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    Rheinland-Pfalz will kein Sitzenbleiben mehr

    Eine „Ehrenrunde drehen“, heißt es im Volksmund. Tatsächlich empfinden es Schüler oft als Schmach, wenn sie sitzenbleiben. Immer mehr Länder suchen andere Wege, und auch Rheinland-Pfalz bastelt an anderen Lösungen.

    Kinder sollen nicht mehr Sitrzenbleiben müssen: Rheinland-Pfalz sucht nach Alternativen. 
    Kinder sollen nicht mehr Sitrzenbleiben müssen: Rheinland-Pfalz sucht nach Alternativen. 
    Foto: dpa

    Das rot-grün regierte Rheinland-Pfalz will Sitzenbleiben in einem Modellversuch aussetzen. «Das ist im Koalitionsvertrag festgeschrieben», sagte der Sprecher des Bildungsministeriums, Wolf-Jürgen Karle, am Samstag in Mainz.

    Der Plan von Rot-Grün in Niedersachsen, mittelfristig das Sitzenbleiben abzuschaffen, hat die Debatte über den Umgang mit leistungsschwachen Schülern neu angefacht. Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Stephan Dorgerloh (SPD), begrüßte das Konzept und verlangte mehr individuelle Förderung für Schulkinder. Mehrere Landesregierungen bereiten ähnliche Reformen vor. Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) sagte dagegen: „Das ist bildungspolitischer und pädagogischer Populismus.“

    Der Anteil der Wiederholer ist nach Zahlen des Statistischen Bundesamts (PDF) in allen Bundesländern mit Ausnahme von Brandenburg von 2000/2001 bis 2010/2011 deutlich zurückgegangen. Rheinland-Pfalz lag mit 1,8 Prozent unter dem Schnitt von 2 Prozent.

    In Rheinland-Pfalz ist geplant, dass einige Schulen auf die Wiederholung von Klassen und auf das Herunterstufen einer Schulart verzichten. Möglicherweise starte der Versuch schon im nächsten Schuljahr, dies sei aber noch offen. Neben dem Verzicht auf Sitzenbleiben gehe es auch darum, Noten um Berichte zur Lernentwicklung zu ergänzen. SPD und Grüne in Niedersachsen wollen das Sitzenbleiben und das Herunterstufen der Schule überflüssig machen. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung hatte 2009 ermittelt, dass Klassenwiederholungen im Schulsystem jährlich Kosten von eienr Milliarde Euro verursachen. Die Studie war zu dem Schluss gekommen, dass Sitzenbleiben keine Verbesserung der schulischen Leistungen bei den Wiederholern bewirkt. Es gebe auch im neuen Schuljahr keinen Vorteil für die Klasse, wenn ein Schwächerer nicht versetzt wird.

    Josef Kraus, Chef des Deutschen Lehrerverbands, sagte dagegen der "Süddeutschen Zeitung": „Es gibt keine pädagogische Begründung für die Abschaffung, außer man ist ein naiver Utopist.“ Schulabschlüsse würden damit zu ungedeckten Schecks. „Da kann man gleich eine Abitur-Vollkasko-Garantie anbieten.“...

    Bildungsministerin Ahnen (SPD): Sitzenbleiben wird nicht abgeschafft Länderübergreifendes CDU-Papier gegen Abschaffen des SitzenbleibensSitzenbleiben abgeschafft: Koblenzer Schulen machen damit gute ErfahrungenKlöckner: Schule ohne Sitzenbleiben wie Fußball ohne AbsteigerRZ-KOMMENTAR: Die Ideologie darf nicht im Klassenzimmer Platz nehmenweitere Links
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