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Mainz

Polizei „rotiert“: Sturm wütete vor allem in Eifel, Hunsrück und Westerwald

Heftige Orkanböen haben am Mittwochmorgen in Rheinland-Pfalz zahlreiche Bäume umgeworfen. Viele Straßen waren blockiert, vor allem die Höhenlagen von Eifel, Westerwald und Hunsrück waren betroffen. Auch der ÖPNV hat mit Behinderungen zu kämpfen. Alle Einsatzstellen seien am Rotieren, sagte eine Polizeisprecherin.

Zahlreiche Bäume wurden umgeworfen – sie finden weniger Halt im durchnässten Boden.
Zahlreiche Bäume wurden umgeworfen – sie finden weniger Halt im durchnässten Boden.
Foto: dpa

Einen Überblick, wie groß der Schaden war, gab es zunächst nicht. „Ich glaube, wir werden diese Bäume heute nicht mehr zählen können.“ Es seien einfach zu viele, erklärte die Sprecherin. Sie rechnete mit erheblichen Behinderungen im Berufsverkehr in der Region. Auch einige Verkehrsunfälle wurden gemeldet, heißt es in einer Mitteilung des Polizeipräsidiums Koblenz. Diese seien aber, abgesehen von den Sachschäden, glimpflich ausgegangen. Eine genaue Schadensbilanz liege derzeit noch nicht vor.

Besonders starken Sturm registrierte der Deutsche Wetterdienst bei Büchel (Kreis Cochem-Zell). Dort maßen die Meteorologen Geschwindigkeiten von 118 Stundenkilometern. Auch bei Bruttig-Fankel legte es Bäume auf die Fahrbahn. An einer Stelle versperrte ein Erdrutsch die Weiterfahrt

Ein Erdrutsch blockierte die Fahrbahn bei Bruttig-Fankel.
Ein Erdrutsch blockierte die Fahrbahn bei Bruttig-Fankel.
Foto: Jens Weber

In Sinzig-Bad Bodendorf hob eine Windhose kurz nach 6 Uhr ein Stalldach ab und schleuderte es auf die mehrere Meter entfernte Hauptstraße. Hierbei wurden 14 geparkte Fahrzeuge, eine Photovoltaikanlage und angrenzende Häuser beschädigt. Der Sachschaden wird auf mehrere 10.000 Euro geschätzt.

Für Chaos und hohen Sachschaden sorgte eine Windhose in Sinzig
Für Chaos und hohen Sachschaden sorgte eine Windhose in Sinzig
Foto: Polizei

Die Polizeidirektion Mayen meldet: „In Volkesfeld wurden die L 83, in Kirchwald die L 10 und in Ochtendung die K 94, durch umgestürzte Bäume blockiert. In Mayen, Im Möhren, kippte ein Bauzaun auf die Fahrbahn. In Mayen-Hausen wurde auf der L 98 ein Verkehrsspiegel vom Sturm umgerissen. Zwischen Mayen und Kürrenberg mussten die Feuerwehren zahlreiche abgerissene oder in die Fahrbahn ragende Äste entfernen. Personen kamen nach bisherigen Erkenntnissen durch das Unwetter noch nicht zu Schaden.“

In Koblenz beschädigt ein umgestürzter Baum zwei Autos.
In Koblenz beschädigt ein umgestürzter Baum zwei Autos.
Foto: Polizei

Das Unwetter sorgte außerdem im Hunsrück und im Westerwald für Chaos, wie ein Polizeisprecher in Koblenz mitteilte. Ein Baum auf der A48 behinderte zwischenzeitlich den verkehr zwischen Höhr-Grenzhausen und Dernbach. Ein Lastwagen wurde vom Wind auf der Autobahn 61 zwischen Sinzig und Neuenahr gegen Schutzplanken gedrückt. Dabei entstand Sachschaden, der Fahrer konnte der Polizei zufolge dennoch seine Fahrt fortsetzen.

Orkan Burglind stürmt am frühen Mittwochmorgen über das Naheland: Umgestürzte Bäume in Kellenbach und Königsau samt gesperrter Bundesstraße 421.

Im Norden von Rheinland-Pfalz kam es zu Ausfällen im Bahnverkehr. Bei Unkel (Kreis Neuwied) kollidierte ein Zug mit verwehten Ästen in der Oberleitung, wie die Bahn mitteilte. Reisende auf der Strecke zwischen Trier und Luxemburg mussten außerdem mit Verspätungen rechnen.

Das Orkantief hatte auch Auswirkungen auf die Stromversorgung im Westerwald. Einen Ausfall gab es, als um 6.18 Uhr ein Baum in eine Freileitung stürzte und die Umspannanlage in Ebernhahn betroffen war. Dadurch war der Strom in Ebernhahn, Dernbach und in Teilen von Wirges zeitweise weg. Um 6.34 Uhr war Ebernhahn wieder versorgt, ab 6.59 Uhr auch alle anderen Orte, teilt Marcelo Peerenboom, Pressesprecher der Netzgesellschaft der Energieversorgung Mittelrhein (evm) mit.

Im Rhein-Lahn-Kreis sorgte „Burglind“ für Probleme im Busverkehr. Mehrere Linien konnten aufgrund umgestürzter Bäume nicht planmäßig befahren werden. Das teilte der Omnibusbetrieb Modigell & Scherer GmbH unserer Zeitung mit. Betroffen waren demnach unter anderem die Strecken von Welschneudorf nach Nassau beziehungsweise Bad Ems sowie die Route von Obernhof über Seelbach und Attenhausen nach Singhofen. Es sei mit „gravierenden Verspätungen zu rechnen“, erklärte das Unternehmen.

Aufgrund des Unwetters kam es im Dienstgebiet der Polizeiinpektion Altenkirchen zu zahlreichen gesperrten Straßen aufgrund umgestürzter Bäume und Strommasten. Unter anderem war die B 256 zwischen Eichelhardt und Bruchertseifen bis 9.45 Uhr komplett gesperrt.

Die Polizeiinspektion Betzdorf meldete in einem Fall Personenschäden: In Betzdorf auf der Straße "Am Bayersberg" fielen gegen 8 Uhr zwei Eichen auf die Fahrbahn und streiften zwei dort befindliche Pkw. Es entstand mittlerer Sachschaden an den Fahrzeugen. Der Fahrer eines Pkw und seine Beifahrerin erlitten leichte Verletzungen. Gesperrt werden musste, ebenfalls wegen umgestürzter Bäume, die Bahnstrecke zwischen Altenkirchen und Breitscheid.

Auch in Hessen legte "Burglind" den Verkehr teilweise lahm. Vielerorts stürzten Bäume um und behinderten den Verkehr. Bei Limburg fiel ein Baum auf die Oberleitung der Bahn und bremste Züge auf der Strecke Limburg-Frankfurt aus. Das Polizeipräsidium Westhessen registrierte zahlreiche umgestürzte Bäume. Es gingen laufend Meldungen ein, vor allem für den Rheingau, Hochtaunus und Limburg, sagte ein Sprecher. Die Polizei riet auch über den Kurznachrichtendienst Twitter, vorsichtig zu sein, gerade bei Fahrten durch Waldgebiete.

Schwer erwischt hat es die Bahnverbindung von Köln nach Koblenz. Hier bestehen laut Bahn Sperrungen. Aktuell sei noch nicht abzusehen, wann diese wieder voll befahrbar sei, teilt das Unternehmen mit.

Auch in Rheinhessen sorgte der Sturm für Schäden. Bei Wörrstadt stürzte ein Baum auf die Autobahn 63 in Fahrtrichtung Alzey. Ruhiger war es zunächst in der Pfalz. Dort meldete die Polizei Ludwigshafen am Morgen keine größeren Probleme durch den Sturm.

dpa/jo/me/eck/mbo

Rheinland-Pfalz
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