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Revision: "Pulver-Kurt" zu krank für das Gefängnis?

Bad Kreuznach/Karlsruhe – Er war bundesweit bekannt geworden: Der Waffen- und Sprengstoffsammler Kurt N. aus Hundsbach (Kreis Bad Kreuznach). Das Landgericht Bad Kreuznach hatte ihn zu dreieinhalb Jahren Freiheitsstraße verurteilt. Der Anwalt des 64-jährigen Rentners hat Revision beantragt.

Pulver-Kurt will nicht ins Gefängnis. Hat die Revision Erfolg?
Pulver-Kurt will nicht ins Gefängnis. Hat die Revision Erfolg?
Foto: Dietrich

"Pulver Kurt" leidet unter Angstzuständen. „Er sieht sich schon hinter Schloss und Riegel“, berichtete am Donnerstag der Anwalt des 64-jährigen Rentners, Dr. Ulrich Stange. Er sorgt sich um die Gesundheit seines Mandanten, der im August vom Landgericht Bad Kreuznach zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren ohne Bewährung verurteilt wurde, aber noch auf freiem Fuß ist.

Pulver-Kurts Anwalt hat Revision beantragt und die Begründung fristgerecht beim Landgericht Bad Kreuznach eingereicht, bestätigte Sprecherin Elisa Wolf. Die Akten sind jetzt auf dem Weg zur Staatsanwaltschaft, die die Unterlagen mitsamt einem Übersendungsbericht an den Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe weiterleitet. Dort wird das Bad Kreuznacher Urteil überprüft.

Wie lange dies dauert, ist völlig offen. Wenn sich die Richter des zuständigen BGH-Senats einig sind, kann der Beschluss relativ zügig gefasst werden. Sollte zumindest einer der Richter Bedenken äußern, beraumt der Senat vermutlich einen Verhandlungstermin an. Dann können bis zu einer Entscheidung Monate ins Land gehen. Zumindest so lange bleibt Pulver-Kurt auf jeden Fall in Freiheit.

Ulrich Stange begründet seinen Revisionsantrag nicht mit formalen Fehlern während des Prozesses. „Der Vorsitzende Richter ist ein sehr erfahrener Mann“, weiß Stange. Der Rechtsanwalt aus Kirchheimbolanden zielt mit seinem Revisionsantrag auf eine „Sachrüge“ ab. Das Landgericht soll ein falsches Gesetz angewendet haben. Pulver-Kurt kann nach Stanges Ansicht lediglich für mehrere minderschwere Fälle verurteilt werden, und zwar nur auf Bewährung.

Kurt N. sammelte Waffen und Sprengstoffe, „ist dann im Dornröschenschlaf versunken und hat sich nie mehr darum gekümmert“, schreibt Stange im Revisionsantrag. Das Kriegswaffenkontrollgesetz kann in Sachen Pulver-Kurt nicht angewendet werden, ist sich der Anwalt sicher.

Die Polizei hatte im vergangenen Jahr im Wohnhaus des Mannes und in einer angemieteten Scheune in Becherbach/Pfalz ein riesiges illegales Waffen- und Sprengstofflager entdeckt. Unter anderem fanden die Beamten gut 100 Kilogramm Sprengstoff, Maschinengewehre, andere Schusswaffen und eine Panzerfaust.

Von unserem Redakteur Klaus Dietrich

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