wegen fahrlässiger Tötung, Gefährdung des Straßenverkehrs und Unfallflucht wurde ein 34-Jähriger aus dem Westerwaldkreis zu zwei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Ein 18-Jähriger war bei dem Unfall ums Leben gekommen.

    Westerwaldkreis - Er hat riskant überholt und damit innerhalb von Sekunden das Leben mehrerer Menschen dramatisch verändert - und jetzt soll er dafür ins Gefängnis: Unter anderem wegen wegen fahrlässiger Tötung, Gefährdung des Straßenverkehrs und Unfallflucht wurde ein 34-Jähriger aus dem Westerwaldkreis zu zwei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Ein 18-Jähriger war bei dem Unfall ums Leben gekommen.

    Zu dem Unfall kam es, als der Mann mit seinem BMW auf der Fahrt aus Richtung Hachenburg auf einem rund 400 Meter langen Stück zwischen zwei Kurven drei Autos überholte. Noch bevor er auf die Gegenfahrbahn ausscherte, kam ihm ein Twingo mit drei Insassen entgegen. Der Unfallfahrer konnte zwar noch rechtzeitig vor einem Frontalzusammenstoß wieder auf die rechte Spur wechseln, aber durch ein Ausweichmanöver kollidierte der Twingo mit dem ersten Wagen der überholten Kolonne.

    Ein 18-Jähriger wurde so stark verletzt, dass er drei Tage später verstarb. Damals war das Alter zunächst mit 22 angegeben worden. Zwei andere Unfallopfer wurden lebensgefährlich verletzt, drei weitere schwer.

    Als „grob verkehrswidrig und rücksichtslos“ bezeichnete Staatsanwältin Caroline Niemöller das Verhalten des Fahrers in der Verhandlung am Betzdorfer Schöffengericht. Obwohl die Sicht eingeschränkt gewesen sei, habe der Mann gleich mehrere Autos überholen wollen. „Sein Verhalten war von Leichtsinn und Eigennutz geprägt“, sagte sie. Obwohl die Möglichkeit bestanden habe, den Überholvorgang abzubrechen, habe der Angeklagte weiter Gas gegeben.
    Detailliert schilderte die Staatsanwältin die gravierenden Folgen des Unfalls für die Opfer. So war die junge Beifahrerin im Twingo zwei Monate im Krankenhaus und hat mehrere Operationen über sich ergehen lassen müssen. Auf natürlichem Weg kann sie keine Kinder mehr bekommen, den Schulabschluss hat sie wegen des Unfalls nicht geschafft. Auch die Insassen des ersten Kolonnenfahrzeugs leiden noch heute unter den Verletzungen. Das Knie des 42-jährigen Fahrer wurde so massiv geprellt, dass er seitdem in Behandlung ist und bleibende Behinderungen beim Gehen zurückbehalten wird. Bei seinem damals eineinhalbjähriger Sohn ist zu befürchten, dass das Wachstum eines Beins so geschädigt wurde, dass er behindert bleibt. Zudem haben die Beteiligten das Geschehen noch nicht verarbeitet. Ebenso wie zwei Anwälte der Opfer forderte die Staatsanwältin daher eine mehr als zweijährige Haftstrafe, die nicht zur Bewährung ausgesetzt wird.
    Mit tränenerstickter Stimme entschuldigte sich der Angeklagte noch einmal bei den Opfern. „Ich habe das Auto wirklich nicht gesehen“, sagte er. Diese Argumentation verfolgte auch der Verteidiger des Unfallfahrers, der Betzdorfer Rechtsanwalt Peter Stahl. Es habe sich um ein Augenblicksversagen und eine Fehleinschätzung gehandelt, aber nicht um ein grob verkehrswidriges oder rücksichtsloses Verhalten. Auch die Unfallflucht sei nicht nachzuweisen.
    Der Angeklagte hatte angegeben, von dem Unfall, der sich nach seinem Überholen ereignete, zunächst nichts bemerkt zu haben. Das wollte das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Hubert Ickenroth aber nicht glauben. Der 34-Jährige habe das, was passiert sei, rücksichtslos billigend in Kauf genommen und andere mit Vorsatz gefährdet. Auch habe die damals 18-jährige Twingo-Fahrerin keine Mitschuld, sie habe trotz geringer Fahrpraxis vermutlich richtig reagiert. Deshalb sei eine Haftstrafe ohne Bewährung angemessen, obwohl der Unfallfahrer bislang eine blütenweiße Weste gehabt und sich später gestellt habe. Die Verteidigung wird vermutlich Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen. Anne Fuhrmann

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