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    Kruft/Koblenz

    Rentner in Kruft überfallen: Lange Haft für Räuber

    Sie kamen am helllichten Tag – und kannten keine Gnade: Vier Männer überfielen 2013 im Eifelort Kruft ein Rentnerpaar, plünderten dessen Tresor, flüchteten mit 30 000 Euro, Goldschmuck und Designeruhren. Das Paar blieb schwer verletzt zurück.

    Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

    Der Mann (79) verlor mehrere Zähne, die Frau (77) hatte ein gebrochenes Sprunggelenk.

    Jetzt, am siebten Prozesstag, hat das Landgericht Koblenz einen der Räuber (20) wegen erpresserischen Menschenraubs und schweren Raubes zu sechseinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt. Bora T. ist ein massiv vorbestrafter Berufsverbrecher (20) aus den Niederlanden. Als 13-Jähriger verübte er seinen ersten Einbruch. Später stieg er immer wieder in Häuser ein, in der Schweiz, in Hamburg und in Neustadt an der Weinstraße. Mal mit seiner Ex-Frau, mal mit seiner Schwester.

    Laut der Vorsitzenden Richterin Helga Diedenhofen gehört Bora T. zur Organisierten Kriminalität. Er stammt aus "einer bandenmäßig organisierten Familie", deren Mitglieder keine sozialen Bindungen in Deutschland haben – aber regelmäßig hierzulande einreisen, um gemeinsam Einbrüche zu verüben.

    Zu dem Überfall kam es am 11. Juni 2013. Das Rentnerpaar ist bis heute traumatisiert. Die Frau sagt: "Ich fühle mich in meinem eigenen Haus nicht mehr wohl." Ihr geraubter Schmuck wurde inzwischen teilweise sichergestellt. Aber sie erklärte bei der Polizei: Sie wisse nicht, ob sie ihn überhaupt noch wolle – er erinnert sie an früher.

    So verübte die Bande den brutalen Überfall in Kruft: Bora T. und seine drei Komplizen beschließen Mitte Juni 2013, das Rentnerpaar auszurauben. Sie kaufen für 350 Euro einen alten Peugeot, fahren damit am Tattag nach Kruft. Bora T. klingelt gegen 14 Uhr an der Haustür, um zu prüfen, ob jemand zu Hause ist. Als der Sohn des Paares öffnet, fragt er zur Tarnung, ob man hier Garagen mieten kann. Er wartet mit seinen Komplizen im Auto, bis der Sohn und das Rentnerpaar wegfahren. Dann maskieren er und zwei Männer sich mit Damenstrümpfen, steigen über den Balkon ins Haus ein. Ein Täter wartet im Auto. Die Einbrecher versuchen, den Tresor zu öffnen, schaffen es aber nicht.

    Um 18 Uhr kommt das Rentnerpaar zurück – die Täter überwältigen es am Eingang. Die Frau wird auf dem Boden fixiert. Der Mann, der wegen einer Hüftoperation auf Krücken geht, fällt mit dem Kopf zu Boden, schlägt sich mehrere Zähne aus. Die Männer drücken ihm die Klinge eines Küchenmessers an den Hals – bis er den Schlüssel des Tresors herausgibt.

    Bora T. wurde drei Wochen nach der Tat in den Niederlanden gefasst. Weil er am Tatort Blutspuren hinterließ. Weil er dort seinen Ausweis vergaß. Und weil eine Nachbarin der Opfer das Kennzeichen des Fluchtautos notierte.

    Bora Ts. drei Komplizen sind bis heute auf der Flucht. Er weigerte sich lange, ihre Namen zu nennen. Inzwischen nannte er Namen – doch als die Polizei die Männer in ihrer Wohnung festnehmen wollte, waren sie allesamt untergetaucht.

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