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Ürzig

Riesige Hochmoselbrücke wird teurer und später fertig

Der Hochmoselübergang mit der riesigen Hochmoselbrücke wird mindestens rund 80 Millionen Euro teurer und zwei Jahre später fertig als geplant. Das sagte Verkehrsstaatssekretär Günter Kern (SPD) am Donnerstag auf der Baustelle in Erden (Kreis Bernkastel-Wittlich). Für die Gegner des Projekts ist das eine scheibchenweise Annäherung an die Realität, neben der CDU kommt auch Kritik von den Grünen.

Gigantische Mehrkosten an dem Hochmoselübergang: Die höheren Kosten seien unter anderem den steigenden Baupreisen geschuldet, erklärte Verkehrsstaatssekretär Günter Kern (SPD). Auch der nasse Sommer habe mit dem aufgeweichten Boden zu Bauverzögerungen geführt und die Kosten steigen lassen. Die Baumaßnahme mit dem größten Brückenbauprojekt in Europa soll nun rund 456 Millionen Euro statt 375 Millionen Euro kosten und erst 2018 statt 2016 fertig sein.

Georg Laska, Sprecher der Bürgerinititaive "Pro Mosel" gegen den Hochmoselübergang, sieht in den Zahlen keine Überraschung. Weitere Kostensteigeierungen seien zwangsläufig: "Der Bürger wird schrittweise an höhere Kosten gewöhnt", sagt er. "Die Zahl wird bei weitem nicht reichen. Es wird nicht mit offenen Karten gespielt."

Kern sagte, das Bundesverkehrsministerium von Minister Alexander Dobrindt habe die Kostenentwicklung geprüft "und ihr wegen der plausiblen Gründe zugestimmt. " Bedeutet: Die Kosten übernimmt der Bund, das Land wird durch die Steigerung nicht direkt belastet.

Die Hochmoselbrücke ist die zurzeit größte Brückenbaustelle Europas. 2011 begannen die Arbeiten. Zusammengesetzt wird das Bauwerk an der Hunsrück-Flanke des Moseltals aus 82 Segmenten, die jeweils 15 bis 25 Meter lang sind. Vergeben worden war der Brückenbau 2010 als Teil einer 25 Kilometer langen, vierspurige Neubaustrecke der Bundesstraße 50 zwischen dem Autobahndreieck Wittlich und Longkamp für eine Auftragssumme von 128,5 Millionen Euro. Der komplette Hochmoselübergang war mit 375 Millionen Euro veranschlagt

Die neuen Zahlen bestätigten die Befürchtungen der Grünen, erklärte die Landesvorsitzende Katharina Binz. „Wir Grüne haben uns stets skeptisch gegen solche Großprojekte im Straßenbau gezeigt.“ Die hohen Baukosten blockierten wichtige Sanierungen und die Weiterentwicklung des Verkehrssystems. Binz hatte sich bereits am Mittwoch kritisch geäußert, als Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) für die Mittelrheinbrücke warb. Diese Brücke liegt im Koalitionsvertrag auf Eis. CDU-Landtagsfraktionsvize Alexander Licht nannte die Mehrkosten unverantwortlich. Er will sie im Landtag zur Sprache bringen.

Anwohner und Winzer protestieren seit Jahren vergebens gegen das Projekt. Sie hatten erhebliche Kostensteigerungen prophezeit und das Kosten-Nutzen-Verhältnis in Frage gestellt. War das Kosten-Nutzen-Verhältnis für den Neubau mit der Brücke im Jahr 1992 noch mit einem Faktor von 3,4 angegeben worden, hatte das Bundesverkehrsministerium den Wert 2010 mit 1,8 angegeben. Eine Wirtschaftlichkeit ist aus Sicht der Planer bei einem Wert von mindestens 1.0 nachgewiesen. Die Gegner kritisierten stets, die Bedeutung der Straße für den Fernverkehr und auch für den Regionalflughafen Hahn sei maßlos übertrieben worden.

Diskussionen hatte es auch um die Standsicherheit der Brücke gegeben. Entsprechende Warnungen aus einem Entwurf einer Stellungnahme des Landesamts für Geologie hatte das Infrastrukturministerium zurückgewiesen. Ein hydrogeologisches Gutachten wurde während der laufenden Arbeiten in Auftrag gegeben, das Land sieht als erwiesen an, dass der schwierige geologische Untergrund technisch beherrschbar ist. Nach Angaben des LBM sind drei von zehn Brückenpfeiler fertiggestellt, ein vierter fast fertig und ein fünfter bis zur Hälfte gebaut.

Zuletzt hatte es einen Gesprächstermin im Bundesverkehrsministerium gegeben, bei dem es nach Darstellung von Teilnehmern um einen Ideenwettbewerb ging, die Brücke wirkungsvoll zu gestalten. Im Raum steht ein millionenschweres Konzept eines Künstlers zur Illumination. (law, dpa)

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